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ArbeitgeberwahlFrauen achten auf andere Kriterien als Männer

Unternehmen müssen Geschlecht und Studienhintergrund beim Werben um Toptalente stärker berücksichtigen.
erschienen: 25.08.2010

Viele Kriterien bei der Arbeitgeberwahl sind für Männer und Frauen ähnlich, doch variieren auch einige Faktoren. Topstudentinnen wollen sich danach weitaus mehr mit ihren künftigen Kollegen und Kolleginnen identifizieren, als dies bei männlichen High Potentials der Fall ist. Darüber hinaus achten Frauen mehr als Männer darauf, dass ihr künftiger Arbeitgeber aktiv seine Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt wahrnimmt. Männliche High Potentials hingegen legen im Vergleich zu Frauen mehr Wert auf ihre Chancen am Arbeitsmarkt, die Höhe des Einstiegsgehalts, die Attraktivität des Firmenstandorts und den internationalen Charakter ihres Wunscharbeitgebers.

"Arbeitgeber müssen sich im Wettbewerb um Toptalente viel mehr als bisher auf deren Bedürfnisse einstellen",

sagt Nelson Killius, Partner im Münchner Büro von McKinsey, zu den Umfrageergebnissen.

Studienfach beeinflusst die Wahl des Arbeitgebers

Neben dem Geschlecht hat zudem auch noch der Studienhintergrund der befragten Frauen und Männer erheblichen Einfluss auf die Kriterien für die Wahl des Arbeitgebers. Die Umfrage zeigt: Wer Wirtschaftswissenschaften, Mathematik oder Physik studiert, legt im Vergleich zu Studierenden anderer Fachrichtungen mehr Wert auf Aufstiegsmöglichkeiten; Ingenieure, Biologen und Chemiker hingegen erwarten vor allem Innovationsstärke. Geisteswissenschaftler wiederum werten kollegiale Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme als besonders wichtig.

In einigen Punkten sind sich weibliche und männliche High Potentials aber studienübergreifend weitgehend einig: Spaß an der Arbeit ist die Grundvoraussetzung für die Bewerbung, ebenso wie die Begeisterung für das Produkt oder die Dienstleistung des Arbeitgebers. Kriterien wie Arbeitsplatzsicherheit und eine ausgewogene Work-Life-Balance sind von minderer Bedeutung für Toptalente. Sie rangieren bei den Befragten auf den hintersten Plätzen bei den Kriterien, die für die Wahl eines Arbeitgebers letztlich ausschlaggebend sind.

Wissenschafltiche Laufbahn von vielen angestrebt

Insgesamt bleibt eine wissenschaftliche Laufbahn der Umfrage zufolge das bevorzugte Arbeitsfeld der High Potentials. Doch auch hier zeigen sich je nach Studienrichtung erhebliche Unterschiede. Während fast jeder dritte Mathematiker, Physiker und Informatiker und jeder fünfte Mediziner in der Wissenschaft arbeiten möchte, strebt dies bei den Ingenieuren nur jeder Zehnte an. Geringstes Interesse an der Wissenschaft haben die Wirtschaftswissenschaftler, von denen nur 7,4 Prozent angeben, am liebsten akademisch arbeiten zu wollen. Studienfachübergreifend folgen in der Gesamtskala der beliebtesten Branchen nach der Wissenschaft die Unternehmensberatung, die Automobil-, und die Elektro- und Technologieindustrie.

Im Internet auf Jobsuche

"Bevorzugte Informationsquelle der Studierenden bei der Jobsuche bleibt das Internet. Unternehmen sollten dies noch mehr bei der Gestaltung ihres Webauftritts berücksichtigen",

empfiehlt McKinsey-Berater Killius. Am häufigsten nutzen die Befragten Firmenwebsites und Onlinekarriereportale, um sich zu informieren. Von großer Bedeutung bleiben aber auch der Austausch mit Freunden und Familie sowie die persönlichen Erfahrungen im Rahmen eines Praktikums. 

Zur Umfrage

In der Umfrage "Most Wanted – die Arbeitgeberstudie" äußerten sich mehr als 4.300 e-fellows.net-Stipendiaten aller Fachrichtungen zu ihren Berufswünschen sowie zu den Kriterien für die Wahl ihres Wunscharbeitgebers.

[Quelle: McKinsey & Company; Bild: arrow - Fotolia.com]

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