MitarbeiterbefragungDurch Fragen Missstände aufdecken

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Mitarbeiterbefragungen binden die Mitarbeiter aktiv ein. Vorgesetzte erhalten so wertvolle Informationen über das, was zukünftig besser werden muss.
erschienen: 06.08.2015
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Wie und wodurch entsteht Exzellenz in einem Unternehmen? Der Managementdenker Tom Peters hat das in einem Vortrag einmal wie folgt ausgedrückt: „Organisationen sind nichts weniger als Kathedralen, in denen die unterschiedlichsten Menschen mit der entfesselten Macht ihrer Fantasie, ihres Geistes und ihres angeborenen unternehmerischen Gespürs leidenschaftlich nach Spitzenleistungen streben.“ Um dieses Ziel zu erreichen, eignet sich auch das aktive Einbinden der Mitarbeiter durch Mitarbeiterbefragungen. Folgende Fragen können dabei zum Einsatz kommen:

Blitzlicht-Umfragen

Blitzlicht-Umfragen bestehen aus kurzen Sondierungsfragen, die sich jederzeit einsetzen lassen und danach zügige Korrekturen möglich machen. Hierzu eignet sich am besten die schriftliche Form.

Mitarbeiterbefragung: Beispiele für die Blitzlicht-Umfrage

    • Welches sind die drei Dinge, die Sie sich von Ihrem Vorgesetzten am meisten wünschen?
    • Würden Sie sich heute wieder für unser Unternehmen entscheiden? Wenn ja, aus welchen Hauptgründen? Wenn nein, weshalb nicht?

Die zweite Frage kann jederzeit alleine gestellt werden. Dabei muss absolute Anonymität gewährleistet sein, um ehrliche Antworten zu erhalten.

Sollten sich negative Antworten ergeben, dürfen Vorgesetzte nicht den Versuch unternehmen herauszufinden, welcher Mitarbeiter eine negative Antwort gegeben hat. Ein solcher Vertrauensbruch wäre, auch im Hinblick auf alle anderen Mitarbeiter, nicht reversibel.

Gewissensfrage

Bei der Gewissensfrage handelt es sich um eine emotionale Frage. Die Antworten können Vieles ans Licht bringen, was man vielleicht schon immer einmal gerne wissen wollte. Zum Beispiel, wie sich der Mitarbeiter in einer bestimmten Situation fühlte. Oder was der Kunde in einer bestimmten Situation gesagt hat und aus welchem Grund. Womöglich wird der Vorgesetzte so auch erfahren, was die Mitarbeiter schon vor ihm wussten und worin die eigentlichen Gründe für hartnäckige Probleme liegen. Die Gewissensfrage eignet sich deshalb besonders, um die wahren Ursachen für etwas herauszufinden und in der Folge die richtigen korrigierenden Schritte einzuleiten.

Mitarbeiterbefragung: Beispiel für die Gewissensfrage

    Stellen Sie sich vor, Sie wären unser Unternehmensgewissen. Was würden Sie uns sagen?

Fokussierende Fragen

Jeder Mitarbeiter muss individuell zur Leistung motiviert werden. Fokussierende Fragen kommen seinen wahren Beweggründen am schnellsten auf die Spur, ohne ihm selbst zu nahe zu treten. Vorgesetzte sollten dabei offen für alles sein, denn nicht selten hört der Gefragte latente Erwartungen heraus.

Mitarbeiter werden immer auch ins Kalkül ziehen, was der Chef wohl gerne hören will. Sie werden ihm sogar dann gefallen wollen, wenn es für das Unternehmen kontraproduktiv ist. Kein Mitarbeiter wird je die ganze Wahrheit erzählen, denn letztlich entscheidet der Chef über das „Leben und Sterben“ eines Beschäftigten.

Mitarbeiterbefragung: Beispiele für fokussierende Fragen

    • Was wäre Ihr größter Wunsch an mich als Führungskraft?
    • Wenn es eine Sache gibt, die Sie in Zukunft keinesfalls mehr machen wollten, was wäre das?
    • Wenn es eine Sache gibt, die Sie in Zukunft unbedingt übernehmen wollten, was wäre das?
    • Wenn es eine Sache gibt, die Ihnen im Hinblick auf Ihre Arbeit als besonders nutzlos erscheint, was wäre das Nutzloseste für Sie?
    • Wenn es eine Sache gibt, die wir unbedingt verändern sollten, was wäre das Wichtigste für Sie?

Fazit

Durch Mitarbeiterbefragungen erhalten Vorgesetzte präzise Informationen über zum Beispiel schlechte Arbeitsplatzbedingungen, betriebliche Zwänge, Doppelarbeit und Zeiträuber, über Kommunikations-, Schnittstellen- und Kundenprobleme und damit über die eigene Betriebsblindheit, die sich negativ auf die Loyalität der Mitarbeiter auswirkt. Mitarbeiterbefragungen lassen sich relativ schnell durchführen. Heute gefragt, kann morgen schon etwas geändert werden.

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Über die Autorin
Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, zehnfache Buch- und Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing und ein kundenfokussiertes Management. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum und ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen.

AnschriftAnne M. Schüller Marketing Consulting
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