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Faule MitarbeiterTrittbrettfahrer und Drückeberger im Team

Nicht jeder Vorgesetzte erkennt es, wenn er einen Trittbrettfahrer, Drückeberger oder Schmarotzer in seinem Team hat. Doch die Kollegen merken sofort, wenn sich einer durch die Arbeitswoche schummelt.
erschienen: 04.05.2010
Schlagwörter: Motivieren, Teamarbeit, Führung
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Rodd Wagner und James K. Harter vom Gallup Institut haben über viele Jahre hinweg untersucht, wie sich das Engagement der Mitarbeiter verändert, wenn sie einen Drückeberger im Team haben. Die Folgen sind: Die Stimmung sinkt in den Keller, die Mitarbeiter sind demotiviert und weniger engagiert, die Leistung sinkt, Kunden werden nicht mehr richtig betreut, Mitarbeiter verlassen das Team, die Kosten steigen.

Tipps zur Vorbeugung

Besonders kritisch wird die Situation dann, wenn die Kollegen meinen, dass der Vorgesetzte nichts gegen den Drückeberger unternimmt. Sie erwarten von ihm schnelles Handeln und Durchgreifen. Um einer solchen Situation vorzubeugen, geben die Experten von Gallup drei Ratschläge:

  • Gehen Sie davon aus, dass fast alle Mitarbeiter kooperativ sind. Wenn sie neu in das Unternehmen kommen, sind sie durchaus bereit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einzubringen. Diese Einstellung behalten sie bei, wenn sie merken, dass dies die Norm im Team ist.
  • Wenn jemand nicht zur Leistung des Teams beiträgt, muss er angemahnt oder zur Rede gestellt werden. Ansonsten wird er sich immer mehr vor der Arbeit drücken. Und die Kollegen, die das merken, werden nach und nach genauso handeln. Ein gefährlicher Teufelskreis.
  • Einige Kollegen werden bestrebt sein, Drückeberger zu bestrafen, um das eigentliche Ziel des Teams hochzuhalten. Damit binden sie aber einen guten Teil ihrer Arbeitszeit; auch hier geht Leistung für das Team verloren. Deshalb müssen Vorgesetzte auch hier gleich eingreifen und dies unterbinden.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Arbeit gleichmäßig verteilt wird. Wenn einige Mitarbeiter deutlich weniger zu tun haben als andere, können sich die gleichen Effekte auf die Motivation ergeben. Vorgesetzte sollten immer offene Augen und Ohren haben, sie sollten ihre Mitarbeiter fragen, ob es einen Drückeberger gibt. Oft erkennen sie ihn nicht selbst. Sie sollten neue Mitarbeiter genau beobachten. Wenn sie die besonders leistungsbereiten fördern, setzen sie ein Zeichen für alle anderen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in dem Beitrag von Rodd Wagner und James K. Harter in Harvard Management Update.

[jf, po; Bild: stock4you - Fotolia.com]

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