MitarbeiterbindungUnternehmen binden Mitarbeiter zu wenig

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Wertschätzung, gutes Betriebsklima und Angebote zur Work-Life-Balance binden Mitarbeiter. Das meinen zumindest die Mitarbeiter. Doch Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander.
erschienen: 14.01.2015

Mitarbeiter zu binden ist für Führungskräfte von zentraler Bedeutung. So sprechen im HR-Report 2014/2015 des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) und des Personaldienstleisters Hays 61 Prozent der Befragten der Mitarbeiterbindung eine sehr hohe beziehungsweise hohe Bedeutung zu. Beim Top-Management sind es sogar 78 Prozent. Dennoch ergreifen Unternehmen immer noch zu wenige geeignete Maßnahmen, um ihre Mitarbeiter zu halten. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit existiert weiterhin, wie die Studie zeigt. 665 Entscheider und Mitarbeiter aus Unternehmen wurden dafür befragt.

Wertschätzende Kultur wird nicht überall umgesetzt

Fast alle Befragten geben an, dass sich eine wertschätzende Unternehmenskultur beziehungsweise ein gutes Betriebsklima besonders gut eignet, um Mitarbeiter zu binden. Gleichzeitig meint nur rund die Hälfte, dass dies bereits umgesetzt sei. Je nach Position variieren hier die Wahrnehmungen: Während rund Dreiviertel der befragten Unternehmensleiter meinen, eine wertschätzende Unternehmenskultur existiere bereits, stimmen dem nur 41 Prozent der Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung zu. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Lebenssituation werden von 67 Prozent der Befragten ebenfalls als zentrales Mitarbeiterbindungsinstrument angesehen. Aber auch hier meinen nur 46 Prozent, dass dies schon umgesetzt sei.

Auch was den Einfluss der Personalentwicklung auf die Mitarbeiterbindung anbelangt, herrschen unterschiedliche Ansichten: So ist zwar für rund Dreiviertel der Mitarbeiter die Personalentwicklung ein wichtiges Instrument, aber nur für 56 Prozent der Top-Manager. Ähnlich sieht es beim mobilen Arbeiten aus: Für die Hälfte der befragten Mitarbeiter bindet die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten ans Unternehmen. Auf Seiten der Geschäftsführung stimmen dieser Aussage jedoch nur rund ein Drittel der Befragten zu.

Mitarbeiterbindung muss künftig individuell erfolgen

Die Studienautoren kommen zum Ergebnis: Um Mitarbeiter zu binden, sollten Unternehmen sehr spezifisch vorgehen und auf die Belange verschiedener Mitarbeitergruppen mit unterschiedlichen Maßnahmen reagieren. Das Gießkannenprinzip, Maßnahmen für alle Mitarbeiter flächendeckend einzuführen, funktioniere nicht mehr. Mitarbeiterbindung müsse zunehmend individuell erfolgen.

Quelle: Hays

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