Die Prozesskostenrechnung ist eine vergleichsweise neue Methode des Controllings, um mehr Transparenz über die Kosten zu erhalten. Dabei stehen vor allem die Gemeinkosten im Blickfeld. Diese sind über viele Jahre hin gestiegen. Sie wurden meistens mit pauschalen Zuschlagssätzen auf Produkte oder Dienstleistungen (Kostenträger) verteilt. Das machte die einen Kostenträger zu teuer, andere zu billig. Für eine differenzierte Preispolitik am Markt reicht also die klassische Kosten- und Leistungsrechnung nicht mehr aus.
Ziele, die mit dem Einsatz der Prozesskostenrechnung erreicht werden können, sind vor allem:
- die Kosten, die ein Prozess, eine Dienstleistung oder ein Produkt verursachen, möglichst genau zu ermitteln;
- die gesamten Kosten eines Unternehmens oder eines Bereichs auf die Prozesse, Dienstleistungen oder Produkte, die sie verursachen, richtig zuzuordnen und zu verrechnen;
- Kostenstrukturen und Kostentreiber transparenter zu machen;
- Potenziale zu erkennen, wo sich Leistungen verbessern oder Kosten einsparen lassen;
- eine strategische Preispolitik am Markt zu verfolgen;
- Kostenbewusstsein bei den Mitarbeitern zu schärfen.
Dies zeigt, dass die Prozesskostenrechnung sowohl für das strategische wie auch für das operative Controlling hilfreiche Ergebnisse liefert.
Stichwort
Prozesskostenrechnung bedeutet die Analyse und Optimierung der Ablaufkosten in den indirekten Unternehmensbereichen sowie die verursachungsgerechtere Zuordnung dieser Kosten auf Produkte, Aufträge, Kunden etc.
Ursprung der Prozesskostenrechnung ist das so genannte „Activity Based Costing“, das Jeffrey G. Miller und Thomas G. Vollmann Mitte der achtziger Jahre in den USA entwickelten und beschrieben. Peter Horváth und Reinhold Mayer haben diese Methode dann Ende der achtziger Jahre ins Deutsche übertragen.
Anfangs als modische Erscheinung betitelt, hat sich die Prozesskostenrechnung als Instrument des Kosten- und Prozessmanagements nun etabliert.
[Quellen: Detlef Remer: Einführen der Prozesskostenrechnung; Wikipedia: Prozesskostenrechnung]
Die folgende Abbildung zeigt die Einordnung und Anwendung der Prozesskostenrechnung.
In welchen Bereichen Ihres Unternehmens sind die Gemeinkosten besonders hoch? Wo vermuten Sie eine falsche/ nicht angemessene Zuordnung der Gemeinkosten?
Weitere Hintergründe zur Prozesskostenrechnung finden Sie auch unter:
Prozesskostenrechnung verschafft mehr Transparenz
Im folgenden lernen Sie die Elemente und Methode der Prozesskostenrechnung Schritt für Schritt kennen. Sie erfahren, wie sie diese in Ihrem Unternehmen einführen und nutzen können.
Vorgefertigte und aufbereitete Excel-Dateien
Weitere spezifische Excel-Dateien als Vorlage zur Prozesskostenrechnung mit Übersichten, Tabellen und Grafiken für Sie aufbereitet und visuell ansprechend gestaltet, finden Sie in unserer Lösungshilfe: Controlling mit Excel: Wichtige Excel-Werkzeuge für typische Managementaufgaben sowie hier:
- Teil 1: Prozesskostenrechnung: Mehr Transparenz und richtige Verrechnung der Kosten
- Teil 2: Einordnung und Anwendung der Prozesskostenrechnung
- Teil 3: Auswahl des Untersuchungsbereichs
- Teil 4: Das Unternehmen als Prozess-Hierarchie
- Teil 5: Analyse der Kostentreiber für einzelne Prozesse
- Teil 6: Ermittlung der Prozesskosten
- Teil 7: Umsetzung der Ergebnisse
- Teil 8: Quellen und Materialien zur Prozesskostenrechnung in Unternehmen
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