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BurnoutVorgesetzte können psychische Belastung der Mitarbeiter reduzieren

Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter bei der Arbeit sozial unterstützen, sinkt das Burnout-Risiko in den Unternehmen erheblich.
erschienen: 19.05.2010

Dass Vorgesetzte dazu beitragen können, Burnout zu verringern, zeigt erstmals eine Langzeitstudie des schweizer Instituts "sciencetransfer" in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung. Bereits eine um 20 Prozent intensivere Unterstützung seitens der Führungskräfte führt zu 10 Prozent weniger Burnout bedingten Erkrankungen. Ein derartiger Wert gilt arbeitsmedizinisch als deutliche Verbesserung.

Die Unterstützung könne einerseits instrumentell durch Arbeitsmittel, Tipps und Arbeitsentlastung, andererseits emotional durch Zuspruch, Trost, Motivation und Zuhören erfolgen, wie die Wissenschaftler des Instituts feststellten. Daher müsse sozial unterstützendes Verhalten zu einer ständigen Führungsaufgabe werden.

In Deutschland entstehen durch arbeitsbedingte psychische Belastungen, nach einer 2009 erstellten Studie der Betriebskrankenkassen, volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Dabei entfallen etwa 3 Milliarden Euro auf die Krankheitsbehandlung und 3,3 Milliarden Euro auf den Produktionsausfall. Die Verringerung der durch Burnout bedingten Erkrankungen um 10 Prozent könnte demnach zu Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro jährlich führen. Projektmanager Detlef Hollmann von der Bertelsmann Stiftung sagt:

„Das sozial unterstützende Verhalten von Vorgesetzten muss zum festen Teil einer modernen Personalpolitik werden. Wer qualifizierte Fachkräfte halten und den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens sichern will, wird die Burnout-Raten im Betrieb deutlich senken müssen.“

Die schweizer Wissenschaftler bewerten soziale Unterstützung als gesundheitswirksame und erlernbare Führungsmethode für Vorgesetzte. Sie reduziert Belastungen der Mitarbeiter und beugt damit Arbeitsausfällen vor.

Zur Studie

Die Messungen zur Studie wurden in den Jahren 2006 bis 2009 jährlich mit 120 Teilnehmern durchgeführt. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 39 Jahre alt, davon 67 Prozent männlich.

[Quelle: Bertelsmann Stiftung; Bild: Fotolia.com]