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KarrierefaktorDeutsche Angestellte streben nach internationaler Expertise

Die Mehrheit der Angestellten glaubt, dass die Zusammenarbeit mit verschiedenen Nationalitäten die Karriere fördert. Arbeitgeber unternehmen aber oft zu genug, um die Mitarbeiter darauf vorzubereiten.
erschienen: 16.12.2009

Laut der Untersuchung haben fast zwei Drittel der Befragten in den letzten zwei Jahren eng mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen oder mit unterschiedlichen Nationalitäten zusammengearbeitet. Mit 86 Prozent ist die überwiegende Mehrheit davon überzeugt, dass sie über die nötigen Fähigkeiten für internationales Arbeiten verfügt. Das diesbezügliche Engagement der Unternehmen lässt allerdings oft zu Wünschen übrig: 53 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass sie entsprechende Weiterbildungsangebote wie Sprachkurse seitens ihres Arbeitgebers vermissen.

Der Vergleich der verschiedenen Mitarbeitergenerationen zeigt außerdem, dass ein international orientiertes Arbeitsumfeld für Angestellte jeden Alters essenziell ist: So geben jeweils 88 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sowie der Befragten zwischen 30 und 47 Jahren an, dass die Möglichkeit, Teil eines internationalen Teams zu sein, eine wichtige oder sehr wichtige Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers spielt. Bei den 48- bis 65-Jährigen trifft dies auf 85 Prozent zu. Ralf Heiden, Geschäftsführer von Kelly Services Deutschland, sagt:

"Angesichts der zunehmenden globalen Ausrichtung des Arbeitslebens erkennen Angestellte aller Ebenen die Karrierevorteile, die der Umgang mit Fremdsprachen oder anderen Kulturen mit sich bringt. Der Wunsch nach mehr global orientierten Aufgaben spiegelt das heutige Ausmaß der Globalisierung in vielen Wirtschaftszweigen wider."

Laut Ralf Heiden seien qualifizierte Arbeitskräfte, die über internationale Erfahrung verfügen, immer stärker gefragt - unabhängig davon, wo auf der Welt sie sich befinden. In Branchen wie Ingenieurs-, Finanz- oder Gesundheitswesen könnten Arbeitgeber aufgrund von weltweiten Standards auf einen riesigen Talentpool zugreifen. Diese Entwicklung werde den Arbeitsmarkt nachhaltig verändern.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Drei Viertel der Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren glauben, dass eine internationale Ausrichtung ihre Karrierechancen verbessert. 73 Prozent der 30- bis 47-Jährigen teilen diese Ansicht; bei den Befragten bis 65 Jahre sind es 65 Prozent.
  • Bei den Angestellten zwischen 30 und 47 Jahren ist der Anteil derjenigen, die kürzlich eng mit Kollegen aus anderen Ländern oder Kulturkreisen zusammengearbeitet haben, mit 68 Prozent am höchsten - gefolgt von den Berufseinsteigern bis 29 Jahre (63 Prozent) und den älteren Arbeitnehmern bis 65 Jahre (57 Prozent).
  • Insgesamt geben 86 Prozent der Befragten an, dass sie über die nötige Qualifikation verfügen, um international zu arbeiten.
  • Nur 33 Prozent der Arbeitnehmer zwischen 30 und 47 Jahren erhalten von ihrem Arbeitgeber interkulturelles Training oder Sprachkurse, um ihre Fähigkeiten zur internationalen Zusammenarbeit zu verbessern (Befragte bis 29 Jahre: 31 Prozent; Studienteilnehmer zwischen 48 und 65 Jahren: 23 Prozent).

Zur Studie

Kelly Services hat für die Studie mehr als 90.000 Arbeitnehmer in 34 Ländern befragt, davon rund 2.500 in Deutschland.

[po; Quelle: Kelly Services; Bild: deanm1974 - Fotolia.com]