Diese Situation kennt jeder: Der Chef ruft seinen Mitarbeiter ins Büro und erzählt von neuen Herausforderungen, Plänen und Projekten. Dafür müsse aber erst einmal ein Konzept her. „Machen Sie mal …“ heißt es dann lapidar. Zurück am Arbeitsplatz sitzt der Mitarbeiter über einem leeren Blatt Papier und weiß nicht so recht, wie er es füllen soll.
Konzepte werden in Unternehmen ständig entwickelt, insbesondere dann, wenn neue und unbekannte Aufgaben gelöst werden müssen. Beispiele dafür sind:
- Marketing-Konzepte,
- Konzepte für das Qualitätsmanagement,
- Konzepte für Personalentwicklung und Weiterbildung,
- EDV-Konzepte,
- Konzept für das Sommerfest des Unternehmens.
Konzepte sind meistens die Grundlage und Vorarbeit für wichtige Projekte im Unternehmen. Erst wenn das Konzept klar und schlüssig ist, können Entscheider abschätzen, ob bei einer Realisierung die Chancen die Risiken überwiegen. Sie wollen mit einem Konzept die Zukunft vorausdenken. In einem guten Konzept werden Szenarien entworfen, Lösungswege aufgezeichnet, Nutzenpotenziale sichtbar gemacht und Stolperfallen markiert. Damit sind sie ein Schlüssel für erfolgreiches Projektmanagement.
Zudem sind Konzepte die unmittelbare Verbindung zum Projektstrukturplan. Denn aus ihnen lassen sich die wichtigen Arbeitspakete, die einzelnen Schritte für die Umsetzung und vor allem auch die relevanten Zielgruppen ableiten – und das ist maßgeblich für ein gutes Projektmanagement.
Beim Projektmanagement geht es darum, einen Plan abzuarbeiten (auch wenn der häufig angepasst und revidiert werden muss), die Vorgaben sind also klar. Ganz anders beim Konzept: Hier hat der Konzeptentwickler große Gestaltungsspielräume – und das ist die besondere Herausforderung. Oft weiß der Auftraggeber selbst nicht so genau, was er eigentlich haben will. Sein Auftragnehmer, der Konzeptentwickler, sitzt dann vor dem weißen Blatt Papier und rätselt, wie er es richtig füllen kann, sodass der Auftraggeber am Ende sich wieder findet und zufrieden ist.
Hinweis
Während beim Projektmanagement die Probleme meist am Ende auftauchen, wenn sichtbar wird, dass Termine und Budgets mal wieder nicht eingehalten werden, stehen sie beim Konzeptentwickeln meist am Anfang: Es fällt schwer, klar herauszuarbeiten, worum es eigentlich geht und was Auftraggeber und Zielgruppen erwarten.
Konzeptentwickler brauchen besondere Kompetenzen
Die Kompetenz eines Konzeptentwicklers ist demnach eine andere, als die eines guten Projektleiters oder Projektmitarbeiters. Was sie alle auszeichnet: Sie brauchen kommunikative, soziale und methodische Kompetenzen – die sogenannten Schlüsselkompetenzen oder Soft Skills. Beim Entwickeln von Konzepten kommt es besonders auf diese Fähigkeiten an:
- Zuhören: Der Konzeptentwickler muss erfassen und erfahren, was seinem Auftraggeber und der Zielgruppe beim Konzeptthema wichtig ist.
- Kreativität: Er muss eigene Ideen entwickeln und überzeugende Lösungen finden; die Probleme, um die es dabei geht, sind oft sehr komplex.
- Strukturierung: Er muss eine tragfähige Struktur für sein Konzept erarbeiten und diese sichtbar machen. Dafür muss er die geeigneten Methoden und Werkzeuge parat haben und einsetzen.
- Präsentation: Er muss am Ende sein Konzept präsentieren und verkaufen. Es muss Auftraggeber und Zielgruppen überzeugen. Oft sind es Entscheider aus dem Top-Management (Geschäftsleitung oder Vorstand), denen das Konzept präsentiert wird.
Diese Kompetenzen gehören zu den grundlegenden Fähigkeiten, die jeder Mitarbeiter mitbringen sollte, der konzeptionelle Aufgaben bearbeitet. Sie sind eine wichtige Schlüsselqualifikation.
Hinweis
Mehr zum Thema Schlüsselqualifikationen finden Sie im Management-Handbuch:
Schlüsselqualifikation: Was Sie als Mitarbeiter können müssen
- Büroorganisation
- Entscheidungsfindung
- Gesprächsführung
- IT-Management
- Kommunikationskompetenz
- Kreativität
- Moderation
- Multiprojektmanagement
- Organisationsentwicklung
- Problemlösetechnik
- Projektcontrolling
- Projektkommunikation
- Projektleitung
- Projektplanung
- Präsentation
- Selbstmanagement
- Soziale Kompetenz
- Teamarbeit
- Wissensmanagement
- Zusammenarbeit
