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Mergers & AcquisitionsUnternehmen verlieren bei Fusionen Top-Talente

Während Veränderungsprozessen, zum Beispiel bei Fusionen oder Übernahmen, verlassen viele talentierte Mitarbeiter das Unternehmen. Eine Mitarbeiterbindungsstrategie ist hier eine sinnvolle Gegenmaßnahme.
erschienen: 15.03.2010

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Europa haben mit ihrer jüngsten Übernahme oder Fusion weder das geplante finanzielle noch das strategische Ziel erreicht. Trotz dieser durchwachsenen Bilanz planen fast drei Viertel der Unternehmen, ihre Transaktionsaktivitäten in den kommenden zwei Jahren entweder auf ähnlichem Niveau zu halten oder sogar zu steigern. Weltweit wurden im vergangenen Jahr Transaktionen im Wert von insgesamt knapp zwei Billionen US-Dollar getätigt. Dies sind Ergebnisse der Studie „Global M&A-Survey 2010“, bei der die Personalmanagement-Beratung Hewitt Associates 278 global agierende Unternehmen zu ihren Transaktionsplänen befragt hat.

Personal: Erfolgsfaktor Nummer eins

Im Rahmen einer Transaktion ist ein zielgerichtetes Change Management Programm erfolgsentscheidend. Dieser Meinung sind 62 Prozent der Unternehmen weltweit. Das Change Management Programm muss Führungskräfte optimal motivieren und die Leistungsträger in Schlüsselpositionen im Unternehmen halten. Jedoch gaben 57 Prozent an, während eines Veränderungsprozesses in der Vergangenheit wichtige Entscheidungsträger und talentierte Mitarbeiter verloren zu haben.

„Zwei Drittel der befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass Mitarbeiter und Unternehmenskultur kritische Faktoren bei einer Übernahme sind. Will eine Firma ihre Ziele und Erwartungen vollständig erfüllen, muss sie deutlich mehr Zeit für die Bewertung von Positionen wie zum Beispiel dem Humankapital, der Organisationsstruktur und der Führungskompetenz veranschlagen“,

sagt Nadja Varlese, Senior Consultant und Themenverantwortliche für den Bereich Change Management der HR-Beratung von Hewitt Associates.

Bereits frühere Analysen von Hewitt aus dem Jahr 2008 haben gezeigt, dass bei einem Transaktionsvolumen von 568 Milliarden US-Dollar mehr als 54 Milliarden US-Dollar, das sind zehn Prozent des gesamten Transaktionswertes, davon abhängen, ob die wichtigen Mitarbeiter das Unternehmen im Change-Prozess verlassen oder nicht.

Transparente und effektive Strategien sind gefragt

Unternehmen bereiten oftmals gerade in Krisenzeiten künftige Transaktionsaktivitäten und Übernahmen vor. Bereits diese Phase kann über Erfolg oder Misserfolg der geplanten Veränderung entscheiden. Wichtig ist eine formale, klar erkennbare und effektive Strategie, insbesondere für das Managementteam und die Kerntalente.

Hewitt hat im Rahmen der aktuellen Studien sogenannte Top-Performer mit Unternehmen, die ihre Transaktionsziele verfehlt haben, verglichen. Top-Performer haben demnach eine effektivere und vor allem richtungsweisende Strategie, um Führungskräfte und Mitarbeiter im Veränderungsprozess zu motivieren und zu binden. Lediglich ein Drittel der weniger erfolgreichen Unternehmen werten ihre Führungskräfte- und Mitarbeiterbindungsstrategie bei einer Transaktion als effektiv.

Im Vergleich dazu sind 70 Prozent der Top-Performer von der Effektivität ihrer Strategie überzeugt. Varlese sagt:

„Eine transparente und akzeptierte Strategie ist zwingend erforderlich, um mit der gesamten verfügbaren Arbeitskraft den angestrebten Erfolg zu realisieren. Nur so können sich Unternehmen auch in harten ökonomischen Zeiten tatsächlich einen stabilen Wettbewerbsvorteil verschaffen.“

[Quelle: Hewitt Associates; Bild: Falco - Fotolia.com]