BoreoutUnterforderung am Arbeitsplatz

Unterforderung und Langeweile bei der Arbeit können krank machen. Die Ursachen sind fehlende oder falsche Aufgaben.
erschienen: 26.08.2014
Schlagwörter: Arbeitsgestaltung, Karriere

Einfache und anspruchslose Aufgaben kommen im Arbeitsalltag immer wieder vor. Zu Boreout kann es kommen, wenn die Unterforderung überwiegt und über einen längeren Zeitraum anhält. Der Arbeitnehmer verliert die Motivation und das Nichtstun wird zur Belastung.

StichwortBoreout-Syndrom

Als Boreout-Syndrom wird der Zustand bezeichnet, aufgrund ungenügender Arbeitsauslastung bei der Arbeit unmotiviert zu sein.

Boreout ist keine Krankheit, die Betroffenen leiden dennoch unter den Symptomen. Boreout-Mitarbeiter wollen nicht negativ auffallen und versuchen trotz fehlender oder stupider Aufgaben ausgelastet zu wirken. Die Angst entlarvt zu werden verursacht Stress, der  zu psychischen und physischen Problemen führen kann.

Symptome von Boreout

Die Ursache von Boreout ist die permanente Unterforderung bei der Arbeit. Wenn der Mitarbeiter sich ständig langweilt, das Interesse an der Arbeit verliert und unter diesem Zustand leidet, liegt Boreout vor. Folgende Symptome sind typisch für Boreout:

Unterforderung

Ein Mitarbeiter kann unterfordert sein, wenn er zu wenig zu tun hat (quantitative Unterforderung). Zur Unterforderung kann es auch kommen, wenn die Arbeit für die Fähigkeiten des Mitarbeiters zu einfach und anspruchslos ist oder der Mitarbeiter keine Verantwortung bekommt, etwas zu gestalten oder zu verändern (qualitative Unterforderung). In beiden Fällen könnte er aufgrund seiner Fähigkeiten mehr leisten, doch das Unternehmen bietet dazu keine Möglichkeit. Der unterforderte Mitarbeiter ist unzufrieden und fühlt sich nutzlos, da er seine Fähigkeiten gerne einsetzen würde.

Desinteresse

Ein weiteres Symptom ist Desinteresse. Hierbei besteht Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit und dem Arbeitgeber. Dieses Gefühl wird von der Frage nach der Sinnhaftigkeit der Arbeit begleitet. Der Mitarbeiter kann nicht verstehen, wie Kollegen oder der Chef die Arbeit spannend oder faszinierend finden können. Es kostet ihn sehr viel Überwindung, eine aus seiner Sicht sinnlose Arbeit zu erfüllen.

Langeweile

Schließlich gehört auch Langeweile zum Boreout-Syndrom. Diese wird hervorgerufen durch die quantitative Unterforderung. Wenn zu wenig Arbeit da ist oder ein Kollege schon alles erledigt hat, vergeht die Zeit nicht und man langweilt sich. Der Arbeitnehmer weiß nicht, was er tun soll und ist ratlos, manchmal sogar verzweifelt.

Äußerungen von Boreout-Betroffenen in Foren

  • „Ich sitze von morgens bis abends primär hier und warte, dass man mir mal ein „Aufgäbelchen“ gibt. Mir schlägt es sehr schlimm auf den Magen.“
  • „Aber ich will unbedingt arbeiten und finde es schrecklich, dass mich die meiste Zeit nur irgendwie mit Blödsinn beschäftige.“
  • „Ganz ehrlich: Eigentlich ist mein Arbeitsplatz voll überflüssig.“
  • „Meine Arbeit habe ich meistens in 2 Stunden hinter mich gebracht und dann muss ich zusehen, was ich mit den restlichen 6 Stunden anfange.“

Strategien betroffener Mitarbeiter

Für die Betroffenen ist es oft beschämend, nichts zu tun zu haben. Arbeitnehmer, die an Boreout leiden, wollen meist nicht, dass ihre Untätigkeit vom Arbeitgeber oder von Kollegen entdeckt wird. Je länger der Zustand des Nichts-Tuns andauert, desto schwieriger wird es für den Arbeitnehmer, den Vorgesetzten auf das Problem anzusprechen. Denn der Vorgesetzte wird wissen wollen, was der Angestellte die ganze Zeit gemacht hat. Es gibt mehrere Strategien, die Betroffene anwenden, damit von ihrer Untätigkeit niemand etwas mitbekommt:

  • So tun, als sei man ausgelastet; stattdessen wird Privates erledigt. Sobald man von Anderen beobachtet wird, wendet man sich der Arbeit zu.
  • Zu erledigende Aufgaben in die Länge ziehen und sich für einfache Aufgaben unnötig viel Zeit lassen.
  • Verbundenheit mit dem Unternehmen demonstrieren und den Eindruck erwecken, sehr viel zu tun zu haben; typische Verhaltensweisen: Früh zur Arbeit kommen und spät nach Hause gehen oder sich Arbeit mit nach Hause nehmen.

Äußerungen von Boreout-Betroffenen in Foren

  • „Natürlich muss ich dabei immer schön beschäftigt aussehen. Man will ja nicht den eigenen Job gefährden. Ich habe schon Strategien entwickelt, z.B. immer eine unbearbeitete Aufgabe "auf Lager" zu halten, damit ich was zu tun hab, wenn es drauf ankommt.“
  • „Ich sitze leider auch noch so, dass mir jeder auf den Bildschirm sehen kann. Darum fange ich morgens später an, damit ich nachmittags dann mit Facebook noch die Stunden auffüllen kann.“
  • „Ich arbeite Vollzeit, 40 Stunden die Woche. Arbeit habe ich durchschnittlich 1 Woche im Monat. Den Rest sitze ich einfach nur ab. Ich surfe im Internet, ziehe jede Arbeit ewig hinaus. Mach manche Sachen doppelt und dreifach.“

Verhalten von Boreout-Betroffenen

Von Boreout betroffene Mitarbeiter versuchen sich wie viel beschäftigte Kollegen zu verhalten. Bestimmte Verhaltensweisen können Anzeichen für Boreout sein:

  • Verdecken des Bildschirms
  • Häufige Besuche der Nachbarbüros zum Unterhalten
  • Häufige Raucherpausen
  • Geringe Aktivität in Besprechungen oder Workshops
  • Kein Interesse an Fortbildungen
  • Fehlendes Streben nach Aufstiegsmöglichkeiten
  • Kein Interesse an Kundenbelangen
  • Hohe Anzahl an Krankheitstagen
  • Keine Verbesserungsvorschläge
Über die Autorin
Alexandra Neidhardt
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