KreativitätLangeweile macht einfallsreich

© Andres Rodriguez - Fotolia.com
Gute Laune, Ablenkung und sogar Langeweile steigern den Einfallsreichtum. Zu diesen überraschenden Ergebnissen kommen wissenschaftliche Untersuchungen.
erschienen: 05.07.2012
Schlagwörter: Kreativität
(1 Bewertung)

Man kann nur dann als Führungskraft Erfolg haben, wenn man selbst ein kreativer Mensch ist. Davon ist die Mehrheit der Führungskräfte überzeugt, die von der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft für die Studie „Kreativität und Führung. Wunsch, Wirklichkeit oder Widerspruch?“ befragt wurden. Kreativität wird außerdem als wichtigste Führungsqualität der Zukunft eingeschätzt. Das hat eine andere, internationale Studie von IBM ergeben. Kreativität gilt als Ressource, die Unternehmen strategisch nutzen können. Und zwar in vielen unterschiedlichen Bereichen: In Innovation, Marketing, Geschäftsführung, Controlling, Produktion oder Einkauf.

Was aber ist Kreativität und wann sind Menschen kreativ? Kreativität zeigt sich in

  • kreativen Produkten: das Produkt ist neu, überraschend und bedeutsam (zum Beispiel der iPod von Apple);
  • kreativen Prozessen: Denk- und Gestaltungsprozesse, die dem Problemlösen dienen (zum Beispiel Brainstorming als Methode);
  • kreativen Persönlichkeiten: jeder Mensch hat kreative Potenziale, die freigesetzt werden können.

Der Psychologe und Kreativitätsforscher Joy Paul Guilford ging davon aus, dass alle Menschen über die Fähigkeit zum kreativen Denken verfügen. Er unterscheidet zwei Denkweisen:

  • Konvergentes Denken: übereinstimmendes Denken bei wohl definierten Problemen.
  • Divergentes Denken: unterschiedliches, entgegengesetztes oder kreatives Denken bei schlecht definierten Problemen.

Kreativität erfordert eine Kombination beider Denkweisen. Wer kreativ ist, generiert einerseits verschiedene Lösungswege und setzt andererseits seine Idee gezielt um. Dafür ist auch eine reiche Wissensbasis nötig.

Das Problem an der Kreativität: Sie wird massiv gehemmt. Zum Beispiel behaupten Grundschullehrer, großen Wert auf einfallsreiche Kinder zu legen, bewerten aber die Charaktereigenschaften gerade der kreativsten am schlechtesten. Das zeigt eine Untersuchung des Psychologen Erik Westby. Und auch sonst kommt es in Schule und Beruf mehr auf Ergebnisse statt auf Lösungswege an. Für die meisten Unternehmen ist die Beurteilung und nicht die Produktion der Ideen wichtig. Außerdem gelten Mitarbeiter, die ständig neue Ideen vorschlagen, als unbequem. Etwas Neues weicht immer vom Alten ab und wirkt damit irritierend und provozierend.

StichwortKreativität

Kreativität wurde aus dem englischen Begriff „creativity“ abgeleitet, der als wissenschaftliches Konstrukt in den 50er Jahren in der Kreativitätsforschung in den USA entstand. Der Begriff lässt sich auch zurück führen auf das lateinische „creare“, das „zeugen“, „gebären“ oder „erschaffen“ bedeutet. Kreativität hat also mit Schöpfung und Schöpfungskraft zu tun. Es umfasst ein Denken in Möglichkeiten und Alternativen.

Oft wird angenommen, dass kreative Produkte nur durch kreative Prozesse entstehen und dass kreative Prozesse nur in kreativen Persönlichkeiten stattfinden können. Das ist falsch. Menschen sind selbst dann kreativ, wenn sie das nicht bewusst beabsichtigen. Eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt, wann Menschen kreativ sind. Die Forscher kommen dabei zu erfreulichen Ergebnissen. Erfreulich, weil das kreative Potenzial schon mit einfachen Mitteln aktiviert werden kann.

« zurückTeil 1 von 3weiter »
(1 Bewertung)  Artikel bewerten

Über die Autorin
Anette Rößler

Anette Rößler ist Redakteurin bei business-wissen.de. Die Dipl.-Sozialwissenschaftlerin schreibt Buchrezensionen und Dossiers zu betriebswirtschaftlichen Themen sowie neue Beiträge für das Management-Handbuch von business-wissen.de.

AnschriftAnette Rößler
www.business-wissen.de
Bismarckstraße 21
76133 Karlsruhe
Tel.+49 721 1839720
E-Mailroessler@business-wissen.de
Webwww.business-wissen.de
Facebookwww.facebook.com/...