KillerfragenAngriffe auf gute Ideen erkennen und kontern

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Wenn Sie eine Idee, einen Vorschlag oder Plan in Ihrem Unternehmen einbringen, müssen Sie Fragen und Angriffe der Gegner kennen und mit klaren Antworten und Respekt kontern.
erschienen: 01.12.2010
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Michael Müller aus der EDV-Abteilung betreut die Computer aller Mitarbeiter im Unternehmen. Eine seiner Aufgaben ist, alle Updates für die Software manuell auf jedem einzelnen Arbeitsplatzrechner einzuspielen. Kommt eine neue Programmversion auf den Markt, geht Herr Müller von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und installiert sie auf jedem einzelnen Rechner. Der  betroffene Mitarbeiter kann eine lange Kaffeepause machen, denn das Update dauert oft über eine Stunde.

Jetzt macht Müller seinem Vorgesetzten einen Vorschlag: Mit einer einfachen Software kann er alle Updates von seinem Arbeitsplatz aus installieren, ohne dass der Mitarbeiter bei seiner Arbeit unterbrochen würde. Müllers Vorgesetzter findet die Idee zwar gut, will sie aber erst in den Gremien vorstellen. Dafür brauche er noch viel mehr Informationen über die Funktionsweise des Programms, Kosten, alternative Anbieter, Erfahrungsberichte. Müller solle das zusammenstellen, einen Bericht schreiben und ihm, dem Chef, für die übernächste Gremiensitzung in zwei Monaten als Präsentation aufbereiten.

Solche Vorgehensweisen sind typisch. Sie kommen in jedem Unternehmen auf der Welt zigfach jeden Tag vor. Das schreiben John P. Kotter und Lorne A. Whitehead in ihrem neuen Buch „By In: Saving Your Good Idea from Getting Shot Down“. Kotter ist Management- und Organisationsexperte sowie Bestseller-Autor von der Harvard Business School, der seit vielen Jahren den typischen Organisationsphänomenen nachgeht, die den Alltag kennzeichnen und ihn so schwer machen. In diesem Buch will er den Mitarbeitern Mut machen und Wege aufzeigen, wie sie ihre guten Ideen davor schützen, im Organisations-Wirrwarr und unter den Angriffen von Widersachern oder inkompetenten Kollegen unterzugehen.

„Guter Vorschlag, aber ich habe noch eine Frage“

Wenn ein Mitarbeiter einen offensichtlich guten Vorschlag macht, zeigt, was man einfach verbessern könnte oder vielleicht sogar eine wirklich zündende Idee für eine Innovation hat, dann ist das noch lange keine Gewähr dafür, dass sein Vorschlag umgesetzt wird. Würde man die Fakten begutachten und die Wirkungen bewerten, wäre die Entscheidung eindeutig: Machen! Doch selbst bei eindeutiger Beweislage gibt es Kollegen oder Vorgesetzte, die anfangen, alles in Frage zu stellen.

Kotter und Whitehead haben in ihren Studien mehr als zwei Dutzend unterschiedlicher Fragen und Einwürfe identifiziert, mit denen jede gute Idee abgeschossen werden kann. Sie kommen oft ganz harmlos daher. Aber wenn man sich nicht richtig darauf vorbereitet und die passenden Gegenargumente hat, dann wird aus dem Vorschlag nichts. Er wird verschoben, zerlegt und versandet. Dabei reicht es schon aus, wenn nur ein einziger Kollege aus der Runde, der man den Vorschlag präsentiert, eine blöde Frage in den Raum stellt. Schon kommen bei den zunächst neutralen Teilnehmern Zweifel; dabei hätte man gerade sie als Unterstützer für die eigene Idee gebraucht.

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