FinanzierungFlexible Modelle zur Anlagenfinanzierung

Retrofit, Trade In und Energy-Performance-Contracting. Drei Instrumente zur Anlagenfinanzierung, die den klassischen Bankkredit überflüssig machen.
erschienen: 03.02.2015
Schlagwörter: Finanzierung, Finanzplanung
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Viele kleinere und mittelständische Industrieunternehmen müssen heute in moderne und effiziente Technologien investieren, um im internationalen Kontext wettbewerbsfähig zu bleiben. Moderne Technologien ermöglichen eine gesteigerte Produktivität und können die anfallenden Energiekosten eines Betriebs maßgeblich verbessern. Doch die Mittel für neue Investitionen sind oft knapp.

Entsprechend gefragt sind flexible Finanzierungsmodelle, die zum Beispiel kalkulierbare Zahlungen über die Vertragsdauer hinweg erlauben und hinsichtlich Laufzeit, Frequenz und Höhe der Zahlungen an die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens angepasst werden können. Auch Upgrades und Wartung können bereits in den regelmäßigen Raten enthalten sein. Dies erlaubt Planungssicherheit sowie Flexibilität und führt langfristig zu mehr Wirtschaftlichkeit.

Flexible Finanzierungsmodelle als Alternative zum Bankkredit

Die folgenden drei Finanzierungsinstrumente können eine Alternative zum klassischen Bankkredit sein:

Retrofit

Nicht immer müssen Unternehmen technisch veraltete IT-Systeme, Maschinen oder Anlagen komplett gegen neue Geräte austauschen, um effizienter, schneller oder produktiver zu arbeiten. Oft reicht ein Upgrade oder Austausch einzelner Komponenten. In solchen Fällen können Unternehmen die so genannte Retrofit-Finanzierung nutzen. Dabei wird die bestehende Maschine oder Anlage im Rahmen einer Generalüberholung mit neuer Technik aufgerüstet. Der Finanzierungsdienstleister kauft die modernisierte Maschine und vermietet sie zurück an den Kunden. Die Kosten für die Nutzung und die Modernisierung werden durch die Leasingraten beglichen. Die Einsparungen, die das Unternehmen durch die Effizienzsteigerung erzielt, decken in vielen Fällen die Höhe der anfallenden Zahlungen.

Trade In

Entscheidet sich ein Betrieb ältere Geräte oder Anlagen auszumustern und ein neues Modell zu erwerben, kann das so genannte Trade In als Finanzierungsform dienen. Dabei wird zunächst das alte Equipment geprüft und bewertet, das der Finanzierungsdienstleister dann aus dem Bestand des Kunden kauft. Gleichzeitig stellt dieser die Finanzierung für den Erwerb der neuen Maschine oder Anlage. Der ermittelte Wert des Altgeräts fließt dabei in die Berechnung der Leasingraten ein. So können Unternehmen budgetschonend und mit kalkulierbaren Kosten auf aktuelles, wettbewerbsfähiges Equipment umsteigen.

Energy-Performance-Contracting

Bei Neu- und Ersatzinvestitionen, Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen rückt angesichts steigender Energiepreise und politischer Debatten zum Klimawandel auch das Thema Energiesparen zunehmend ins unternehmerische Blickfeld. Durch den Einsatz energieeffizienter Technologien wie zum Beispiel moderne Antriebsapplikationen, können Industrieunternehmen ihre Stromkosten senken. Als Pay-as-you-save-Lösung erlaubt Energy-Performance-Contracting die liquiditätsschonende Optimierung von Antriebsapplikationen, finanziert durch Einsparungen bei den Energiekosten. Dabei werden die bestehende Technologie bewertet und entsprechende Optimierungsmaßnahmen entwickelt. 

Fazit

Der klassische Bankkredit kann die erforderliche Flexibilität in der Finanzierung oft nicht bieten. Retrofit, Trade In oder Energy-Performance-Contracting sind nur einige Beispiele der Anlagenfinanzierung, mit deren Hilfe Unternehmen Investitionen in moderne Maschinen und Anlagen ökonomisch sinnvoll realisieren können. 

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Über den Autor
Kai-Otto Landwehr

Kai-Otto Landwehr ist Leiter des Commercial-Finance-Geschäfts von Siemens

Financial Services in Deutschland und Vorsitzender der Geschäftshrung der

Siemens Finance & Leasing GmbH.

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