Konzepte entwickeln9 Tipps helfen beim Konzept erstellen

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Zu wenig Zeit, zu viele Informationen, perfektionistisches Denken. Wie Sie diese und andere Probleme bei der Konzeptentwicklung lösen.
erschienen: 10.11.2016
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Wenn Sie ein Konzept entwickeln, sollten Sie sich zunächst einmal über Ihre Aufgabenstellung klar werden:

  • Mit welcher Zielsetzung erarbeiten Sie Ihr Konzept?
  • Welche Bedingungen oder Voraussetzungen sind zu beachten?

Beispiel: Erarbeitung einer Werbekampagne für ein neues Softwareprodukt

Ziel: Das Konzept soll alle Elemente des Distributionsmix beleuchten und die erfolgversprechendsten ausfindig machen.
Bedingung: Der Werbeetat darf zwei Millionen Euro nicht überschreiten.

Ziele schriftlich festhalten

Formulieren Sie das Ziel Ihres Konzepts sowie alle damit verbundenen Bedingungen präzise und vollständig und halten Sie es schriftlich fest. Auf diese Weise haben Sie das Wesentliche Ihrer Aufgabe jederzeit vor Augen. Dies ist dann besonders wichtig, wenn Sie die Vielfalt der Informationen und die Komplexität der einzelnen Arbeitsschritte zu überfordern drohen.

Ein Konzept verfolgt ein übergeordnetes Ziel. Es dient zum Beispiel als Informationsgrundlage für weitere Arbeitsschritte. Formulieren Sie nun auch das höhere Ziel und halten Sie es ebenfalls schriftlich fest.

Beispiel: Formulierung des Konzeptziels

Das Konzept dient als Entscheidungsgrundlage für das Meeting mit der Werbeagentur am 20. Februar.

Persönliche Ziele formulieren

Überlegen Sie nun, ob Sie noch weitere Ziele mit Ihrem Konzept verfolgen. Es kann sich hier beispielsweise um persönliche Ziele handeln, die nicht unmittelbar mit der Arbeitsaufgabe in Verbindung stehen, aber dennoch wichtig sind.

Beispiel: Formulierung des persönlichen Konzeptziels

Ich möchte mit meinem Konzept die Werbeagentur überzeugen und für die von mir gefundene Lösung gewinnen. Mit dem Konzept möchte ich mich als Leiter der Werbekampagne empfehlen.

Halten Sie sich nicht mit Scheinproblemen auf, mit denen Sie letztlich nur unnötig Ihre Fähigkeiten infrage stellen. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche Ihres Konzepts:

Unmittelbares Ziel

Welches Ziel verfolgt Ihr Konzept?
Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen Sie dabei beachten?

Übergeordnetes Ziel

Welchem unternehmerischen Zweck dient Ihr Konzept?

Persönliches Ziel

Was wollen Sie mit dem Konzept für sich beruflich oder persönlich erreichen?

Zeitplan realistisch festlegen

Ein Mehr an Zeit ist dann keine Lösung, wenn Sie nicht genau eingrenzen, wie viel mehr Zeit notwendig ist, damit Sie Ihr Konzept erarbeiten können. Jede Arbeit beansprucht (fast) genau so viel Zeit, wie Sie dafür im Voraus einplanen.

Befreien Sie sich von unnötigem Druck, indem Sie einen realistischen Zeithorizont für die Entwicklung Ihres Konzepts festlegen und einplanen. Den Zeithorizont sollten sie optimistisch formulieren: „Wenn mein Konzept fertig ist, haben wir den 31. März.“ Anstatt: „Bis zum 31. März ist mein Konzept fertig.“

Das klingt nicht nur optimistischer, sondern ist auch dann noch glaubhaft, wenn der eine oder andere Arbeitsschritt länger als geplant dauern sollte.

Perfektionismus vermeiden

Die beiden größten Zeitfallen beim Ausarbeiten eines Konzepts bestehen darin, entweder zu viel oder zu wenig Zeit auf die einzelnen Arbeitsschritte zu verwenden. Wenn Sie der Konzeptionierung zu viel Zeit einräumen, geraten Sie in die Perfektionismus-Falle. Die Gefahren des Perfektionismus liegen darin, sich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln, Wesentliches zu übersehen oder es im Unwesentlichen untergehen zu lassen. Nicht zuletzt droht Zeitmangel: Das Konzept wird nicht rechtzeitig fertig, und wenn doch, dann ist es nicht optimal ausgearbeitet.

Lösen Sie sich vom Perfektionismus, indem Sie sich von überhöhten Ansprüchen an die Qualität Ihrer eigenen Arbeit verabschieden. Es genügt, dass Sie eine Aufgabe gut bis sehr gut erledigen. Wenn Sie mit angemessenem Arbeitsaufwand ein gutes Konzept erarbeiten, sparen Sie viel Zeit, die Sie sinnvoller in andere Aufgaben investieren können. Zeit können Sie unter anderem dadurch sparen, dass Sie die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen und Teilaufgaben an andere Kollegen delegieren.

