KniggeNeue Mitarbeiter korrekt vorstellen

© Edler von Rabenstein - Fotolia.com
Was sollte man bei der Vorstellung einer neuen Mitarbeiterin oder eines neuen Mitarbeiters im Unternehmen beachten?
erschienen: 05.04.2017
Schlagwörter: Karriere
(2 Bewertungen)
3

Ein Mitarbeiter eines Unternehmens wartet mit seiner neuen Kollegin vor dem Aufzug. Als sich die Aufzugtüre öffnet, steht der Vorgesetzte einer anderen Abteilung mit anderen Kolleginnen und Kollegen vor den beiden. Eine knifflige Situation, denn nun gilt es, die neue Kollegin richtig vorzustellen. Aber wem zuerst?

Wer den Raum betritt, grüßt zuerst

Grundsätzlich gilt: Wer einen Raum betritt – und das gilt auch, wie in diesem Beispiel, für einen Aufzug, grüßt zuerst. Dabei wird die Tageszeit angemessen laut und deutlich genannt, also „Guten Morgen“ oder „Guten Tag“. Hierbei handelt es sich erst einmal um einen verbalen Gruß mit freundlichem Blickkontakt.

Dem Ranghöheren die neue Kollegin zuerst vorstellen

Eine weitere Regel besagt: Ankommende werden Anwesenden vorgestellt. Im Geschäftsleben spielt dabei die Hierarchie eine Rolle. Das bedeutet, dass der Ranghöhere, unabhängig von Geschlecht und Alter, zuerst mit Informationen versorgt wird. In unserem Beispiel stellt also der Mitarbeiter seine neue Kollegin zuerst dem Vorgesetzten der anderen Abteilung vor:

„Herr Dr. Müller, dies ist unsere neue Kollegin, Frau Kant. Sie ist seit Anfang der Woche im Unternehmen.“

Nun stellt er seiner Kollegin den Vorgesetzten vor:

„Frau Kant, das ist Dr. Müller. Er ist der Bereichsleiter im Vertrieb und Marketing.“

Beim Vorstellen Titel oder Grade nennen

Nennen Sie beim Vorstellen eines Dritten Titel oder Grade, damit die Gesprächspartner sich korrekt ansprechen können. Bei der Selbstvorstellung werden Titel oder Grade nicht genannt.

Der Ranghöhere entscheidet, ob er seinem Gegenüber die Hand zur Begrüßung reicht. Die neue Kollegin sollte also darauf warten, bis ihr nach dem verbalen Gruß vom Vorgesetzten die Hand gereicht wird. Sollte das nicht der Fall sein, reicht die neue Kollegin dem Vorgesetzten nicht die Hand, sondern nimmt es kommentarlos hin.

Gereichte Hand niemals ablehnen

Eine gereichte Hand wird niemals in der Luft „hängen gelassen“, auch wenn man weiß, dass eine bestimmte Reihenfolge nicht beachtet wurde. Ein bekanntes Beispiel dazu: Ein Kollege entzieht dem anderen Kollegen seine Hand und entgegnet ihm: „Nein, Ladies first.“ So würde er seinem Gegenüber schlechtes Benehmen attestieren und einen Gesichtsverlust des Kollegen provozieren. Das wiederum ist stil- und respektloses Verhalten.

Nach dem Vorgesetzten die übrigen Kollegen vorstellen

Nach dem Vorstellen der neuen Kollegin und des Vorgesetzten nennt der begleitende Kollege die Namen und die Funktion der übrigen Personen im Aufzug, solange deren Anzahl noch überschaubar ist. Dabei muss er nicht zwingend die Rangfolgen einhalten, wenn das ein Hin und Her zwischen den Beteiligten bedeutet. Hier wird der Reihe nach vorgestellt.

Bei einer großen Gruppe von Kollegen das Vorstellen verschieben

Sollte sich eine größere Gruppe von Kolleginnen und Kollegen im Aufzug befinden, etwa nach dem Ende eines Meetings oder einer Konferenz, ist ein einzelnes Vorstellen schlichtweg nicht machbar. Es sollte dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Die Vorstellung zwischen Vorgesetztem und neuem Mitarbeiter sollte aber auf jeden Fall stattfinden.

Unterschied zum privaten Umfeld

Im privaten Umfeld spricht man von „Bekanntmachen“, da ein „Vorstellen“ immer ein offizielles Hierarchievorgehen impliziert. Allerdings gibt es im privaten Bereich auch eine Hierarchie zu beachten. Damen und wesentlich ältere Personen werden gewissermaßen als ranghöher angesehen und erhalten zuerst die Informationen, wer vor ihnen steht. Hier gilt also die Regel: Damen und ältere Menschen zuerst. Alle anderen Personen werden, der Situation angepasst, nacheinander miteinander bekannt gemacht. Hilfreich für den anschließenden Smalltalk ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den jeweiligen Personen zu nennen. Zum Beispiel: „Herr Meyer, dies ist Frau Müller. Sie hat, wie Sie, auch in Hamburg studiert.“

Über die Autorin
Susanne Beckmann

Susanne Beckmann ist Business-Knigge-Trainerin und gibt in Unternehmen über alle Hierarchieebenen hinweg Seminare über moderne Umgangsformen im Geschäftsleben.

AnschriftElfriede-Scholz-Straße 32
49078 Osnabrück
Telefon+49 541 433410
E-Mailoffice@susanne-beckmann.de
Internetwww.susanne-beckmann.de
Xingwww.xing.com/profile/Susanne_Beckmann9

Weitere Artikel der Autorin