Wie diese unterschiedlichen Aspekte präsentiert werden und wie sich ein „Roter Faden“ für die Visualisierung finden lässt – auch dafür hat Dan Roam ein einfaches Schema entwickelt. Es besteht aus fünf Parametern. Wie bei einer technischen Anlage lassen sich diese unterschiedlich einstellen. Maßgeblich dafür ist die eigene Idee, das Ziel, das man selbst verfolgt und die Zielgruppe, der man seine Idee vorstellen und visualisieren will. Roams Kurzform für dieses Modell lautet: SQVID. Es steht für folgende Parameter:
- Simple: Soll die Visualisierung einfach oder ausführlich sein? Geht es darum, nur die allgemeinen, bedeutenden Zusammenhänge aufzuzeigen, oder soll es in Details gehen?
- Quality: Ist Qualität oder Quantität wichtiger? Soll es eher um die Merkmale eines Sachverhalts gehen oder eher um Mengen?
- Vision: Geht es um das Ziel? Wo soll die Reise hingehen? Oder um die einzelnen Schritte dorthin, die Durchführung?
- Individual: Soll der Sachverhalt für sich beschrieben werden? Oder sollen Bezüge zu anderen, vergleichbaren Sachverhalten hergestellt werden (zum Beispiel in Form eines Benchmarkings).
- Delta: Geht es darum, den Wandel in den Vordergrund zu stellen? Oder soll der Status quo, alles bleibt so, wie es ist, betont werden?
Mit diesem Modell zeigen Sie Möglichkeiten auf und machen Lösungen sichtbar. Der Clou: Sie setzen die Schwerpunkte genau so, wie es für Ihre Zielgruppe und Ihre Zuschauer am besten ist. Das bedeutet, die Regler zwischen Einfach und Ausführlich, Qualität und Quantität und so weiter stellen Sie so ein, wie es ihre Zielgruppe erwartet. Die Visualisierung für den Vorstand setzt andere Schwerpunkte (mehr Einfachheit, mehr Vision, mehr Wandel) als für einen Kollegen aus dem Controlling (mehr Details, mehr Zahlen, mehr Durchführung, mehr Vergleiche).
Geschäftsbesprechungen lebendig und spannend gestalten
Im offiziellen Geschäftsleben, bei Besprechungen mit Vorgesetzten oder mit Kollegen aus anderen Abteilungen werden meistens Powerpoint-Präsentationen gehalten: Vorgefertigte Punktaufzählungen, manchmal etwas belebt durch eine Grafik und vielleicht mit vorgefertigten Symbolen, Cliparts und Bildern ergänzt.
Sie können sich leicht von diesem Einheitsbrei abheben, wenn Sie Ihrer Präsentation ein menschliches Gesicht geben und menschliche Bilder malen. Skizzen, Strichmännchen – von Hand gezeichnet. Je menschlicher ein Bild aussieht, desto menschlicher ist die Resonanz, sagt Dan Roam. Wenn Sie Ihre Gedanken, Ideen und Lösungen vor Ihrem Publikum zeichnen, einfach und schlicht, finden das viele sehr spannend. Denn sie haben es noch nie gesehen. Ein wenig Mut gehört dazu. Mit ein wenig Übung fällt es leichter.
Tipp: Zeichnen mit Powerpoint
Wenn Sie Ihre Powerpoint-Präsentation um selbst gezeichnete Elemente ergänzen wollen, oder das Programm als Skizzenbuch verwenden wollen, gehen Sie wie folgt vor:
- Erstellen Sie die übliche Präsentation und speichern Sie diese ab.
- Öffnen Sie dann die Datei im Präsentationsmodus.
- Bewegen Sie den Mauszeiger ein wenig in der linken unteren Ecke.
- Es erscheint ein Stift; wenn sie den anklicken, können Sie die Stiftform und Farbe auswählen.
- Zeichen Sie dann Freihand in Ihre Folien, um etwas darzustellen, zu ergänzen oder hervorzuheben.
- Wenn Sie den Präsentationsmodus ausschalten, fragt Powerpoint, ob Sie diese Skizzen beibehalten wollen.
Quellen
Wer die Möglichkeiten und die besonderen Wirkungen des Skizzierens und des Visualisierens genauer kennen lernen möchte, der sollte dieses Buch unbedingt lesen: Dan Roam: Arbeitsbuch „Auf der Serviette erklärt“. So lösen Sie komplexe Probleme mit einfachen Zeichnungen, 2010.
Zeichnen lernen: Ein kleiner Kurs mit den wichtigsten und einfachsten Regeln von Betsy Streeter:
Eine eher wissenschaftliche Einführung in das Thema „Visualisierung“: Bilder in der technischen Kommunikation:
Wer mehr über die wirksamen Visualisierungstechniken von Dan Roam lernen will, der sollte sich diesen Vortrag ansehen:
Hier ein besonderes Beispiel, wie sich Dinge großartig visualisieren lassen – zugegeben von einem Profi:
- Besprechung
- Entscheidungsfindung
- Fragetechnik
- Ideenmanagement
- Kommunikationskompetenz
- Kommunikationsmanagement
- Konfliktmanagement
- Kreativität
- Mitarbeitergespräch
- Rede halten
- Rhetorik
- Schlüsselqualifikation
- Selbstmanagement
- Selbstmarketing
- Teamarbeit
- Telefonieren
- Verhandlungstechnik
- Vortrag
- Weiterbildung
- Zusammenarbeit