AgilitätWie Mittelständler von agilen Methoden profitieren können

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Agile Methoden sind für mittelständische Strukturen oft nicht geeignet. Helfen kann ein Mix aus klassischem und agilem Projektmanagement.
erschienen: 02.11.2015
Schlagwörter: Projektmanagement
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Gerade der Mittelstand steht unter großem Anpassungsdruck. Die Konkurrenz wächst, der Wettbewerb wird härter, alles soll immer schneller und billiger werden. Um unter diesen Umständen überleben oder gar wachsen zu können, müssen Unternehmen dem Wettbewerb vorauseilen, Innovationen und neue Produkte immer schneller verkaufsreif sein. Und wenn sich die Anforderungen des Marktes drehen, gilt es, wendig zu sein und flink zu reagieren. Viele Unternehmen im Mittelstand setzen daher auf die agile Welle – und werden dabei nicht selten von ihr überrollt.

Gerade in Europa fokussiert sich der Mittelstand derzeit immer stärker auf die Einführung agiler Methoden. Ursprünglich aus der Softwareentwicklung entstanden, setzt sich agiles Management überall erstaunlich schnell durch. Agiles Management beschränkt den Work in Process (WIP) auf die Ebene von Teams. Durch diese Beschränkung steigt der Durchsatz im Team – schnelle Erfolge stellen sich ein. Diese positive Erfahrung führt dazu, dass der Mittelstand weiter verstärkt auf Agilität setzt. Doch Agilität, wie sie derzeit bekannt ist, kann auch mit einigen Nachteilen für den Großteil der Unternehmen verbunden sein.

StichwortAgiles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement umfasst unterschiedliche Methoden, die vor allem auf Flexibilität und Anpassung setzen. Statt ausführlicher und umfangreicher Planung zu Beginn eines Projekts werden das adaptive Planen sowie die schnelle Abstimmung im Team unterstützt. Agiles Projektmanagement hat insbesondere bei der Softwareentwicklung an Bedeutung gewonnen.

Wo agile Methoden nicht funktionieren

Klassische agile Methoden eignen sich gut für den Bereich Softwareentwicklung, wo in kleinen Teams gearbeitet wird. Arbeitet ein Unternehmen jedoch mit Zulieferern an mehreren Standorten oder entwickelt plattformbasiert, kann Agilität in ihrer ursprünglichen Form keine Wirkung entfalten.

Darüber hinaus können agile Methoden Terminzusagen – das A und O bei der Bearbeitung von Projekten – nicht garantieren. Eine weitere bekannte Hürde ist die Skalierung agilen Managements: So funktioniert die Anwendung in einem Team und an einem Standort meist problemlos. Die Übertragung auf zwei oder mehrere Teams hingegen scheitert. Ebenso eignen sich agile Methoden nicht oder nur unzureichend für ein Multiprojektmanagement. Die typischen Merkmale mittelständischer Unternehmen werden letztlich nicht bedient.

Das Problem von Agilität in mehreren Teams

Nehmen wir an, ein Mittelständler führt – trotz der genannten Einwände – agile Methoden zunächst in einem einzelnen Team ein. Es läuft alles nach Plan und die Führungsriege freut sich über schnelle Erfolge. In der Folge beschließt sie im Interesse des Performance-Gewinns, die agilen Methoden auf alle Teams zu übertragen. Das Problem dabei: Bei der Einführung von Agilität im Pilot-Team liegt die gesamte Aufmerksamkeit auf der Integrationsphase. Bei der Übertragung auf ein zweites Team lässt diese Konzentration bereits nach. Beim dritten und allen weiteren folgenden Teams geht der Plan der Skalierung nicht mehr auf – der Erfolg bleibt aus. Mittelständler, die auf die agile Welle aufspringen, gehen das hohe Risiko ein, früher oder später Schiffbruch zu erleiden.

Critical Chain Management als Rahmen nutzen

Setzen mittelständische Unternehmen jedoch auf angepasste Standards und Abläufe, brauchen sie auf agiles Management nicht zu verzichten. Nutzen sie bekannte Ansätze aus dem Critical Chain Project Management (CCPM), können sie schnell und wendig agieren und reagieren.

Die Anwendung von CCPM und angepasster agiler Methoden bringt Mittelständlern dauerhafte Vorteile, während die Nachteile des klassischen agilen Managements ausgeklammert werden. Dauerhaft umsetzbar ist Agilität also nur mit einem Konzept, das über die Grundsätze der klassischen agilen Methoden hinausgeht. Nicht gesteigerte Komplexität oder bloße Methodenlehre, sondern angepasste Mechanismen verhelfen dem Mittelstand kurz, mittel- und langfristig zu mehr Dynamik und Wachstum im globalisierten Markt.

Mix aus klassischem und agilem Projektmanagement

Wichtig beim Adaptieren agiler Methoden in die Projektstrukturen mittelständischer Unternehmen ist der Mix aus agilem und klassischem Projektmanagement. Elemente des klassischen Projektmanagements bieten Sicherheit und bilden etablierte wichtige Strukturen. Agile Methoden hingegen finden nur in wenigen passenden Bereichen Anwendung. Agilität wird an diesen Punkten beispielsweise durch kurze Iterationen, schnelle Releases und Feedback erreicht.

Die Hybridlösung aus agilem und klassischem Projektmanagement liefert Mittelständlern die gewünschte Agilität ohne das Risiko, von der agilen Welle überrollt zu werden.

Erfolgsfaktoren für den Einstieg in Agilität

  • Critical Chain Management als Rahmenwerk nutzen.
  • Agile Methoden zunächst vorsichtig auswählen, und nur dort, wo der Engpass nicht belastet wird.
  • Kombination aus Critical Chain Project Management (CCPM) und agilem Projektmanagement nutzen.
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Über den Autor
Wolfram Müller

Wolfram Müller ist Director of Customer Success (Sales) bei der VISTEM GmbH & Co. KG. Neben der Gründung und Leitung des Geschäftsbereichs "Speed4Projects" ist er verantwortlich für die Integration agiler Projektmanagement-Methoden unter Nutzung von Critical Chain auf der systemischen Seite sowie Softwareseite.

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