Michael Müller aus der EDV-Abteilung betreut die Computer aller Mitarbeiter im Unternehmen. Eine seiner Aufgaben ist, alle Updates für die Software manuell auf jedem einzelnen Arbeitsplatzrechner einzuspielen. Kommt eine neue Programmversion auf den Markt, geht Herr Müller von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und installiert sie auf jedem einzelnen Rechner. Der betroffene Mitarbeiter kann eine lange Kaffeepause machen, denn das Update dauert oft über eine Stunde.
Jetzt macht Müller seinem Vorgesetzten einen Vorschlag: Mit einer einfachen Software kann er alle Updates von seinem Arbeitsplatz aus installieren, ohne dass der Mitarbeiter bei seiner Arbeit unterbrochen würde. Müllers Vorgesetzter findet die Idee zwar gut, will sie aber erst in den Gremien vorstellen. Dafür brauche er noch viel mehr Informationen über die Funktionsweise des Programms, Kosten, alternative Anbieter, Erfahrungsberichte. Müller solle das zusammenstellen, einen Bericht schreiben und ihm, dem Chef, für die übernächste Gremiensitzung in zwei Monaten als Präsentation aufbereiten.
Solche Vorgehensweisen sind typisch. Sie kommen in jedem Unternehmen auf der Welt zigfach jeden Tag vor. Das schreiben John P. Kotter und Lorne A. Whitehead in ihrem neuen Buch „By In: Saving Your Good Idea from Getting Shot Down“. Kotter ist Management- und Organisationsexperte sowie Bestseller-Autor von der Harvard Business School, der seit vielen Jahren den typischen Organisationsphänomenen nachgeht, die den Alltag kennzeichnen und ihn so schwer machen. In diesem Buch will er den Mitarbeitern Mut machen und Wege aufzeigen, wie sie ihre guten Ideen davor schützen, im Organisations-Wirrwarr und unter den Angriffen von Widersachern oder inkompetenten Kollegen unterzugehen.
