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IT-FachkräfteBegehrt und wechselwillig

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IT-Spezialisten wechseln häufiger ihren Arbeitsplatz. Ein Alarmzeichen für die Personalabteilungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Managementberatung Kienbaum.
erschienen: 25.05.2011

Diese Veränderung in der Einstellung vieler IT-Fachkräfte ist für die Unternehmen umso herausfordernder, weil die Umsätze in der IT-Branche in diesem Jahr voraussichtlich um vier bis sechs Prozent steigen werden. Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie bei Kienbaum, sagt:

„Solch ein Wachstum erhöht den Bedarf an gut ausgebildeten IT-Fachkräften weiter und verschärft so den Wettbewerb zwischen Unternehmen um hoch qualifizierte Spezialisten. Beste Voraussetzungen also für wechselwillige IT-ler.“

Bislang waren IT-Fachkräfte meist besonders treue Mitarbeiter: Nur 16 Prozent der für die Kienbaum-Studie befragten IT-Spezialisten haben ihren Arbeitgeber bereits viermal oder häufiger gewechselt. Die meisten davon sind schon zehn oder mehr Jahre in der IT-Branche tätig. Hingegen hat sich rund ein Drittel der IT-ler bislang erst zwei- oder dreimal einen neuen Job gesucht und knapp die Hälfte der Befragten hat einmal oder sogar noch nie den Arbeitgeber gewechselt. Berater Pfau:

„Die Zeiten, in denen IT-Unternehmen sich darauf verlassen konnten, dass ihre besten Mitarbeiter treu zu ihnen stehen, sind offenbar vorbei. Die IT-Profis erkennen die Chancen des ‚War for Talent‘ und interessieren sich dafür, welcher Arbeitgeber ihnen das beste Gesamtpaket bietet.“

Wechselbereitschaft von IT-Fachkräften deutlich gestiegen

Die Kienbaum-Umfrage unter 121 deutschen IT-Fachkräften hat ergeben, dass die Wechselbereitschaft in der IT-Branche inzwischen stark gestiegen ist: Zwar suchen nur neun Prozent aktiv nach einem neuen Arbeitgeber, jedoch bekunden 21 Prozent konkretes Interesse an einem neuen Job und gut die Hälfte kann sich vorstellen, bei einem attraktiven finanziellen Angebot den Arbeitgeber zu wechseln.

Eine bessere Bezahlung und Work-Life-Balance sowie die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, sind die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel, ergab die Kienbaum-Studie: Knapp 50 Prozent der Befragten achten beim Arbeitgeberwechsel auf eine höhere Vergütung und je 40 Prozent legen Wert auf mehr Freizeit und Homeoffice-Tage.

Wenn ein deutscher IT-Spezialist wechselt, würde er sich am ehesten für Google als neuen Arbeitgeber entscheiden: Für 38 Prozent der Befragten ist der US-amerikanische Internet-Riese der Top-Arbeitgeber. Auf Platz zwei folgt mit 24 Prozent Microsoft. Bevorzugte Branche ist für 29 Prozent der IT-ler die Automobilindustrie. In Bayern (25 Prozent), Nordrhein-Westfalen (24 Prozent), Baden-Württemberg (16 Prozent) und Hessen (14 Prozent) arbeiten die meisten IT-Fachkräfte, ergab die Kienbaum-Studie. Diese Bundesländer stehen auch oben auf der Wunschliste künftiger Arbeitsorte wechselwilliger IT-ler. In Ost-Deutschland zu arbeiten können sich hingegen nur etwa zehn Prozent der IT-Fachkräfte vorstellen. Und lediglich neun Prozent sind bereit, in ganz Deutschland einen neuen Job anzutreten.

Quelle: Kienbaum

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