Schlamperei vermeiden

Wenden Sie zu wenig Zeit auf, arbeiten Sie unter Umständen schlampig. Schlamperei kann durch das Aufschieben von Aufgaben, echten Zeitmangel oder schlicht aus Kapitulation vor dem großen Arbeitsaufwand entstehen.

Durch Schlamperei werden Konzepte unvollständig, schlimmstenfalls unbrauchbar, weil sie diffus oder widersprüchlich sind. Das Konzept führt zu Fehlentscheidungen, erfordert zeitaufwendige Nachbesserungen oder findet bei der Zielgruppe nicht die gewünschte Akzeptanz.

Pareto-Prinzip anwenden

Beachten Sie das Pareto-Prinzip beziehungsweise die 80:20-Regel: 20 Prozent des Arbeitsaufwands erbringen bereits 80 Prozent des Erfolgs. Umgekehrt tragen 80 Prozent der aufgewendeten Zeit – eben der Teil, der auf die Perfektionierung verwendet wird – nur zu 20 Prozent des Erfolgs bei. Konzentrieren Sie sich daher auf diejenigen 20 Prozent, mit denen Sie den größten Teil der Arbeit erledigen können. Minimieren Sie denjenigen Anteil, der Ihre Arbeit zwar perfektioniert, aber das Endresultat nicht mehr wesentlich verbessert.

Zeiten für die Vorbereitung großzügig bemessen

Planen Sie die Arbeit an Ihrem Konzept im Tages- und Wochenablauf ein und reservieren Sie sich feste Zeiten, zu denen Sie telefonisch nicht erreichbar sind und Ihr E-Mail-Programm schließen. Lassen Sie sich nicht von äußeren Einflüssen stören. Kalkulieren Sie deutlich mehr Zeit für die Vorbereitung ein – also für die kreative Ideenfindung, die Informationssammlung, -strukturierung und -interpretation – als für das Ausformulieren Ihres Konzepts.

Die gründliche Vorbereitung Ihrer Konzeptinhalte sollte etwa 60 bis 80 Prozent Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, die Ausführung beziehungsweise Ausformulierung hingegen nur etwa 20 bis 40 Prozent. Der Grund: Meist wird der Aufwand für die Beschaffung und Ordnung der Informationen erheblich unterschätzt, der Aufwand für das Formulieren des Konzepts aber überschätzt. Man glaubt, bereits alles Wesentliche zu wissen und beginnt, das Konzept zu schreiben.

Nicht vor der Schwierigkeit und Komplexität der Aufgabe kapitulieren

Oft müssen unterschiedliche Fakten zueinander in Beziehung gesetzt und interpretiert werden. Die Unterlagen sind häufig inhaltlich derart heterogen, dass man schlicht keinen Durchblick hat. Insbesondere wenn eine Sachlage widersprüchlich und unklar zu sein scheint, ist es nicht einfach, daraus ein stimmiges Bild und ein schlüssiges Konzept zu entwickeln.

Ein anderes Problem besteht in der Komplexität vieler Sachverhalte. Komplexität ist nicht zu verwechseln mit Kompliziertheit. Kompliziert heißt schwierig, komplex jedoch vielschichtig, miteinander vernetzt oder ein System bildend.

Viele Sachverhalte sind nicht nur kompliziert, sondern auch komplex – aber trotzdem handhabbar. Auch für das Abwägen und Interpretieren unterschiedlicher Informationen gibt es qualitativ bewertende wie quantitativ messende Methoden, wie zum Beispiel die Morphologische Matrix oder den Papiercomputer. Lassen Sie sich also nicht gleich zu Beginn der Konzepterstellung von der schieren Menge der Informationen und der Komplexität der Aufgabe demotivieren.

Erst recherchieren und strukturieren, dann schreiben

Mehrfache Schleifen zwischen Recherchieren, Strukturieren und Formulieren beziehungsweise Vorbereitung und Ausführung zeugen von einem unsystematischen Arbeitsstil und erhöhen den Zeitaufwand. Die Wiederholung von Arbeitsvorgängen lässt sich auch unter Zeitdruck durch gekonnte Recherche, Strukturierung und Gewichtung der benötigten Informationen vor Beginn der Schreibphase vermeiden.

Über die Autorin
Dr. Sonja Ulrike Klug

Sonja Ulrike Klug hat im Auftrag von Dienstleistern und Industrieunternehmen in 25 Jahren mehr als 200 Corporate Books betreut, von denen etliche zu Bestsellern und Longsellern wurden. Sie ist Autorin von 19 Büchern zu den Themen „Corporate Books“, „Unternehmenskommunikation“, „Wirtschafts- und Kulturgeschichte“.

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