Präsentation Alternativen zur Punktaufzählung in Powerpoint

15.01.2009 – Mitarbeiter verbringen viel Zeit damit, in Besprechungen zu sitzen und sich langweilige Powerpoint-Vorträge anzuhören und hässliche Folien anzusehen. Viele schimpfen darüber, aber nur wenig ändert sich. Die Vortragenden scheint es kaum zu kümmern: Sie präsentieren viel Text in Form von Punktaufzählungen statt Kernbotschaften und Bilder. Ziel sollte sein: sein Publikum erreichen und in positiver Erinnerung bleiben.

Aus der Unternehmenskommunikation sind Powerpoint-Präsentationen kaum wegzudenken. Sie helfen in den Unternehmen, Konzepte zu dokumentieren, Pläne vorzustellen oder einfach Informationen weiterzugeben. Im Vertrieb werden den Kunden damit Produkte und Lösungen präsentiert. Powerpoint-Folien sind also ein sehr wichtiges Kommunikationsinstrument, das täglich wahrscheinlich viele Millionen mal eingesetzt wird.

Dennoch geben sich weder die Unternehmen, in Form ihrer Führungskräfte und Personalentwickler, noch die Mitarbeiter als Anwender von Powerpoint besondere Mühe, damit die Wirksamkeit dieses Instruments besser wird. Das zumindest meinen diejenigen, die frustriert, gelangweilt und genervt schlechten Präsentationen zuhören müssen. Und natürlich diejenigen, die sich von Berufs wegen mit der Kunst der Präsentation befassen. Doch trotz der unzähligen Ratgeber hat sich im Unternehmensalltag noch nicht viel getan. Das kann mehrere Gründe haben:

  • Alle machen es sich bequem, scheuen den vermeintlichen Aufwand, neue Wege zu gehen; schließlich sind die anderen auch nicht besser.
  • Mitarbeiter werden – wenn überhaupt – nur in den Softwarefunktionen geschult, nicht aber darin, wie ein Vortrag gestaltet werden sollte, sodass das Publikum aufmerksam zuhört.
  • Moderne Softwareprogramme bieten viele Funktionen und Gimmicks, in denen sich ungeübte Anwender, die kein Designstudium absolviert haben, leicht verheddern.
  • Das Marketing hat viel Geld investiert, um von einer Werbeagentur Powerpoint-Vorlagen gestalten zu lassen (auf jeder Seite das Logo und verwirrende Hintergründe); und jetzt sollen sich gefälligst alle daran halten.
  • In vielen Unternehmen gibt es eine „Powerpoint-Kultur“; wer von der üblichen und meist langweiligen Form der Foliengestaltung abweicht, um sein Publikum wirksamer zu informieren, wird von Kollegen belächelt und von Vorgesetzten misstrauisch beäugt; der Vorwurf lautet dann: Man habe wohl zu viel Zeit, um solche Folien machen.

Beate Strauß von bsPräsentation ist eine Expertin für das Präsentieren mit Powerpoint. Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, woran es vor allem hapert:

„Viele, die Präsentationen halten, sind unzufrieden mit Powerpoint. Sie sind sich bewusst, dass der gewohnte Präsentationsstil keineswegs optimal ist. Doch neue Wege zu beschreiten, braucht Zeit zur Entwicklung und ist mit dem Loslassen gewohnter Abläufe verbunden. Dazu kommt ein Misstrauen gegen ‚neue Modewellen’. Die neue Art des Präsentierens ist aber keine Modeerscheinung, sondern besinnt sich wieder auf die Wirkung eines dramaturgischen Aufbaus und lernpsychologisch fundierter Visualisierungsprinzipien.“

In ihren Seminaren weist Beate Strauß auf die sechs häufigsten Fehler hin, die dazu führen, dass ein Vortrag sein Publikum nicht erreicht oder noch schlimmer: der Vortragende einen schlechten Eindruck hinterlässt und damit sein ganzes Vortragsthema in Misskredit bringt:

  1. Standardpräsentationen: Es werden immer wieder die gleichen Folien herausgekramt, ohne vorher zu klären: Wer hört dieses Mal zu und welche Interessen hat das Publikum?
  2. Zu wenig Emotionen: Im Vordergrund stehen Fakten – möglichst viele und erschöpfend im wahrsten Sinne des Wortes; die Zuhörer werden emotional nicht bewegt.
  3. Zu viel Egozentrik: Der Redner redet über sich und geht zu wenig auf das Publikum ein.
  4. Unverständliche Sprache durch Fachbegriffe, Abkürzungen, komplizierte Worte oder aufgesetztes Denglisch.
  5. Zu viele Informationen und Details, die sowieso kaum jemand nachvollziehen oder behalten kann.
  6. Punktaufzählungen und überfüllte Folien statt Unterhaltung, Verständlichkeit und Anregung.

Wenn jemand ein Thema präsentiert, verfolgt er im Allgemeinen zwei Ziele: Er will informieren und sein Publikum bewegen. Dafür hat jede Präsentation einen Inhalt, aber auch eine „Verpackung“. Beide sind wichtig. Mit dem Begriff Verpackung sind viele Elemente gemeint, die einen Vortrag kennzeichnen. Neben der Person des Vortragenden, seiner Sprache, seinem Auftreten gehört auch die visuelle Gestaltung des Vortrags, der Folien und ihrer Inhalte dazu.

(Powerpoint-Vorträge wird hier unabhängig von einem spezifischen Software-Programm als Oberbegriff für alle Vorträge verwendet, bei denen der Präsentierende nicht nur spricht, sondern Inhalte auch visualisiert und per Beamer oder Overhead-Projektor präsentiert.)

(keine Bewertung)  Artikel bewerten