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Emotional Freedom Techniques Sich vom Stress frei klopfen

Von Christoph Trinkl, Der EFT-Coach
29.12.2008 – Mithilfe der Emotional Freedom Techniques (EFT) lassen sich emotionale Belastungen schnell und wirksam abbauen. Auch zum Aufbau neuer Energien und zur Leistungssteigerung eignet sich diese Methode. Beides ist im Businessbereich relevant. Hier erfahren Sie, wie die Methode funktioniert und was sie bewirken kann.

Heute eine Kundenpräsentation, in der es um alles geht, morgen das Meeting mit der Geschäftsleitung, übermorgen – trotz Flugangst - die Reise in die USA, und immer wieder zwischendrin Dutzende von Mails und Anrufen bearbeiten. So oder ähnlich sieht bei vielen Führungskräften der berufliche Alltag aus. Dass in der Folge bei immer mehr von ihnen schädigender Stress, Burnout, aber auch Versagensängste ebenfalls zum Alltag gehören, gilt als normal und wird kaum reflektiert.

Doch Stress, Ängste, psychische und körperliche Erschöpfungszustände wirken sich negativ auf die individuelle Leistungsfähigkeit aus, was letztlich auch Folgen für das Unternehmen hat. Mentaltechniken, Antistressseminare oder Yoga etc. sind zwar an sich durchaus probate Wege, um wieder zu sich zu finden. Doch die meisten Führungskräfte bringen nicht die Geduld und Zeit auf, um diese Möglichkeiten zu nutzen. Andererseits, wer es nicht schafft, Stressoren zu bewältigen und negative Energien zu bändigen, gehört sehr schnell zu den Verlierern.

Eine Methode, die jeder selbst jederzeit, ortsungebunden und ohne großen Aufwand nutzen kann, ist die so genannte Emotional Freedom Techniques (EFT).

Stichwort

Die Emotional Freedom Techniques (EFT) ist ein von Gary Craig vor etwa 30 Jahren in den USA entwickeltes Verfahren, das einfach anzuwenden ist und in vielen Fällen schnell und dauerhaft von emotionalen Problemen wie Stress, innerer Unruhe, Ängsten oder Lernblockaden befreit. Die Anwender dieser leicht zu erlernenden Akupressurtechnik gehen davon aus, dass die Ursache negativer Emotionen eine Störung im Energiesystem des Körpers ist. Die Akupressur dient dazu, diese Blockaden aufzuheben.

Diese Methode aus der Energetischen Psychologie verbindet das uralte Wissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) über Lebensenergie, Meridiane (die Kanäle, in denen diese Lebensenergie fließt) und Akupunktur mit neuesten Erkenntnissen aus der modernen Psychologie. In einer festgelegten Reihenfolge werden die Hauptenergie-Meridiane am Kopf, Oberkörper und Hand mit den Fingerspitzen beklopft, um diese Energiebahnen zu stimulieren, während sich der Coachee auf sein Problem konzentriert. Durch das Klopfen können sich diese Probleme verändern oder insgesamt auflösen. Neue Entwicklungen im Bereich EFT zielen auf die Prävention und den Ausbau des individuellen Leistungsvermögens, vor allem im Business- Bereich.

Mit diesem hoch wirksamen Instrument gelingt es, emotionale Belastungen nebenwirkungsfrei aufzulösen. Das ist nicht nur für die eigene Psychohygiene gut, sondern meist auch für die eigene Karriere elementar – zumindest perspektivisch betrachtet. Denn mit EFT bekommen Anwender Stress sowie Ängste in den Griff und können zudem ihre Leistungsfähigkeit steigern, was im Business-Bereich relevant ist.

Beispielsweise kann im Rahmen von Coachingsitzungen gezielt daran gearbeitet werden,

  • wie sich die Wirksamkeit als Führungskraft verbessern lässt,
  • wie man sich selbst motiviert,
  • wie man seine Ziele erreicht und
  • wie man schwierige Verhandlungen, Vorträge oder Präsentationen erfolgreich meistert.

Runter auf „0“

Im Rahmen eines Coachings wird zunächst geklärt, wie hoch die akute Stressbelastung des Coachees ist. Der höchste mögliche Wert auf dieser Stressskala liegt bei 10. Anschließend erfolgt die Einstimmung auf das Problem und die damit verbundenen Emotionen. Dazu formuliert der Klient einen Einstimmungssatz, der auch die Problemstellung enthält, zum Beispiel: „Ich bin vollkommen o.k., auch wenn ich eine lähmende Angst vor Vorträgen und Präsentationen habe!“

Während der Klient diesen Satz laut wiederholend ausspricht, klopft er mit drei Fingerspitzen den Handkantenpunkt (s. Klopfpunktbild). Anschließend werden – wiederum unter Aussprechen des Einstimmungssatzes - die übrigen weiteren energetisierenden Meridianpunkte mit Zeige- und Mittelfinder geklopft. Wichtig: Die Intensität und die Schnelligkeit des Klopfens sollte der Klient als angenehm empfinden.

