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Gute GeschäftsmöglichkeitenDeutsche Unternehmen profitieren vom Westen Chinas

China bietet auch im wirtschaftlich schwächeren Westen der Volksrepublik deutschen Unternehmen riesige Chancen.
erschienen: 16.01.2010

Dass auch der Westen Chinas für deutsche Unternehmen interessant ist, hat Roland Berger Strategy Consultants in der Studie "Die Go-West-Strategie der chinesischen Regierung" im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ermittelt.

"Die Westprovinzen hinken im Vergleich zum Osten Chinas zwar noch immer hinterher, aber gerade deshalb bieten sie deutschen Unternehmen beachtliche Chancen",

sagt Studienautor Thilo Zelt. Mit ihrer Go-West-Strategie versucht die chinesische Regierung, den Wirtschaftsboom auch auf die wirtschaftlich schwächeren Regionen im Westen des Landes zu lenken. Noch hat die Go-West-Strategie ihr Ziel jedoch nicht erreicht: So machen die Westprovinzen zwar 69 Prozent der Fläche und 28 Prozent der Bevölkerung aus, können aber nur 19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für sich verbuchen, 14 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen, sechs Prozent der ausländischen Unternehmen und vier Prozent der Exporte.

Ausbau der Infrastruktur geplant

Für die Westprovinzen ist ein Ausbau der Infrastruktur geplant, vor allem beim Straßen- und Schienenbau. Außerdem sollen bestimmte Wirtschaftszweige gefördert werden: Der Schwerpunkt liegt dabei auf

  • Energiewirtschaft,
  • Chemiebranche,
  • dem Abbau und der Verarbeitung von Mineralien,
  • der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte,
  • Maschinenbau,
  • Hightech-Industrien und
  • Tourismus.

Zudem ist die Förderung von drei Fokusregionen mit Leuchtturmfunktion vorgesehen, der Region Guanzhong-Tianshui (in den Provinzen Shaanxi und Gansu), der Region Chengdu-Chongqing und der sogenannten "North Bay" in der Provinz Guangxi.

Außenhandel Deutschlands mit China

Im Außenhandel Deutschlands mit China dominieren heute hochwertige Industriegüter. Der Anteil des Maschinen- und Anlagenbaus an den gesamten deutschen Ausfuhren liegt bei circa 30 Prozent. Die Automobilindustrie kommt nach dem deutlichen Rückgang 2009 auf einen Anteil von 13 Prozent. Auf Elektrotechnik und chemische Erzeugnisse entfallen jeweils elf Prozent. Diese Struktur weist eine starke Übereinstimmung mit der Verteilung der deutschen Unternehmen auf, die heute in den chinesischen Westprovinzen vertreten sind: 45 Prozent von ihnen sind im Maschinenbau aktiv, neun Prozent in der Automobilindustrie, elf Prozent im Bereich Elektronik und sieben Prozent in der Chemiebranche.

Chancen im Bereich Handel und Logistik

Inzwischen holt der Westen langsam auf: Die Volkswirtschaft wächst in Westchina ähnlich stark und teilweise stärker als im restlichen China. Damit geht vor allem in den Städten eine Steigerung des Einkommens und der Konsumausgaben einher. Allein durch die laufende Anpassung der Urbanisierungsraten in West und Ost können darüber hinaus zusätzliche für Konsum verfügbare Einkommen von 33 Milliarden US-Dollar jährlich entstehen.

Weil deutsche Unternehmen bisher weniger im Konsumgütersektor aktiv sind, haben sie eher Chancen beim Ausbau bestehender und dem Aufbau neuer Produktionsstätten in Branchen, die an den Konsumgütersektor angrenzen, etwa Handel und Logistik.

Gute Möglichkeiten gibt es auch in Maschinenbau und Industrieausrüstung sowie im Anlagenbereich für Energie und Versorgung. Für die Automobilindustrie sind die Stadt Chongqing und die Provinz Sichuan interessant. Aufgrund der massiven Umweltverschmutzung ergeben sich im Westen aber auch Potenziale für die weltweit führende deutsche Greentech-Branche. Zelt betont:

"Um die Chancen im Westen Chinas nutzen zu können, müssen deutsche Unternehmen den Markt und die Go-West-Strategie der chinesischen Regierung genau kennen."

Zur Studie

Die Studie können Sie kostenfrei herunterladen:

Die Go-West-Strategie der chinesischen Regierung

[po; Quelle: Roland Berger Strategy Consultants; Bild: Fotolia.com]