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ExistenzgründungFrauen gründen seltener Unternehmen als Männer

Ingesamt haben in diesem Jahr 797.000 Personen ein Unternehmen gegründet, lediglich 41 Prozent davon waren Frauen. Gründe liegen in der kritischeren Beurteilung der eigenen Fähigkeiten und des Unternehmertums. Dies bestätigt der aktuelle KfW-Gründungsmonitor.
erschienen: 17.07.2009

Gründerinnen unterscheiden sich von Gründern kaum in ihren Persönlichkeits- und soziodemografischen Eigenschaften, die die Entscheidung zur Selbständigkeit bestimmen: Sie sind ähnlich gut ausgebildet und weisen jeweils einen höheren Bildungsgrad auf als Nichtgründer/innen. Sowohl Gründer als auch Gründerinnen kennzeichnen

  • eine höhere Risikobereitschaft,
  • Innovationsfreudigkeit und Kreativität,
  • ein stärkeres Streben nach Selbstverwirklichung sowie
  • eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit und
  • Überzeugungskraft.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, sagt:

"Der unternehmerische 'Gründertyp', ob männlich oder weiblich, glaubt deutlich stärker als ein Nichtgründer daran, dass der persönliche Erfolg durch das eigene Handeln kontrolliert werden kann."

Ein deutlicher Unterschied zwischen Gründern und Gründerinnen zeigt sich hingegen, wenn die Befragten das Gründungsumfeld und das Ansehen eines Unternehmers in der Gesellschaft beurteilen. Männer schätzen das Gründungsumfeld generell signifikant positiver ein und messen dem Unternehmerprestige einen höheren Wert bei.

Betrachtet man die Gruppe der nicht gründenden Frauen, so fällt auf, dass insbesondere hier deutliche Zweifel bestehen, was die Attraktivität einer Selbständigkeit oder die eigene Befähigung zum Unternehmertum angeht. Männer beurteilen diese Punkte in der Regel weit weniger kritisch. Dr. Irsch sagt:

"Diese besonderen Einstellungen halten Frauen häufiger als Männer davon ab, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen."

Gilt es also, so das Fazit der Studie, das Gründungsgeschehen durch eine Erhöhung der Zahl der Gründerinnen zu beleben, reicht es angesichts der vorliegenden Ergebnisse nicht aus, an Merkmalen wie einer höheren formalen Qualifikation von Frauen anzusetzen. Dr. Irsch meint:

"Um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten von Frauen zu stärken und die Einstellungen zur Attraktivität der Selbständigkeit zu verbessern, werden gezielte Informations- und Beratungsangebote benötigt, die über die Chancen der Selbstständigkeit aufklären und realistische Einschätzungen fördern. Zudem hat Deutschland im Hinblick auf das allgemeine gesellschaftliche Gründungsklima im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf. Wenn es uns gelingt, dieses zu verbessern, werden mehr Frauen und auch mehr Männer den Mut und das Selbstvertrauen finden, ihre Gründungsideen zu verwirklichen."

[po; Quelle: KfW Bankengruppe; Bild: Fotolia.com]

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