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Attraktivität, Image und Marke als Arbeitgeber messen und aufbauen

Wie bekommen Unternehmen qualifiziertes Personal? Indem sie als Arbeitgeber attraktiv sind. Fünf Schritte, wie sie das schaffen.
erschienen: 11.08.2011

Ob Mensch oder Organisation: Wer auf irgendeine Art und Weise attraktiver ist als andere, hat es leichter, den passenden Partner zu finden. Gerade im Unternehmensbereich zeigen das zahlreiche Studien. Denn der demografische Wandel bringt es mit sich, dass gute Mitarbeiter zum kritischen Erfolgsfaktor werden. Erfolgreich sind Unternehmen folglich nur dann, wenn sie motiviertes und qualifiziertes Personal haben, halten und gewinnen. Hierzu ein paar Fakten:

  • Emotional stark gebundene Mitarbeiter erhöhen die Kundenbindung und das operative Ergebnis um 19 Prozent. Quelle: Deutsche Employer Branding Akademie
  • 66 Prozent aller Mitarbeiter haben eine geringe Bindung an das Unternehmen, 87 Prozent fühlen sich ihrer Arbeit nicht wirklich verpflichtet. Quelle: Gallup-Studie 2010
  • Unerwünschte Fluktuation bei Spezialisten oder Führungskräften belaufen sich auf 125.000 bis 250.000 Euro je Mitarbeiter. Quelle: Prognos für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Attraktivität als Arbeitgeber messen

Weil der „War for Talents“ bereits in vollem Gange ist, suchen sich die „guten“ Mitarbeiter ihre Arbeitgeber genau aus. Ein positives Arbeitgeberimage, eine gute Vermarktung und eine starke Mitarbeiterfokussierung werden somit künftig entscheidende Recruitingvorteile sein. Aber: Eine hohe Arbeitgeberattraktivität ist ein Wettbewerbsvorteil und lässt sich nicht mal eben so erreichen.

Um eine maßgeschneiderte Employer-Bran­ding-Strategie entwickeln zu können, müssen Unternehmen zunächst die aktuelle Außen- und Innenwirkung auf den Prüfstand stellen. Mitarbeiter-, Lieferanten- und Kundenbefragungen sowie Medienpräsenz, auch auf Plattformen im Internet, liefern wertvollen Input. Auf Basis einer groben Ist-Analyse lässst sich dann eine Employer-Branding-Strategie ableiten, die den Rahmen für konkrete Maßnahmen liefert. Typische Messkriterien sind zum Beispiel:

  • Image des Unternehmens
  • Familienfreundlichkeit
  • Produkte beziehungsweise Services
  • Arbeit an sich
  • Führungskultur
  • Standorte
  • Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Sozial- und Nebenleistungen
  • Personalpolitik und -management
  • Work-Life-Balance
  • Aufstiegschancen
  • Betriebsklima
  • Vergütung
  • Finanzielle Situation des Unternehmens

Unternehmensspezifisch gilt es, die relevanten Kriterien zu identifizieren, zu messen beziehungsweise abschätzen zu lassen und zu priorisieren. Eine hohe Bedeutung oder schlechte Bewertung zeigen dann Handlungsfelder auf.

In fünf Schritten zur starken Arbeitgebermarke

  1. Analyse der Ist-Situation im Unternehmen hinsichtlich der Innen- und Außenwirkung unter unternehmensspezifischer Berücksichtigung der relevanten Attraktivitätskriterien.
  2. Ableitung einer Employer-Branding-Strategie unter Fokussierung auf die Bereiche mit dem größten Nutzenpotenzial im Unternehmen.
  3. Erarbeitung von Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität mit Umsetzungsmöglichkeiten und Priorisierung unter Beteiligung aller betroffenen Unternehmenseinheiten.
  4. Erarbeitung einer konkreten Vorgehensplanung inklusive To-Do-Liste und Verantwortlichen.
  5. Evaluierung der gesteigerten Arbeitgeberattraktivität nach rund einem Jahr.
Über den Autor
Jürgen T. Knauf

Jürgen T. Knauf ist Head of Strategy- and Management-Consulting. Seine Schwerpunkte liegen bei SWOT-Analysen, Kunden- und Mitarbeiterbefragung, Benchmarking, Organisations- und Prozessentwicklung, Strategien, Unternehmensentwicklung, Marketing/Sales, H2B-Strategie und Gesundheitsmanagement.

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