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IT-Trends 2010Steigende IT-Industrialisierung schafft Spielräume

Die wichtigsten Technologien und Anwendungen dieses Jahr liegen laut den IT-Verantwortlichen im Bereich Virtualisierung und Informationsqualität.
erschienen: 24.02.2010

Dr. Peter Lempp, Geschäftsführer der Capgemini Deutschland GmbH, und einer der beiden Verantwortlichen für die Studie, sagt:

"Damit dominieren in diesem Jahr Projekte, die das Ziel haben, aus den bereits gesammelten Daten zusätzlichen Mehrwert für das Geschäft zu generieren. Die IT spielt also eine immer größere Rolle bei der Umsetzung der unternehmerischen Ziele."

Neu aufgesetzt werden in diesem Jahr auch viele Projekte rund um Identity und Access Management sowie Unified Communications-Lösungen. Themen wie Social Networking Tools, öffentliche Blogs oder Microblogging genießen zwar einen Aufmerksamkeitswert, rangieren aber in der alltäglichen IT-Praxis auf den hinteren Plätzen.

Industrialisierungsindex: Mehr Vorreiter als Nachzügler

Bei der Industrialisierung ihrer IT sind die Unternehmen im vergangenen Jahr einen großen Schritt vorangekommen. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer erzielte überdurchschnittliche Ergebnisse und wurde im Gesamtindex als Industrialisierungs-Vorreiter, sogenannte Leader, eingestuft. Am anderen Ende der Skala bewegen sich die Industrialisierungs-Nachzügler, die Follower, die in diesem Jahr 30 Prozent der Teilnehmer ausmachen. Als Kriterien für die Berechnung des Indexes wurden die Eigenleistungstiefe sowie der Grad der Automatisierung und Standardisierung von Hardware, Software und Prozessen ermittelt.

Industrialisierungs-Vorreiter kämpfen mit interner Politik, Nachzügler mit der Fachabteilung

Während die IT-Abteilungen von Industrialisierungs-Vorreitern schlank aufgestellt sind und viele Leistungen von externen Dienstleistern erbracht werden, haben Industrialisierungs-Nachzügler eine hohe Zahl eigener Mitarbeiter und lagern wenig aus. Dementsprechend unterschiedlich sind die Probleme der beiden Gruppen: Die Leader kämpfen vor allem mit zu vielen Externen im Verhältnis zu eigenen Mitarbeitern sowie mit interner Politik. Die Follower stehen in erster Linie vor organisatorischen Herausforderungen wie der Bewältigung der vielen Projekte, die gleichzeitig durchgeführt werden müssen, zu wenig internen Ressourcen sowie unklaren Projektzielen. Peter Lempp dazu:

"Viele Industrialisierungs-Nachzügler haben im vergangenen Jahr das Change Management versäumt, das sie jetzt dringend nachholen müssen. Die meisten Vorreiter hingegen haben diesen Prozess bereits abgeschlossen und können sich jetzt neuen Themen zuwenden."

Eigenleistungstiefe drastisch gesunken

Die Eigenleistungstiefe ist in allen Bereichen von der Anwendungsentwicklung, im Jahr 2010 33,1 Prozent, 2009 waren es 44,5 Prozent, über das Anwendungsmanagement, dort waren es 2009 63,9 Prozent, 2010 nur noch 47,5 Prozent, bis zum Infrastrukturmanagement, von 60,9 Prozent 2009 auf 49,6 Prozent in diesem Jahr, stark gesunken. Eine Ursache dafür war die Krise des vergangenen Jahres und die daraus resultierenden knappen Budgets.

Dr. Uwe Dumslaff, Vorstand der Capgemini Technologie-Einheit Capgemini sd&m, erklärt:

"Viele CIOs waren gezwungen, schnell zu handeln. Sie mussten ihre IT-Abteilungen schlanker aufstellen und die Fixkosten reduzieren. Der Lohn der Anstrengung ist, dass viele Budget-Kürzungen heute gelassener entgegen sehen als vor zwölf Monaten."

Zur Studie

Für die jährlich durchgeführte Capgemini IT-Trends Studie hat das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen die IT-Verantwortlichen von 133 Konzernen und großen Mittelständlern im deutschsprachigen Raum befragt.

[Gerson Weber; Quelle: Capgemini; Bild: colin nixon - Fotolia.com]

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