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IntuitionManager brauchen bei Entscheidungen ihr Bauchgefühl

Deutsche Manager treffen Entscheidungen immer noch gerne aus dem Bauch heraus. Ganz sicher sind sie sich dabei aber nicht immer.
erschienen: 19.03.2010

Laut einer Vergleichserhebung des Hamburger Beratungsunternehmens novem business applications fühlt sich nur jeder vierte Manager bei Bauchentscheidungen immer sehr sicher. Dies sind zwar 7 Prozent mehr als vier Jahre zuvor, aber dem steht eine Gruppe von 35 Prozent (2006 waren es 39 Prozent) an Business-Verantwortlichen gegenüber, die sich bei ihren Entscheidungen oftmals unsicher fühlen. Keine eindeutige Einordnung geben etwa zwei von fünf der fast 300 Befragten ab: Sie haben zwar häufiger, aber längst nicht immer ein gutes Gefühl, ob sie mit ihren Entscheidungen richtig liegen.

Interessant ist bei den weiteren Ergebnissen der Erhebung aber auch, dass die Unternehmen in den letzten Jahren zwar erheblich in moderne Computertechniken wie Business Intelligence-Lösungen zur Analyse der wichtigen betriebswirtschaftlichen Daten investiert haben, die Manager bemühen aber trotzdem nach eigener Aussage weiterhin bevorzugt ihr Bauchgefühl. 2006 urteilten 47 Prozent, dass sie auf diese Weise die erfolgreicheren Entscheidungen getroffen hätten, gegenwärtig sind es mit 51 Prozent sogar noch mehr. Dagegen geben aktuell nur 42 Prozent an, sie hätten die besonders guten Entscheidungen typischerweise auf Basis sachlicher Fakten getroffen.

Höhere Informationsqualität - große Informationskomplexität

Dabei können sie heute auf eine höhere Informationsqualität zugreifen als noch 2006: Damals vermissten mehr als zwei Drittel der Manager Informationen in einer notwendigen Aktualität und Genauigkeit für sichere Business-Entscheidungen, inzwischen wird dies nur noch von der Hälfte der Befragten problematisiert. Dagegen sehen sich derzeit 70 Prozent der Führungskräfte – 2006 waren es 62 Prozent – bei ihren Entscheidungen mit einer zu großen Informationskomplexität konfrontiert. Als weitere drängende Schwierigkeit nennen mehr als die Hälfte einen hohen Zeitdruck. Andererseits sagt heute jeder fünfte Business-Manager in der novem-Erhebung, dass er im Regelfall über günstige Entscheidungsverhältnisse verfügt; 2006 zeigte sich nur jeder Achte damit zufrieden.

Novem-Geschäftsführer Anastasios Christodoulou verweist auf überdurchschnittlich hohe Investitionsanstrengungen für Business Intelligence-Lösungen:

„In den letzten Jahren haben die Unternehmen einen ganz erheblichen Aufwand beim Einsatz von Analyse- und Reporting-Lösungen betrieben, um günstigere Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.“

Die positiven Effekte dieses Engagements sieht er beispielsweise darin, dass inzwischen weniger Manager die Informationsqualität kritisieren und umgekehrt mehr Führungskräfte als noch vor vier Jahren mit ihren Entscheidungsbedingungen zufrieden sind. Christodoulou gibt zu bedenken dass jedoch nicht übersehen werden dürfe, dass sich durch den Einsatz solcher modernen Technologien auch die Entscheidungsgewohnheiten der Menschen änderten. Nicht jeder vertraue direkt den Analysetools, mit denen aus äußerst komplexen Sachverhalten die relevanten Fakten herausgearbeitet und leicht verständlich präsentiert werden. Christodoulou weiter:

„Da ist es nachvollziehbar, dass sich Manager zusätzlich auf ihre Intuition stützen möchten. Allerdings steigen in den Unternehmen die Zwänge, eine möglichst hohe Entscheidungsqualität zu erreichen. Dies macht die Nutzung intelligenter Technik unumgänglich.“

[Quelle: novem business applications; Bild: Fotolia.com]