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Karriere machenSelbstmarketing und eigenes Profil entwickeln

Wählen Sie die richtigen Signale, die Sie an Ihre Umgebung senden, und entwickeln Sie nach und nach ein unverwechselbares Profil – Ihre ganz persönliche Marke.
erschienen: 24.08.2010
Schlagwörter: Jobwechsel, Selbstmarketing

Stärken zeigen – aber die richtigen

Kennen Sie eigentlich Ihre eigenen Stärken? Nur wer diese Frage mit „ja“ beantworten kann, ist auch in der Lage, sich selbst positiv darzustellen. Wenn Sie im Zweifel sind, beobachten Sie einmal sich selbst und rufen Sie sich in Erinnerung, was Dritte schon über Sie gesagt haben. Welche Eigenschaften von Ihnen wurden schon einmal gelobt? Welche Dinge, die Sie getan haben, fand man in Ihrer Umgebung besonders erwähnenswert?

Nicht zu vergessen sind natürlich die zähl- und messbaren Erfolge auf Ihrem Lebensweg, zum Beispiel Schul- und Ausbildungsergebnisse oder die Zahl der Abschlüsse bei Kunden. Aus diesen Beobachtungen und Überlegungen können Sie meist gut Ihre Stärken ablesen. Meist sind jedoch nicht alle in Ihrem Unternehmen gefragt, ja manche sogar schädlich.

Wenn Sie zum Beispiel in einem Bereich arbeiten, in dem Schnelligkeit und Intuition gefragt ist, sind Stärken wie „Genauigkeit“ und „Strukturiertheit“ nicht unbedingt hilfreich. Versuchen Sie also stets, die „richtigen“ Stärken auszustrahlen und halten Sie sich bei den anderen eher zurück.

Wie geht`s weiter?

Analysieren Sie Ihre letzten Karriereschritte. Konnten Sie durch gute Arbeitsergebnisse punkten? Dann legen Sie den Schwerpunkt weiter darauf und kommunizieren Sie Ihre gute Arbeit gezielt bei den Entscheidern, die für Ihr Fortkommen wichtig sind. Zeigen Sie Ihre Arbeit in Meetings und erstellen Sie auch für nachrangige Erledigungen stets eine kurze Präsentation, die Sie verteilen können.

Kommunizieren Sie mit der übernächsten Entscheider-Ebene nicht nur über Ihren Chef, sondern möglichst auch direkt und entwickeln Sie ein eigenes Netzwerk nach „oben“, über das Sie Ihre Leistungen kommunizieren können.

In vielen Unternehmen bestimmt jedoch in hohem Maße der Zufall über ein Weiterkommen oder nicht. In diesem Fall versuchen Sie einfach, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Lassen Sie sich zum Beispiel in eine Abteilung versetzen, in der der Inhaber der nächsthöheren Karrierestation bald in Urlaub geht und versuchen Sie, in möglichst vielen Führungskräfte-Meetings präsent zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei einem plötzlich auftretenden Bedarf (zum Beispiel bei einer Kündigung oder einem längeren Krankheitsausfall) zum Zuge kommen, ist dadurch sehr hoch.

Engagieren Sie sich – aber in beide Richtungen

Kaum jemand mag Führungskräfte, die nach oben „buckeln“ und nach unten „treten“. Engagieren Sie sich stattdessen in beide Richtungen und fördern Sie auch Ihre Mitarbeiter. Gewinnen Sie den Ruf, Menschen zu motivieren und zu guten Leistungen bringen zu können. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für Ihr Weiterkommen, denn in der Regel sind Karriereschritte mit jeweils größerer Personalverantwortung verbunden.

Lassen Sie sich zum Beispiel in Meetings von Mitarbeitern assistieren und übertragen Sie diesen einen Teil einer Präsentation. Achten Sie auch hier darauf, die richtigen Signale zu setzen: Die Mitarbeiter referieren über Details, Sie als Führungskraft über „das Ganze“. Geben Sie Ihren Vorgesetzten Einblicke in die Arbeit Ihrer Abteilung und nach welchen Prinzipien Sie die Mitarbeiter organisieren. Damit zeigen Sie Ihre Kompetenz und empfehlen sich für höhere Aufgaben.

Seien Sie nützlich

„Verschwenden“ Sie Ihr Know-how, wo Sie nur können. Geben Sie Mitarbeitern, Kollegen und Vorgesetzten Tipps, leiten Sie unaufgefordert Informationen weiter und stellen Sie nützliche Kontakte her. Die meisten Mitglieder Ihres Netzwerkes werden sich Ihnen dadurch verpflichtet fühlen und aufgeschlossen reagieren, wenn Sie einmal eine Hilfestellung erbitten. Gleichzeitig arbeiten Sie hier an Ihrer Marke als fähige und engagierte Führungskraft und können Ihre Kompetenzen zeigen.

Beziehen Sie auch ausdrücklich Personen außerhalb Ihres Unternehmens mit ein. Damit sind Sie auch interessant für hochrangige Entscheider, die stark nach außen arbeiten. Besonders Krisen sind geeignet, sich nützlich zu machen. Seien Sie deshalb wann immer es „brennt“ zur Stelle und helfen Sie „löschen“.

Tipp: Machen Sie mal eine Probefahrt in die Zukunft

Versuchen Sie, eine Probefahrt in die Zukunft zu machen. Dazu schreiben Sie auf einen Zettel Ihre jetzige berufliche und private Situation. Von diesem ersten Zettel arbeiten Sie sich in Fünferschritten nach vorn und notieren bis zum Rentenalter auf jeden Zettel die Stationen, die Sie in jeweils fünf Jahren erreichen möchten. Dann kehren Sie wieder zum ersten Zettel zurück und überlegen, was Sie tun müssen, um aus der Probefahrt keine Geisterfahrt, sondern Realität werden zu lassen.