Kommunikation5 Tipps für wertschätzende Beziehungen

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Digitale Medien wie Facebook oder WhatsApp haben unser Kommunikationsverhalten verändert. Oft kommunizieren wir nur beiläufig. Wie lassen sich trotzdem persönliche Kontakte aufbauen?
erschienen: 03.02.2016
Schlagwörter: Networking
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Wenn kommuniziert wird, geht es auch immer um die Wertschätzung des Gegenüber, um den Aufbau von Vertrauen. Doch was moderne Kommunikationsmedien wie Facebook oder WhatsApp anbelangt, sind Viele orientierungslos. Einerseits möchten sie diese effizient nutzen, andererseits wollen sie dem Bedürfnis nach persönlicher Beziehung gerecht werden.

Diese Orientierungslosigkeit und der oft unreflektierte Umgang mit modernen Kommunikationsmedien können negative Auswirkungen auf die Qualität unserer Kontakte und Beziehungen haben – nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext. Sie führen dann häufig zum Verlust persönlicher Bindung.

Folgende Tipps sollen helfen, auch im digitalen Zeitalter eine gewinnende, wertschätzende Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftspartnern zu führen.

Kontakte auch offline pflegen

Der persönliche Kontakt zählt nach wie vor. Das wird insbesondere bei der Vernetzung über die sozialen Medien gerne vergessen. Eine hohe Zahl an digitalen Kontakten mag vielleicht beeindruckend auf Außenstehende wirken, doch die Qualität und nicht die Zahl der Kontakte entscheidet letztlich über die Tragfähigkeit Ihres Netzwerks. Diese Qualität können Sie erheblich steigern, wenn Sie die Kontakte auch offline, also im wirklichen Leben, pflegen. Vorausgesetzt, Sie beherrschen das Einmaleins der Kommunikation für den direkten, persönlichen Kontakt.

Partnerschaft aufbauen durch Empathie

Empathie wird oft falsch verstanden. Dann heißt es zum Beispiel: Ich muss auch lachen, wenn dies mein Gegenüber tut. Das kann ein Ausdruck von Empathie sein, ist es aber nicht zwangsläufig. Viel wichtiger ist es, dem Anderen zuzuhören, ihn zunächst wahr- und anzunehmen. Aus der hieraus wachsenden Verbindung und Vertrauensgrundlage entwickeln empathische Menschen dann Lösungen oder Ideen, die dem Anderen im Idealfall helfen, beispielsweise sein Problem zu lösen. Ein Beispiel: Um jemandem die bestmögliche Wegbeschreibung zu geben, ist es wichtig, zunächst zuzuhören statt vorschnell zu antworten:

  • Wohin will die Person?
  • Wie will sie das Ziel erreichen, zum Beispiel auf schnellstem, kürzestem oder sicherstem Weg?
  • Wie ist sie unterwegs, zum Beispiel zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto?
  • Welche Hilfsmittel stehen ihr zur Verfügung, zum Beispiel Stadtplan oder Navigationsgerät?
  • Was benötigt sie gegebenenfalls noch für das Zurücklegen des Wegs, zum Beispiel Wegskizze oder Fahrkarte?

Dies ist die einfachste Art, tragfähige Lösungen zu finden und Partnerschaften aufzubauen.

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Zeit in persönliche Kontakte investieren

Die Wahl des Kommunikationsmediums kann den Verlauf und den Ausgang einer Situation entscheidend beeinflussen – unabhängig davon, ob es um das Herbeiführen von Entscheidungen, das Motivieren von Mitarbeitern, das Gewinnen von Kunden oder das Erzielen eines Vertragsabschlusses geht. Erfolgreich sind hier vor allem diejenigen, die den Unterschied zwischen „dringend“ und „wichtig“ erkennen. Wer schnell reagiert, macht häufiger Fehler und vergisst oft entscheidende Details. Vor allem bleiben bei der schnellen Kommunikation häufig Wertschätzung und Anerkennung für den Anderen auf der Strecke. Kommunikation reduziert sich dann auf die reine Information.

Ein empfehlenswerter Kompromiss kann sein, zum Beispiel bei Anfragen per E-Mail zunächst mit einer kurzen Nachricht zu reagieren und der anderen Person einen persönlichen Anruf in Aussicht zu stellen – oder eine ausführliche Antwort zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn Sie Zeit und Energie in Ihre persönlichen Kontakte investieren, festigen Sie dadurch die Loyalität, das wechselseitige Vertrauen und die Tragfähigkeit Ihres Netzwerks.

Überlegen Sie auch, ob Sie geschäftliche Telefonate wirklich auf offener Straße, beim Autofahren oder im Zug führen müssen, so dass Andere mithören können. Haben Ihre Gesprächspartner nicht mehr Aufmerksamkeit, Konzentration, Wertschätzung und persönliche Zuwendung verdient?

In der digitalen Kommunikation glaubwürdig wirken

Halten Sie und Ihr Unternehmen im realen Leben, was Sie online versprechen? Wenn Sie beispielsweise mit dem Label „vertrauenswürdig“ werben, dann passen Telefonate auf offener Straße, in der Flughafenlobby oder im Zug nicht zu diesem Versprechen. Bei der digitalen Glaubwürdigkeit geht also darum, die Botschaften, die Sie bei der digitalen Kommunikation aussenden, mit denen im persönlichen Kontakt zu synchronisieren – damit Sie (beziehungsweise Ihr Unternehmen) authentisch und somit glaubwürdig wirken.

Digitale Geräte abschalten

Terminieren Sie feste Auszeiten, in denen Sie weder am PC sitzen, noch das Smartphone benutzen. Kümmern Sie sich in dieser Zeit vor allem um sich selbst und die Menschen in Ihrem Umfeld. Gerade in Besprechungen ist es auch ein Ausdruck von Wertschätzung, die Sie den übrigen Teilnehmern und dem mit ihnen erörterten Thema beimessen, wenn Sie auf Ihre digitale Erreichbarkeit verzichten. Nur dann können Sie sich voll und ganz auf die Situation und Ihr Gegenüber konzentrieren.

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Über die Autorin
Barbara Liebermeister

Barbara Liebermeister leitet das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ). Sie ist Expertin für Business Relationship Management und Vortragsrednerin.

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