Schlüsselqualifikation Vom leeren Blatt zum überzeugenden Konzept

Teil 4: Konzepte dokumentieren und präsentieren

Ein gutes Konzept wirkt nicht nur durch einen überzeugenden Inhalt, sondern auch durch eine wirkungsvolle Verpackung. Der Konzeptentwickler erstellt ein Produkt, das sein Konzept transportiert. Was der Auftraggeber erwartet, sollte vorab geklärt werden. In einigen Unternehmen ist es üblich, eine Dokumentation zu erstellen. Dafür gibt es dann auch meistens konkrete Vorgaben. Der Konzeptentwickler muss dann einen Text erstellen, was manchen schon sehr schwer fällt, weil sie im Formulieren und Schreiben von längeren Textpassagen ungeübt sind. Den kann und sollte er um Grafiken, Tabellen und Übersichten ergänzen.

Fast immer werden Konzepte präsentiert. Das übliche Werkzeug dafür ist Powerpoint. Wer stattdessen (oder ergänzend) auch einmal Flipcharts einsetzt oder sein Konzept an einem Modell vorstellt, hinterlässt oft einen besonders positiven Eindruck. Eine gute Präsentation ist das A und O, wenn es darum geht, das eigene Konzept zu vermitteln. Die Erfolgsfaktoren für Präsentation und Dokumentation sind:

  • Überzeugende Inhalte, die dem Auftraggeber und der Zielgruppe sichtbar machen, worum es geht. Dazu gehören insbesondere die Aufgabe und Probleme, die Ziele, die Lösungen, Beispiele, Zahlen, Daten und Fakten sowie der Nutzen.
  • Klare Struktur und ein „Roter Faden“, der die Inhalte nachvollziehbar macht und die Zuhörer anspricht. Dazu sollte der Konzeptentwickler mit den Zuhörern Kontakt aufnehmen, gute Argumente und einleuchtende Begründungen vorbringen und sein Publikum am Ende aktivieren.
  • Ansprechende Verpackung: Die Präsentation darf nicht langweilig sein, die Folien sollten professionell gestaltet sein und sich auf die wesentlichen Kernbotschaften beschränken.
  • Geschickte Dramaturgie: Ein packender Einstieg, der alle Zuhörer wach macht und gespannt sein lässt, Geschichten, Metapher und eine klare abschließende Botschaft machen eine Präsentation nachhaltig wirksam.

Tipp

Wenn das Konzept präsentiert werden soll, empfiehlt sich der sogenannte Fünf-Minuten-Pitch. Das dabei zugrunde liegende Raster kann für eine knappe Management-Vorlage genauso genutzt werden, wie für die Präsentation vor Publikum.

Wer dabei vor allem Informationen vermitteln will, kann sich an das folgende Raster halten:

  1. Thema: Nennen Sie den Titel. Spannend wirkt hier, wenn Sie mit einer Frage beginnen.
  2. Bedeutung und Hintergrund: Warum sind die folgenden Informationen wichtig: Nennen Sie ein bis zwei Gründe.
  3. Menü: Sagen Sie kurz, worüber Sie berichten.
  4. Informationsblock 1: Nennen Sie hier die erste wichtige Information und ergänzen Sie diese um ein bis zwei zentrale und wirksame Fakten oder Beispiele.
  5. Informationsblock 2: wie oben; vielleicht ist dies eine Kontrastinformation: Während Abteilung A sagt ... (Informationsblock 1), sieht Abteilung B ... (Informationsblock 2)
  6. Informationsblock 3: wie oben
  7. Fazit: Welche Schlussfolgerung lassen sich aus den Informationen für Sie – und Ihr Publikum – ziehen?
  8. Ausblick: Antwort auf mögliche Fragen zum Thema oder Überleitung zur Diskussion zu Detailinformationen, zu spezifischen Fakten oder zu den nächsten Schritten.

Fazit

Gute Konzeptentwickler zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kreativität und strukturiertes Vorgehen geschickt miteinander kombinieren. Sie wechseln Phasen des Sammelns und der Ideenfindung mit denen der Strukturierung und Aufbereitung immer wieder ab. Kenntnisse und Erfahrungen mit unterschiedlichen Methoden und Werkzeugen sind dabei hilfreich.

Gerade zur Vorbereitung eines Projekts oder zur Planung der Vorgehensweise sind Konzepte eine unabdingbare Voraussetzung. Neben den Projektleiter stellen einige Unternehmen deshalb schon den „Conceptioner“. Er verbindet Intuition mit Ratio, kann Fragen stellen, ist ausdauernd, hat eine schnelle Auffassungsgabe, kann logisch denken und seine Ergebnisse gut verkaufen.

Wer diese Kompetenzen trainiert, hat bald keine Angst mehr vor dem leeren Blatt Papier.

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