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KaufkraftFührungskräftemangel stabilisiert weltweit Managergehälter

Wie steht es international um die Kaufkraft der Manager? Der "Global Management Pay Report" deckt auf. Dazu vergleicht die Hay Group die Kaufkraft von Führungskräften in 56 Ländern.
erschienen: 14.12.2009

Große Bandbreite bei den Vergütungsunterschieden

In Nigeria und der Volksrepublik China gibt es die größten Unterschiede: Ein Manager in Nigeria verdient durchschnittlich das 17,4fache eines Angestellten, in China ist es das 12,6fache. Am kleinsten ist die Spanne in Norwegen und Kanada (Platz 56 bzw. 55), gefolgt von der Schweiz. Ein eidgenössischer Manager verdient etwa das 2,9fache eines Sachbearbeiters. In Deutschland (Platz 49) erhalten Führungskräfte im Schnitt das 3,2fache eines Sachbearbeiters, in Österreich (Platz 43) das 3,6fache. Siegmar Schulz, Vice President Hay Group dazu:

"Insbesondere in aufstrebenden Volkswirtschaften gibt es eine hohe Zahl an gering qualifizierten Arbeitskräften und einen intensiven Wettbewerb um erfahrene Führungskräfte. Unter solchen Bedingungen vergrößert sich die Vergütungsspanne zwischen Führungskräften und Sachbearbeitern zum Teil erheblich."

Führungskräfte im Nahen Osten haben die größte Kaufkraft

In vielen der Länder, in denen Manager eine hohe Kaufkraft haben, gibt es einen akuten Mangel an Führungskräften. Darüber hinaus erheben viele dieser Staaten nur eine sehr geringe oder gar keine Einkommenssteuer und haben sehr niedrige Lebenshaltungskosten.

Über die mit Abstand größte Kaufkraft verfügen die Manager in den ölreichen und steuerfreien Staaten des Nahen Ostens. Die geringste Kaufkraft haben Führungskräfte in Indien.

Trotz hoher Lebenshaltungskosten ist die Kaufkraft der im europäischen Vergleich gut verdienenden schweizerischen Manager relativ hoch (Platz 19), da Steuern und andere Abgaben moderat sind. Die österreichischen Führungskräfte stehen in Bezug auf ihre relative Kaufkraft auf Rang 31, ihre deutschen Kollegen auf Platz 36. Steigende Lebenshaltungskosten und Steuern zeigen hier ihre Wirkung.

Kaufkraftunterschiede werden größer

Durch die stärkere Auswirkung der Wirtschaftskrise auf die Industrieländer, die dort auch zu einer steigende Abgabenlast und höheren Lebenshaltungskosten geführt hat, sind die Unterschiede zwischen den Ländern und Regionen heute ausgeprägter als früher. Der Hay Group-Experte Siegmar Schulz sagt:

"Die Differenz zwischen der Kaufkraft von Managern in wachstumsstarken und wachstumsschwachen Volkswirtschaften wird als Folge der Krise im kommenden Jahr voraussichtlich zunehmen. Führungskräfte in Ländern, in denen die Ausgaben der öffentlichen Hand zur Stützung der Wirtschaft angehoben wurden, müssen wahrscheinlich mit höheren Steuern und Lebenshaltungskosten rechnen, die das verfügbare Einkommen reduzieren."

Zur Studie

Der Global Management Pay Report von Hay Group untersucht das verfügbare Einkommen für einen Arbeitnehmer auf Management-Ebene und das Vergütungsgefälle zwischen dem Management und einem Arbeitnehmer mit einfacher Bürotätigkeit in 56 Ländern. Der Report wurde auf Basis der länderübergreifenden Vergütungsinformationen aus Hay Group PayNet erstellt. In dieser Datenbank sind die Vergütungsdaten von über 15.000 Unternehmen in mehr als 100 Ländern erfasst.

[po; Quelle: Hay Group; Bild: Joachim Wendler - Fotolia.com]

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