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FrühaufklärungZukünftige Chancen und Risiken heute schon erkennen

Erfolgreiches Unternehmertum hängt auch von einer vorausschauenden Zukunftsplanung ab. Ein Frühaufklärungssystem ist dabei ein wichtiges Instrument.
erschienen: 06.04.2010

Dazu bedarf es eines Frühaufklärungssystems im Unternehmen. Zunächst zu den Begriffen:

  • Frühwarnung: Zukünftige Gefahren müssen Sie heute schon erkennen, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
  • Früherkennung: Chancen darf man nicht verpassen, sonst werden Sie ebenfalls zur Gefahr. Also: Chancen erkennen und nutzen.
  • Frühaufklärung: Klappern Sie systematisch Ihr Unternehmen und Ihr Umfeld nach Chancen und Risiken ab und planen Sie entsprechende Maßnahmen.

Wichtig ist, dass dies systematisch erfolgt, ohne dass es zu einem starren und zwanghaften System wird, bei dem die einzelnen Schritte abgehakt werden, ohne dass jemand darüber nachdenkt. Deshalb sollten diese Systeme einfach und praktikabel sein. Systematisch heißt aus diesen Gründen vor allem:

  • regelmäßig für das Unternehmen wichtige Informationen erheben;
  • möglichst alle wichtigen Facetten des Unternehmens und des Umfelds abdecken, nichts Wichtiges vergessen;
  • die Ergebnisse regelmäßig prüfen, bewerten, thematisieren, diskutieren und konkrete Maßnahmenpläne festlegen.

Die einzelnen Schritte sind dabei:

  1. Abgrenzung der Bereiche, die man beobachten möchte.
  2. Bestimmung von Indikatoren, die die Entwicklung der Bereiche quantitativ abbilden. Die Messung der Indikatoren muss mit vertretbarem Aufwand machbar sein, sonst schläft die Beobachtung bald wieder ein. Außerdem sollten die Indikatoren klar definiert werden, frühzeitig vorliegen und vollständig sein.
  3. Festlegung des Toleranzbereichs für die Indikatoren: Ab welchen Maximal- und Minimalwerten sollte Alarm geschlagen werden.
  4. Verantwortlichkeiten zuweisen: Wer ist für die Ermittlung des Indikators im Unternehmen verantwortlich? Was muss dieser Mitarbeiter tun, wenn der Indikator aus dem Toleranzbereich läuft?
  5. Definition von möglichst konkreten Prozessen, wie die Informationen genutzt werden: Wer wird wann informiert? Worüber wird konkret informiert? Wie werden Maßnahmenpläne entwickelt?

Strategic Scanning und Monitoring

Es sollten aber nicht nur fixe Kennzahlen oder Indikatoren beobachtet werden. Es muss auch eine Ergänzung geben, indem erfahrene Mitarbeiter den relevanten Bereich nach entsprechenden Informationen absuchen: Strategic Scanning. Das erfolgt unvoreingenommen, ungerichtet und sehr offen. Alles was interessant sein könnte, wird erfasst.

Dadurch kann eine große Informationsflut entstehen. Deshalb muss ein anschließendes Monitoring erfolgen, indem diese Informationen strukturiert und aufbereitet werden. Dazu gehört auch eine adäquate grafische und textliche Aufbereitung.

Alle Informationen der Frühaufklärung können aufbereitet und im Unternehmen transparent verteilt werden: Zum Beispiel in Mitarbeiterzeitschriften, an Schwarzen Brettern oder in Besprechungen. Durch diese Transparenz können andere Mitarbeiter die Themen aufgreifen und mit ihrem Arbeitsbereich abgleichen. Sie erkennen, was relevant ist, wo sich für sie Chancen und Risiken ergeben. Das Frühaufklärungssystem wird so zu einem Ideenspeicher. Der Aufwand macht sich bezahlt.

[jf; Bild: Fotolia.com]

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