ArbeitszeitPflichten von Mitarbeitern bei Flugausfällen

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Wenn starke Schneefälle den Flugverkehr behindern, können Mitarbeiter mitunter nicht rechtzeitig an den Arbeitsplatz zurückkehren. Welche Pflichten haben sie in einem solchen Fall?
erschienen: 30.12.2014
Schlagwörter: Arbeitsrecht
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Mitarbeiter müssen Arbeitgeber informieren

Sitzen Mitarbeiter, die sich im Urlaub befinden, wegen Schneefalls auf einem Flughafen fest, sollten sie ihren Arbeitgeber sofort über diesen Zustand informieren. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber durch die Berichterstattung in den Medien von dem Wetterereignis Kenntnis nehmen kann und damit rechnen muss, dass ein Teil seiner Belegschaft festsitzt.

Arbeitgeber darf nicht abmahnen oder kündigen

Fallen Flüge aufgrund höherer Gewalt wie etwa Unwetter aus, dürfen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter weder abmahnen noch ihnen kündigen. Grund: Eine Abmahnung setzt immer eigenes Verschulden des Mitarbeiters voraus, was in Fällen höherer Gewalt ausgeschlossen ist. Der Mitarbeiter hat die Fehlzeit nicht selbst zu verantworten.

Tipp

Auch wenn Mitarbeiter aufgrund eines Unwetters einen Flug vorsorglich stornieren, auf ein Ersatzverkehrsmittel umsteigen und sich am Flugtag herausstellt, dass die Maschine doch fliegen kann, können sie vom Arbeitgeber nicht abgemahnt oder gekündigt werden.

Fehltage werden grundsätzlich nicht vergütet

Die aufgrund eingeschränkten Flugverkehrs oder eines Flugverbots angefallenen Fehltage müssen Arbeitgeber nicht bezahlen. Weil der Arbeitnehmer in einem solchen Fall von seiner Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung befreit ist, muss im Umkehrschluss auch der Arbeitgeber keinen Lohn zahlen. Hier kommt der Grundsatz „kein Lohn ohne Arbeit“ zum tragen.

Tipp

Wollen Mitarbeiter vermeiden, dass sie für nicht verschuldete Fehlzeiten keinen Lohn erhalten, sollten sie mit ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung treffen und sich eventuelle Urlaubstage anrechnen lassen oder Überstunden abbauen.

Reisekostenrichtlinie beachten

Auch Mitarbeiter, die sich auf Geschäftsreise befinden, sollten ihren Arbeitgeber unverzüglich über ihre verspätete Rückkehr informieren. Dies gilt vor allem dann, wenn sie die Rückreise selbst organisieren und dafür alternative Verkehrsmittel wie etwa Mietwagen oder Taxi nutzen. Hintergrund: Der Arbeitgeber entscheidet über die Wahl des Verkehrsmittels und über die dafür aufzuwendenden Kosten.

Experten raten: Können Mitarbeiter auf Geschäftsreise ihren Arbeitgeber nicht erreichen, sollten sie streng nach der Reisekostenrichtlinie verfahren. Grund: Mitarbeiter können, rechtlich gesehen, nicht erwarten, dass ihr Arbeitgeber automatisch eine teurere Fahrtkostenrechnung erstattet.

Über den Autor
David Wolf

David Wolf ist Redakteur bei business-wissen.de. Er betreut die externen Autoren, verantwortet die Themenplanung, erstellt den wöchentlichen Newsletter und managt den Auftritt von business-wissen.de in den sozialen Medien.

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