Die Erfahrungen zeigen, dass meist bereits nach dem ersten Durchgang die empfundene Stressbelastung spürbar sinkt. Um den Coachee aber vollständig von seinen emotionalen Belastungen zu befreien, werden weitere Interventionen genutzt, die zum Beispiel positiv auf die inneren Einstellungen wirken und Glaubenssätze verändern sollen.

Hat der Coachee seine innere Ruhe wiedergefunden, und energetische Blockaden sind erfolgreich aufgelöst worden, kann im Rahmen des Coaching, auch mit anderen Methoden, an seinen Zielen und deren Realisierung gearbeitet werden. Dies führt beispielsweise dazu, dass sich der Coachee für neue Verhandlungsstrategien öffnet, weil seine Sichtweise geweitet werden konnte.

Oft ist es so, dass innere Anspannungen und Ängste dazu führen, starr und nach eingefahrenen Mustern zu handeln. Das Lösen der inneren Verspannung erweitert dann nicht nur den Blickwinkel, sondern eröffnet völlig neue Handlungsmöglichkeiten. Letztlich entstehen somit persönliche und berufliche Chancen, die ohne diese neuen Erkenntnisse nicht vorhanden wären.

Oftmals ist bei Coachees auch feststellbar, dass sich ihre Einstellungen verändert haben: Vorher scheinbar nicht änderbare Belastungssituationen werden fortan als modifizierbar wahrgenommen. Durch das Coaching erhöht sich somit in der Regel die Lebensqualität, die Work-life-Balance und die energetische Power.

Do it yourself

Ein zentraler Vorteil des EFT ist es, dass diese Methode jeder nutzen kann. Mithilfe dieser einfachen Klopf-Übungen kann Stress abgebaut werden und neue Energien gezielt wieder verschafft werden. Am besten geht man dabei so vor:

  1. Thema identifizieren: Zunächst überlegt man, welches Thema/Problem man angehen will. Angenommen es geht um erste Burnoutgefühle. Dann spürt man in sich hinein: Welche Emotionen entstehen dabei? Spürt man die körperlichen Reaktionen? Je genauer die Emotionen benannt werden können, desto effektiver ist die Sitzung. Also: Wie und wo spüren Sie die Burnoutgefühle? Wie wirken sich diese Gefühle körperlich aus? Nun wird das Problem als Kurzaussage formuliert, etwa: „Ich fühle mich leer und ausgebrannt.“
  2. Einstimmung / Setup: Formulieren Sie analog zu diesem Beispiel Ihren persönlichen Einstimmungssatz: „Ich bin vollkommen o.k,, auch wenn ich mich leer und ausgebrannt fühle.“
  3. Skalenwert bestimmen: Jetzt wird die Intensität  der Emotion auf der Punkteskala festgelegt
  • 1 = geringe Belastung
  • 10 = höchste Belastung

Nach den Klopfrunden wird geprüft, ob sich dieser Wert verbessert hat.

  1. Klopfroutine: Während Sie mindestens 3x den Einstimmungssatz  laut sprechen, klopfen Sie gleichzeitig den  Handkantenpunkt (siehe Klopfpunktbild Nr. 10). Dazu klopfen Sie mit drei Fingerspitzen zugleich, um die Fläche sicher abzudecken. Als nächstes klopfen Sie die einzelnen Klopfpunktbilder der Reihe nach, beginnend mit Nr. 1, endend mit Nr. 11. Wichtig dabei ist, dass Sie sich Ihren Emotionen stellen und diese spüren. Nach Abschluss des Durchgangs atmen Sie tief durch und entlassen die negativen Emotionen damit.
  2. Erneute Skalenbewertung: Spüren Sie in sich hinein, wie Sie jetzt die Intensität Ihres Problems wahrnehmen und bewerten.
Klopfpunkte, Fotorecht: Marcus Wiemann

Immer wieder ist zu erleben, dass Coachees vehement versuchen, den Skalenwert schnell auf „0“ zu senken. Dadurch verkrampfen sie sich und blockieren ihre Energie. Besser ist es dann, eine Pause zu machen, das Problem zu überschlafen und sich über die bereits gemachten Fortschritte zu freuen. Bei besonders schwierigen Themen empfiehlt es sich jedoch, zu einem erfahrenen Coach zu gehen.

[Bild: Fotolia.com]


Über den Autor

Christoph Trinkl
Christoph Trinkl

Christoph Trinkl war langjährig in der Geschäftsführung mittelständischer Unternehmen tätig, bevor er sich 1997 als Berater, Coach und Sachverständiger selbstständig machte. Der vielseitige Coach ist Autor der Bücher "Unternehmererfolg-jetzt!" und "Gewinne steigern".

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