Archiv

Moderne JobsucheMit einer Bewerbungshomepage überzeugen

Nicht nur Bewerbungen per E-Mail sind immer häufiger erwünscht. Auch Bewerberhomepages sind eine moderne Art, sich den Unternehmen zu präsentieren.
erschienen: 08.07.2010
Schlagwörter: Bewerbung, Selbstmarketing

Neben der klassischen Bewerbungsmappe und der Bewerbung per E-Mail oder über Online-Portale stellt die eigene Bewerbungshomepage einen modernen Baustein in der Kommunikation für Jobsuchende dar. Sie kann sehr gezielt im eigenen Netzwerk, in Verbindung zu Personalberatern und -agenturen sowie mit potenziellen Arbeitgebern eingesetzt werden.

Inhalte der Bewerbungshomepage

„Alle relevanten Informationen wie beruflicher Werdegang, Ziele, Erfolge, Zeugnisse, Referenzen sowie ein persönliches Kurzporträt lassen sich hierarchisch strukturieren und sinnvoll miteinander verlinken“,

betont Christian Braun, Business Coach und Managementtrainer. Den eigenen Lebenslauf, wie er in der Regel in Papierform vorliegt, eins zu eins ins Internet zu stellen, ist jedoch weniger zielführend. Die eigene Präsenz im Web muss passen. Sie muss der persönliche Türöffner sein, der beim Leser Interesse zur Kontaktaufnahme weckt und ein Gespräch oder Interview nach sich zieht. Die Bewerbungshomepage ist die eigene, elektronische Visitenkarte und sollte ein Spiegelbild meiner Person, meiner Einstellung sowie meiner Stärken und Fähigkeiten repräsentieren, und die Dinge sehr präzise auf den Punkt bringen.

Wie in der klassischen Kommunikation und spätestens im Vorstellungsgespräch notwendig, sollte auch bei einer Bewerbungshomepage Klarheit über die drei wichtigen „Wo-Fragen“ herrschen:

  • Wo komme ich beruflich her (bisherige Tätigkeiten und Erfolge)?
  • Wo stehe ich heute (Gründe für einen Wechsel)?
  • Wo will ich hin (zukünftige Ziele)?

Denn auch bei einer Bewerbungshomepage unterscheidet sich das Leseverhalten eines Internet-Users von dem, eines Zeitungs- oder Buchlesers. Aspekte können nicht persönlich erläutert werden, der Leser liest normalerweise schneller und springt möglicherweise im Text umher. Aus diesen Gründen sind präzise Überlegungen über die eigene berufliche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft essenziell. Darüber hinaus dienen sie als exzellente Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch. Denn die drei wichtigen „Wo-Fragen“ sind im auch im Interview ein wesentlicher Bestandteil und dienen der eigenen Darstellung und Positionierung. Zudem steigt die Erwartungshaltung der Personaler und Fachvorgesetzten in Unternehmen über eine diesbezügliche Klarheit mit der größer werdenden Berufserfahrung der Kandidaten stark an.

Aus der Sicht einer Fach- oder Personalabteilung eines Unternehmens oder eines Personalberaters hat eine Bewerbungshomepage bestehend aus einem einzigen Link immense Vorteile. Während einer Konferenz, einer Besprechung, eines Workshops oder auf der Dienstreise kann bequem auf einen Link geklickt werden. Es bietet somit den Verantwortlichen im Bewerbungsprozess einen größeren, zeitlichen Freiraum zur Informationsgewinnung sowie eine höhere Flexibilität.

Achtung bei der Vertraulichkeit

Jeder aktiv wie passiv Jobsuchende sollte sich selbstverständlich darüber im Klaren sein, dass man sich mit einer individuellen Bewerbungshomepage im World Wide Web „tummelt“. Ein Personalprozess, wie es der Bewerbungs- oder Rekrutierungsprozess darstellt, unterliegt hier selbstverständlich sensibleren Maßstäben. Jobsuchende, die sich aufgrund einer Werksschließung, einer Verlagerung, einer Insolvenz, einer betriebsbedingten Kündigung oder aus einer Transfergesellschaft heraus nach einer neuen beruflichen Möglichkeit umschauen, können in Bezug auf die Vertraulichkeit des Bewerbungsverfahrens mit „offeneren Karten“ spielen. Auch für Berufsanfänger oder allgemeiner für die „Generation Y“ mag dieser Aspekt weniger wichtig sein.

Bei Personen mit Berufserfahrung jedoch, die sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden, gewinnt dieses Thema in den meisten Fällen schnell an Gewichtung. Wie bei einer Bewerbung in Papierform, per E-Mail oder Online-Portale über Personalberatungen oder direkt zu potenziellen Arbeitgebern wird auch hier ein gewisses Maß an Diskretion und Schutz der eigenen Daten erwartet.

Um nun sicherzustellen, dass lediglich autorisierte Personen die Daten der eigenen Bewerbungshomepage lesen können, werden einfache und effektive Lösungen angeboten. Mario Stamm, Experte für Weblösungen und Geschäftsführer der MCM NetworX GmbH, sagt:

„Eine HTTP-Authentifizierung erlaubt nur ausgewählten Lesern den Zugriff auf bestimmte Daten und Webseiten. Zudem ist es möglich, das Auffinden der Homepage durch Suchmaschinen zu verhindern.“

Fazit

Eine personifizierte Bewerbungshomepage bietet Jobsuchenden moderne und größere Möglichkeiten, sich dem eigenen Netzwerk, Personalberatungen und Unternehmen zu präsentieren. Durch die notwendige Standortbestimmung der eigenen Situation (zum Beispiel drei „Wo-Fragen“) und die „Übersetzung“ in eine Marketingsprache dient sie darüber hinaus als ideale Vorbereitung auf ein Interview oder Vorstellungsgespräch. Da zusätzlich auch die eigentliche IT-Umsetzung wichtig ist, ist von einem Webauftritt in Eigenregie abzuraten. Der Prozess sollte von einer Bewerbungs- und Karriereberatung sowie von einem professionellen IT-Dienstleister unterstützt und begleitet werden.

[Bild: Andrzej Puchta - Fotolia.com]

Über den Autor
Dr. Markus Braun

Dr. Markus Braun ist Unternehmensberater für HR-Management. Er verfügt über eine langjährige praktische Erfahrung im Bereich Human Resources in international agierenden Firmen und unterstützt Unternehmen zur Optimierung der Personalarbeit.

AnschriftUnternehmensberatung HR-Management
Am Perlacher Forst 202
81545 München
Telefon+49 89 69804440
E-Mailinfo@braun-hrconsulting.de
Internetwww.braun-hrconsulting.de

Weitere Artikel des Autors