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FrauenanteilImmer noch wenige Frauen in Führungspositionen

Führungspositionen werden auch heute noch in den meisten Fällen von Männern besetzt. Der Frauenanteil ist dabei sehr gering.
erschienen: 18.09.2009

In den 600 führenden deutschen Unternehmen waren im Jahr 2008 nur 42 der 1721 Vorstandsmitglieder Frauen - das ist ein Anteil von 2,4 Prozent. In den Aufsichtsräten sind Frauen mit 8,2 Prozent vertreten. In den vergangenen zehn Jahren gab es in beiden Fällen keinen klaren Aufwärtstrend. Dies wird in der Öffentlichkeit häufig diskutiert. Eine zuverlässige Faktenbasis gab es bislang jedoch nicht. Dies ändert sich jetzt mit einer Studie des Instituts für Unternehmensführung am KIT mit Unterstützung der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Das zentrale Ergebnis: Der Frauenanteil in deutschen Vorständen lag 2008 bei 2,4 Prozent verglichen mit 1,2 Prozent im Jahr 1998. Seit 2005 ist dieser Anteil sogar leicht rückläufig. Auch in den Aufsichtsräten sind wenige Frauen - insbesondere auf der Seite der Kapitalgeber: Im Jahr 2008 waren 307 der 3758 Aufsichtsratsmitglieder Frauen (8,2 Prozent). 63 Prozent davon sind jedoch Vertreterinnen der Arbeitnehmerseite. Auch bei den Aufsichtsratspositionen ist kein klarer Trend erkennbar.

Zur Studie:

Die Studie hat die Präsenz von Frauen auf der obersten Managementebene der 600 wichtigsten, börsennotierten Unternehmen Deutschlands untersucht. Sie fokussierte sich auf den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und dessen Entwicklung in den Jahren 1998 bis 2008. Mit durchschnittlich 6.300 untersuchten Positionen pro Jahr kommt die Studie auf insgesamt knapp 70.000 ausgewertete Vorstands- und Aufsichtsratsjahre - damit ist sie die größte ihrer Art in Deutschland. Sie berücksichtigt zudem größen-, index- und branchenspezifische Effekte. Aufgrund ihrer Ergebnisse regen die Autoren der Studie an, den Fokus der Diskussion auf die Frage nach den Ursachen zu verlagern. Die Untersuchung ist Teil der Forschungsaktivitäten des Instituts für Unternehmensführung (IBU) im Bereich Corporate Governance.

[Svetlana Miassoedov; Quelle: Institut für Unternehmensführung am KIT; Bild: Fotolia.com]

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