Visualisierungstechnik Mit Bildern und Skizzen besser erklären

22.07.2010 – Probleme, Ideen oder Lösungen lassen sich mit Bildern, Grafiken und einfachen Skizzen viel besser sichtbar machen und erklären als mit langatmigen Erläuterungen und Texten. Mit einfachen Elementen wie Rechtecken, Kreisen, Pfeilen oder Strichmännchen kann jeder schnell am Flipchart seinen Kollegen etwas aufzeigen. Wichtig dabei ist, dass er die richtigen Fragen bearbeitet und die Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. So wie Dan Roam.

„Ich male Ihnen das mal auf“, sagt der Vorgesetzte zu seinem Mitarbeiter. Manche Menschen können einen Sachverhalt oder ein Problem wunderbar visualisieren. Auf einem weißen Blatt Papier erstellen sie auf die Schnelle eine Zeichnung und erklären ihrem Mitarbeiter oder Kollegen, warum etwas nicht funktioniert, wie eine Lösung aussehen könnte oder was bei dem Projekt alles zu beachten ist. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, weiß der Volksmund. Und hier wird es sichtbar.

Gleichwohl tun sich viele Menschen schwer, ihre Gedanken in einem Bild zu ordnen. Sie trauen sich nicht. Irgendwo zwischen Kindergarten und Schulabschluss ist ihnen das Selbstvertrauen abhanden gekommen zu malen. Dabei geht es im beruflichen Umfeld gar nicht darum, ein Kunstwerk abzuliefern. Der Zeichner will sich ausschließlich besser verständlich machen, Dinge klar sichtbar machen oder Zusammenhänge aufzeigen. Dann ist alles erlaubt und erwünscht, was diesem Ziel dient.

Der Bestseller-Autor Dan Roam hat mit seinen beiden Büchern „Auf der Serviette erklärt“ (Methode und Arbeitsbuch) gezeigt, wie einfach das sein kann. Und vor allem: Welche großartigen und positiven Effekte jeder damit erzielen kann, wenn er ein Problem visualisiert. Seine erste Botschaft: Jeder kann zeichnen! Aber nicht jeder will zeichnen. Roam unterscheidet drei Typen von Mitarbeitern, die sich in fast jeder Besprechung finden und die er mit einer „Stiftfarbe“ belegt:

  • der schwarze Stift: Er kann es kaum abwarten, ans Flipchart zu gehen und eine Zeichnung anzufertigen, wenn die Diskussion feststeckt und das Team mit der Problemlösung nicht vorankommt. Er muss immer gleich alle Ideen und Beiträge der Teilnehmer visualisieren.
  • der gelbe Stift: Er malt selbst nicht so gerne, schaut den schwarzen Stiften aber aufmerksam zu und bringt zusätzliche Ideen und Einsichten, die den schwarzen Stiften verborgen bleiben. Er zeigt Zusammenhänge und wichtige Faktoren auf, die von anderen nicht gesehen werden. Dazu geht er hin und wieder auch ans Flipchart und ergänzt die Zeichnung.
  • der rote Stift: Er ist skeptisch, ob das überhaupt so stimmt, wie es am Flipchart visualisiert wurde. Das ist ihm viel zu einfach, ein unzulässiges und oft falsches Abbild des komplexen Sachverhalts. Ihm fehlen Zahlen, Daten und Fakten. Entscheidende Punkte wurden seiner Meinung nach übersehen.

Und der „rote Stift“ hat sehr oft recht. Was der schwarze und der gelbe Typ in ihrem Eifer und ihrer Begeisterung ans Flipchart malen, geht am Sachverhalt häufig vorbei. Doch wenn der rote Typ dann vor lauter Ärger selbst aufspringt, am Flipchart die Hälfte durchstreicht und ein neues Bild malt, dann ist das Team der richtigen Lösung schon sehr nahe, weiß Dan Roam aus seiner Erfahrung.

Die Werkzeuge: Stift, Papier und einfache Symbole

Damit solche Prozesse der Problemlösung funktionieren, braucht es die richtigen Werkzeuge für das Visualisieren. Und die sind sehr einfach: Bleistift und Papier. Manche bevorzugen einfache lose Seiten, andere haben ein persönliches Notizbuch. Oder sie entwickeln ihre Bilder – vor allem in Besprechungen – direkt auf dem Flipchart oder einem sogenannten Whiteboard (die moderne Version der alten Schultafel).

Weil die Visualisierungen nur eine Hilfe für unsere eigenen Gedanken und für die Kommunikation mit anderen sein sollen, müssen sie so einfach wie möglich sein. Es geht gerade nicht darum, Kunstwerke zu erstellen, sondern die Grundformen des Skizzierens richtig und schnell einzusetzen. Wenn Sie diese Elemente zeichnen können, können Sie alle Probleme, Ideen, Lösungen oder allgemeine Sachverhalte visualisieren.

Das sind also:

  • einfache Grundformen wie ein Rechteck, Dreieck, Kreis, Quadrat, Balken
  • Linien und Pfeile
  • einfach Gesichter, Strichmännchen und ein paar einfache Gegenstände (wie hier Computer oder Formular)

Mit diesen Elementen können Sie jede Aufgabe, jedes Projekt, jedes Problem visualisieren. Wie Sie aus Buchstaben Wörter und Sätze bilden und damit Ihre Gedanken aufschreiben, so können Sie aus diesen Elementen Ihre Gedanken, Ansichten, Einsichten und Ideen in einem Bild sichtbar machen.

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