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MännerdominiertFrauenanteil in Vorstandsetagen gering

Unter den 833 Vorstandsmitgliedern der 200 umsatzstärksten Unternehmen befinden sich gerade einmal 21 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 2,5 Prozent.
erschienen: 03.02.2010

Während in den insgesamt 200 umsatzstärksten Unternehmen der Frauenanteil 2,5 Prozent beträgt, unterschreitet der Frauenanteil in den Vorständen der 100 größten Unternehmen sogar die Ein-Prozent-Marke. Frauen halten dort nur vier von 441 Sitzen. Bei den 50 größten Unternehmen findet sich schließlich nur ein einziges weibliches Vorstandsmitglied: Barbara Kux, die das Supply Chain Management bei Siemens leitet. Sie ist die einzige Frau im Vorstand eines Dax-30-Unternehmens. Auch im Finanzsektor stellen Frauen nicht einmal drei Prozent der Vorstandsmitglieder – obwohl sie die Mehrheit der Beschäftigten in dieser Branche stellen.

Aufsichtsräte: Frauen meist von Arbeitnehmerseite entsandt

In den Aufsichtsräten sieht die Lage etwas besser aus – der Frauenanteil der Top200-Unternehmen stagniert hier seit Jahren bei etwa zehn Prozent. Zur Spitzengruppe mit einem Frauenanteil von mehr als 25 Prozent im Aufsichtsrat zählen die mittlerweile insolvente Karstadt (35 Prozent), Sanofi Aventis (33,3 Prozent) sowie VR-LEASING (27,3 Prozent). DIW-Expertin Elke Holst sagt:

„Die weiblichen Aufsichtsratsmitglieder werden allerdings überwiegend von den Arbeitnehmern gestellt, die aufgrund der Mitbestimmungsregeln Vertretungen in den Aufsichtsrat entsenden.“

Laut der DIW-Studie trifft dies auf 71,6 Prozent aller weiblichen Aufsichtsräte der Top200-Unternehmen zu.

Männerdominanz macht Frauen zu Außenseiterinnen

Die Ursache für die enorme Dominanz von Männern in Führungspositionen sehen die Autorinnen unter anderem in Geschlechterstereotypen und fehlenden Vorbildern. Männer hätten laut Elke Holst eine viel größere Bandbreite von Rollenvorbildern, denen sie nacheifern könnten. Als Außenseiterinnen sei es für Frauen schwerer, in die einflussreichen „Old-Boys-Networks“ in den Spitzengremien vorzudringen. Ein größerer Frauenanteil könne für junge Frauen neue Vorbilder schaffen und zu einem Umdenken führen.

Ohne Sanktionen keine Trendwende

Das Problem sei kein rein deutsches, sondern bestehe – in unterschiedlichem Ausmaß – in vielen Ländern. Ein positives Beispiel bilde Norwegen, wo der Anteil an Frauen in den Aufsichtsräten bei 42 Prozent liegt. In Norwegen wurden die Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Aufsichtsräte zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen. Die DIW-Expertin sagt dazu:

„Das Beispiel Norwegen zeigt, dass wir verbindliche Regeln brauchen, um den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich zu erhöhen. Ohne verbindliche Regelungen wird es keine Trendwende geben.“

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen weiterhin massiv unterrepräsentiert. Von Elke Holst und Anita Wiemer. In: Wochenbericht 04/2010 | PDF, 369.8 KB

[po; Quelle: DIW; Bild: Kzenon - Fotolia.com]