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KundensegmentierungFamilien sind wichtige Zielgruppe

Unternehmen sollten ihre Produkte und Dienstleistungen stärker auf Familien ausrichten, denn hier gibt es noch Wachstumspotenzial.
erschienen: 22.04.2010

Die Berliner Strategieagentur diffferent hat auf der Basis von qualitativen Inhome-Interviews eine neue Familien-Typologie in Deutschland entwickelt. Die sechs wichtigsten Familientypen, die die Studie "Familie 2010" ermittelt hat, sind:

  • die klassische,
  • die alleinerziehende,
  • die Bi-Nationale-,
  • die Wochenend-,
  • die Patchwork- sowie
  • die Großfamilie.

Es zeigt sich, dass die Zahl alternativer Familienmodelle in Deutschland steigt: Familie ist auch dort, wo nicht-eheliche Partnerinnen und Partner zusammenleben und Verantwortung für nicht-leibliche Kinder oder Eltern übernehmen. Aber auch die jeweiligen Muster der Werteinstellungen und des Konsumverhaltens differenzieren sich immer weiter. Jan Pechmann, Geschäftsführer von diffferent, sagt:

"Unternehmen sind über Segmente wie Singles oder Best Ager oft besser im Bilde als über die Familie. Markenhersteller und Dienstleister müssen sich stärker um diese wichtigste Zielgruppe Deutschlands kümmern, um in die Lieferantenkette der Familien aufgenommen zu werden. Die Familien brauchen in Deutschland nicht nur politische Unterstützung, sondern vor allem neue Produkte und Services, die auf die jeweiligen Familientypen zugeschnitten sind."

Die diffferent-Studie zeigt, wie Markenhersteller und Dienstleister einen Mehrwert für die Bedürfnisse der Familientypen bieten können und definiert sieben Innovationsfelder, in denen Unternehmen erfolgreich neue Produkt- und Service-Ideen entwickeln können. Zum Beispiel das Innovationsfeld "Zeit zu Zweit": Elternpaare verstehen sich nicht nur als "Mama und Papa", sondern auch als "Frau und Mann". Eltern möchten sich von der Dominanz der Kindererziehung im Alltag nicht komplett überrollen lassen. Deshalb suchen sie gezielt nach Refugien, in denen sie sich ganz auf sich, den Partner oder auf gemeinsame Freunde konzentrieren können! Die kurze Zeit zu zweit empfinden sie als besonders wertvoll und geben dafür auch viel Geld aus, um sie in vollen Zügen zu genießen.

Offenbar ist hier ein wachsender Markt entstanden, in dem sich bereits zahlreiche Unternehmen mit pfiffigen Geschäftsmodellen tummeln, die dabei auch das Internet nutzen: Unternehmen wie Cleanbox (Internet-Wäscherei), Babysitterdienste oder das Call a Oma-Netzwerk sowie zahlreiche Applikationen für das iPhone und andere Endgeräte erleichtern die effiziente Organisation des Kleinunternehmens "Familie". Aber auch Lebensmittel- und Konsumgüterhersteller gehen auf die neu entstandenen Bedürfnisse der Familien ein.

Hinweis

Weiteres zur Studie erfahren Sie hier:

Familie 2010

[Quelle: diffferent; Bild: Fotolia.com]

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