Archiv

InnovationsstressInnovationen verursachen Erschöpfung bei Managern

© MoniP - Fotolia.com
Innovation bergen „Risiken und Nebenwirkungen“. Jeder vierte Manager ist vital erschöpft, wenn er sich für neue Produkt und Prozesse einsetzt.
erschienen: 03.02.2011

Innovationen werden von Menschen gemacht. Was permanenter Druck zur Veränderung und Innovation mit den Menschen „macht“, steht jedoch selten im Mittelpunkt. Risiken und Nebenwirkungen von Innovationen wurden jetzt von Innovationsforschern des IAI und Gesundheitsexperten der Kliniken Essen-Mitte untersucht.

Jeder vierte Manager, der in Innovationsprozesse eingebunden ist, klagt über Müdigkeit, Energiemangel und Entmutigung. Diese Führungskräfte sind Risikokandidaten für einen Burn-out. Ihre „Vitale Erschöpfung“ geht zudem mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte einher. Nur 28 Prozent der Führungskräfte liegen im „grünen Bereich“. 48 Prozent der Führungskräfte zeigen eine „mittlere Erschöpfung“. Besonders ausgeprägt sind die Konsequenzen von Innovationsarbeit bei denen, die mit permanenten organisatorischen Veränderungen umgehen müssen.

Welches sind die Ursachen für diese „Nebenwirkungen“?

Innovationen werden in den Unternehmen als Projekte zusätzlich zum Tagesgeschäft organisiert. Bei der Umsetzung von Innovationen sind Abstimmungsschwierigkeiten und extensive Arbeitszeiten zu erwarten. Innovationen sind unsichere Prozesse – und genau diese Unsicherheiten zeigen sich in der Analyse des IAI Bochum als stärkste Belastungsfaktoren. Dieser „Innovationsstress“ wird durch Arbeitsverdichtung und eine immer dünner werdende Personaldecke verschärft. Die hohen Anforderungen von Innovationen sind auf zu wenige Schultern und Köpfe verteilt.

Die Studie zeigt: Innovationen bringen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken und Nebenwirkungen. Diese zu ignorieren, gefährdet die Gesundheit der „Innovations- Arbeiter“ – und damit auch die Zukunft der Unternehmen. Problematisch ist, dass sich Führungskräfte lange selbst als fit und belastbar sehen – und häufig sind sie es auch. Jedoch liegt hier auch ein Risiko: Denn „Adrenalinsurfer“ sind für präventives Verhalten meist nur schwierig zu gewinnen – das nächste Projekt erscheint viel reizvoller als Phasen der Entspannung. Doch der Entgrenzung sind Grenzen zu setzen, denn Unternehmen brauchen Fach- und Führungskräfte, die sich auch „übermorgen“ noch für Innovationen engagieren.

Zur Studie

229 Führungskräfte aus der Wirtschaft wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „PRÄGO“ befragt.

Die Studie „Innovation durch Prävention“ ist über das IAI in Bochum zum Preis von EURO 49,00 erhältlich. Weitere Informationen: http://www.iai-bochum.de/

Quelle: Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.

(keine Bewertung)  Artikel bewerten