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MitarbeiterzufriedenheitDie unterschätzte Chance zur Leistungssteigerung

Haben Sie Ihre Mitarbeiter schon gefragt, ob sie zufrieden sind? Besser wäre es, denn davon hängt es ab, wie produktiv ein Unternehmen ist und - noch wichtiger - wie zufrieden die Kunden sind.
erschienen: 10.08.2010

Ein umfangreiches Forschungsprojekt zum Thema „Mitarbeiterzufriedenheitsanalyse in Unternehmen“ der Hochschule RheinMain mit Unterstützung der Strategieberatung 2hm & Associates GmbH fand heraus, dass über 40 Prozent der befragten Unternehmen die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter nicht erfassen. Ein erstes trauriges Resultat, da die Mitarbeiter Produktivitätsfaktor und Botschafter des Unternehmens am Kundenkontaktpunkt eine zentrale Rolle spielen.

Und noch eine zweite schlechte Nachricht lässt sich aus der Studie herauslesen: nur zwei von vier Unternehmen sehen ihre Erwartungen in der Durchführung der Mitarbeiterbefragung erfüllt. Obwohl über 80 Prozent der Unternehmen den positiven Einfluss der Zufriedenheit auf die Produktivität der Mitarbeiter sehen. Sogar 90 Prozent der befragten Manager sind der Überzeugung, dass zufriedene Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung und Stabilisierung des Commitments der Mitarbeiter beitragen.

Nicht zuletzt sind auch über 70 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass sich eine gute Mitarbeiterzufriedenheit auf die Kundenzufriedenheit positiv auswirkt. Darüber hinaus wird weiterer wirtschaftlicher Nutzen in der Verbesserung der Produkt- und Servicequalität sowie im Weiterempfehlungsverhalten des Unternehmens gesehen. Über eine tatsächliche starke Leistungssteigerung berichtet aber nur eins von vier Unternehmen.

Bei diesen auf den ersten Blick ernüchternden Zahlen stellt sich die Frage, was die Gründe für die geringe Zufriedenheit mit dem Management von Mitarbeiterzufriedenheit sind? Auch auf diese Frage liefert die Studie eine Antwort. Geklagt wird von den leitenden Managern in erster Linie über die fehlende Integration der Ergebnisse der Mitarbeiterzufriedenheitsstudien in die Organisation sowie über ein mangelndes Umsetzungsvermögen von Maßnahmen aus den Ergebnissen. Dazu wird von den befragten Unternehmensvertretern ausgeführt, dass ungenügende Führungsleistung und eine geringe Relevanz den Erfolg verhindern. Der Untersuchungsleiter Prof. Dr. Heidel betont deshalb:

„Die Befragung von Mitarbeitern allein misst zunächst nur die Leistung und verbessert sie nicht. Erst ihr Einsatz als Instrument zur Verbesserung und die koordinierte Ableitung von konkreten Maßnahmen liefern wirtschaftlichen Nutzen“.

Mitarbeiterbefragungen zur Schwachstellenanalyse nutzen

Die Mitarbeiterbefragungen sind deshalb nach Ansicht von Leif Steinbrinker, Partner bei 2hm, „nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Verbesserung der Unternehmensleistung“. Als Mittel zur besseren Integration der Ergebnisse der Mitarbeiterstudien streben daher über 60 Prozent der Unternehmen die Ziele einer Verbesserung und Öffnung des Kommunikationsprozesses an. Der Schwerpunkt bei der Verbesserung des Kommunikationsprozesses liegt bei 80 Prozent der befragten Manager, die eine Mitarbeiterbefragung durchführen, auf Maßnahmen zur Intensivierung des internen Informationsflusses. Bei 70 Prozent der Unternehmen stehen hingegen Schulungsmaßnahmen für Führungskräfte auf der Agenda. Dr. Jörg Beckmann, Leiter der Unit HR bei 2hm, erklärt:

„Veränderung der internen Kommunikation und ein richtiges Führungsverhalten stellen wichtige Stellhebel der Verbesserung von Motivation, Zufriedenheit und Mitarbeiter-Commitment dar.“

Messung der Mitarbeiterzufriedenheit ein Erfolgsfaktor

Unternehmen, denen es gelingt, konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten und daraus zielgerichtete Verbesserungsmaßnahmen in den relevanten Bereichen umzusetzen, betonen hingegen die Bedeutung der Mitarbeiterzufriedenheitsanalyse für den Erfolg. Leitende Manager in diesen Unternehmen sehen die Mitarbeiterbefragung als Ausgangspunkt für die Steigerung der Gesamtleistung des Unternehmens, der Erzielung von Imagevorteilen gegenüber Wettbewerbern und der Reduktion der Fluktuationsrate bei qualifizierten Mitarbeitern.

Charakteristisch für diese Unternehmen ist ferner, die Kontinuität bei der Messung von Mitarbeiterzufriedenheit, der Zusammenarbeit bei der Durchführung mit einem externen Dienstleister und der Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit in mehreren Unternehmensbereichen.

Wirksamkeit erfordert jedoch ein solides Fundament in der Messung, Durchführung und Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit. Leif Steinbrinker, Partner und Strategieberater bei 2hm, sagt:

„Die Ergebnisse zeigen, dass das Potenzial der Mitarbeiterbefragung als Instrument der Leistungssteigerung eines Unternehmens noch nicht ausgeschöpft ist. Motivation und Zufriedenheit sind schließlich einer der wesentlichen Stellhebel für die Zukunftssicherung der Unternehmen.“

Zur Studie

Als Interviewpartner standen 500 leitende Manager aus einer Grundgesamtheit von knapp 6.000 Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zur Verfügung. Nähere Informationen zur Studie finden Sie hier:

Fokus Mitarbeiterzufriedenheit

[Quelle: 2hm & Associates GmbH; Bild: kebox - Fotolia.com]

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