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Interne KontrollenSo nutzen Unternehmen die Vorteile eines Internen Kontrollsystems

Interne Kontrollsysteme sind nicht nur notwendiges Übel, sondern bieten eine Menge Vorteile. Erfahren Sie, welche das sind.
erschienen: 12.10.2010
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Viele Unternehmen stehen davor ein Internes Kontrollsystem (IKS) einzuführen. Die meisten Firmen sind Kapitalgesellschaften, die gesetzlich verpflichtet sind, ihre inhärenten Risiken durch entsprechende Prozesskontrollen abzudecken. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind im Rahmen der Jahresabschlussanalyse damit beauftragt, die Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems nachzuweisen.

Ein IKS ist eine Formalisierung der Ablaufprozesse im Unternehmen. Einkauf-, Vertriebs-, Personal- oder Finanzprozesse werden so gestaltet, dass Fehlermöglichkeiten aber auch Betrugsmöglichkeiten durch Mitarbeiter eingeschränkt oder unmöglich gemacht werden.

Für die meisten Unternehmen ist die Formalisierung ihres IKS ein notwendiges Übel, das in ihren Tagesablauf eingreift und Geld kostet. Berater stören die Arbeiten der Mitarbeiter, weil sie die Prozesse dokumentieren und analysieren müssen.

Dabei werden die mannigfaltigen Vorteile des IKS gerne übersehen und damit viele Chancen zur Leistungsoptimierung nicht wahrgenommen. Im Privatleben sind wir Kontrollen gegenüber in der Regel offener eingestellt. Sie schließen Ihr Auto und Haus ab, lassen Wertgegenstände nicht offen herumliegen, prüfen Rechnungen bevor Sie sie bezahlen und erwarten von Ihren Kindern, dass Sie sie um Erlaubnis bitten, wenn sie bestimmte Dinge tun.

Die Vorteile eines IKS für Unternehmen und vor allem für Eigentümer und Unternehmer liegen also auf der Hand: Nicht nur erfüllt es gesetzliche Vorschriften zum Anleger- und Gläubigerschutz, sondern sichert Vermögenswerte, hilft Risiken in Prozessen einzudämmen und verhindert Manipulationsmöglichkeiten.

In dem Zuge verbessert sich in der Regel das Rating von Unternehmen. Finanzmittelbeschaffung wird dadurch leichter und vor allem günstiger. Die Signalwirkung des Ratings nach außen hat zudem positive Effekte für das Unternehmen.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil bei der Formalisierung eines Internen Kontrollsystems ist darüber hinaus die Möglichkeit, Prozesse effizienter zu gestalten und die allgemeine Integrität zu erhöhen.

Werden die Prozesse von Außenseite analysiert, werden in der Regel immer Prozessineffizienzen aufgedeckt, die zu beheben immer den Wertschöpfungsanteil des Unternehmens erhöht.

Die Einführung eines IKS sollte von Unternehmen daher nicht als lästige Pflicht betrachtet werden, sondern die Möglichkeit zahlreicher Chancen zur Ergebnisverbesserung bieten. Richtig eingeführt, überwiegt bei einem IKS der Nutzen die Kosten.

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Über die Autorin
Dr. Anne-Katrin Straesser

Dr. Anne-Katrin Straesser, ist Lehrbeauftragte für Turnaround Management und Strategisches Management an der Hochschule für Oekonomie und Management (FOM) in Köln. Als Unternehmensberaterin unterstützt sie den Turnaround von Prozessen, Marketing und Strategie bei Firmen unterschiedlicher Branchen und Größenordnungen. Bei zahlreichen Unternehmen hat sie bereits Interne Kontrollsysteme eingeführt sowie intern oder extern geprüft. Mit einem Kollegen gründete sie das International Compliance Institute, ein Institut zur Erforschung von Best Practices im Bereich IKS und Compliance sowie zur Durchführung von internen Audits, Seminaren, Schulungen und Beratungen.

AnschriftInternational Compliance Institute
Anna-Schneider-Steig 17
50678 Köln
Telefon0221 – 35 662 01
E-Mailastraesser@icompliance-institute.com
Internetwww.interneskontrollsystem.com