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NachwuchsförderungWie Chefs ihre Azubis motivieren

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Auszubildende müssen vom Arbeitgeber motiviert werden. Zu Beginn ihrer Tätigkeit und auch danach. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt und wie Chefs das anstellen.
erschienen: 21.11.2011

Mit Beginn der Ausbildung starten junge Menschen in ein neues Leben. Im Idealfall gehen sie mit einer enthusiastischen Grundmotivation in den Ausbildungsbetrieb, sind wissbegierig und in einem gesunden Maße ehrgeizig. Doch was passiert, wenn diese positive Grundhaltung Schaden nimmt? Wie können Vorgesetzte vorbeugen und die Leistungsbereitschaft Ihrer Auszubildenden fördern?

Motivation, Arbeitskraft und Ideen – dieses Potenzial kann durch verschiedene Faktoren ausgebremst werden. Dazu gehören Basisfehler in der Betriebseinführung sowie die Erzeugung von Langeweile durch andauernde Unterforderung und Eintönigkeit. Das kann Frustration erzeugen, die ihrerseits wiederum in Lustlosigkeit, Desinteresse und Unproduktivität von Seiten des Auszubildenden münden kann.

Doch nicht nur die Anfangsphase birgt Motivationsfallen. Im Verlauf der Ausbildungsjahre nährt sich die Motivation des jungen Mitarbeiters nämlich von frischen Impulsen, die ihn herausfordern, Lerneffekte nach sich ziehen und Ziele greifbar machen. Um die Motivation also dauerhaft hochzuhalten, gilt es auf Seiten des Ausbilders, die natürliche Motivation zu fördern und unnötige Fehler zu vermeiden.

Tipps zur Motivationsförderung

Sie als Ausbilder wünschen sich einen engagierten jungen Mitarbeiter, der wissbegierig ist, Eigenständigkeit und Verlässlichkeit entwickelt und Sie in einem angemessenen Rahmen fordert. Um Ihr Ziel zu erreichen, sind drei Faktoren entscheidend: Respekt, Einfühlsamkeit und klare Linien. Die folgenden sieben Tipps binden diese ausschlaggebenden Faktoren gewinnbringend in Ihren Alltag als Ausbilder ein: 

1. Motivation von Anfang an

Wenn Sie Ihren Auszubildenden hoch motiviert wissen wollen, müssen Sie dafür auch die entsprechende Basis schaffen – von Anfang an! Folgende Fragen sind dafür zentral:

  • Haben Sie für eine angemessene Entlohnung gesorgt?
  • Stehen ein ausreichendes Aufgabenfeld und ein Arbeitsplatz bereit?
  • Hat Ihr Schützling einen Mentor, an den er sich bei auftretenden Fragen wenden kann?
  • Begrüßen Sie ihn beim Eintritt in Ihre Firma mit einem Lächeln auf den Lippen?

Die Rahmenbedingungen, die Sie jetzt schaffen, können erste positive oder auch negative Entwicklungen maßgeblich beeinflussen.

2. Einbinden in Prozesse

Scheuen Sie sich nicht davor, Ihren Schützling aktiv in die Prozesse einzubinden. Integrieren Sie ihn, lassen Sie ihn Herausforderungen annehmen. Er möchte Ihren Beruf kennen lernen und ihn selbst erlernen, seinen Lebensunterhalt damit verdienen. Erläutern Sie Ihre Strukturen, Abläufe und Richtlinien – doch lassen Sie ihn unbedingt auch selbst Hand anlegen! Fühlt der junge Mitarbeiter sich angenommen und eingebunden, wächst seine Motivation, einen Teil Ihres Betriebs darzustellen und gute Ergebnisse abzuliefern. Das sorgt für ein gutes Verhältnis zwischen Auszubildendem und Ausbilder.

3. Anerkennung von Individualität und Leistung

Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Ideen und Wünsche, Stärken und Schwächen. Daraus ergeben sich im Verlauf der Ausbildung möglicherweise ganz individuelle Aufgaben. Beobachten Sie Ihren Auszubildenden genau und hören Sie ihm gut zu: Gibt es eine besondere Neigung und Fähigkeit für bestimmte Aufgabengebiete? Was fällt ihm eher schwer, was leicht?

Verurteilen Sie die Schwächen des jungen Mitarbeiters nicht, sondern setzen Sie, je nach Möglichkeit, Akzente zugunsten seiner Stärken. Unterstützen Sie ihn bei Dingen, die nicht auf Anhieb klappen. Alle Menschen haben Schwächen und individuelle Fähigkeiten. Bleiben Sie offen und positiv. Und ganz besonders wichtig: Loben Sie, wenn sie mit der dargebrachten Leistung zufrieden sind!

4. Das Ziel in Reichweite

Wer ein Etappenziel vor Augen hat und es nach einem adäquaten Aufwand auch erreicht, bleibt enthusiastisch und positiv gestimmt. Das sollten Ausbilder ganz besonders beherzigen. Die Selbstbestätigung über erreichte Ziele wirkt für die darauf folgenden Aufgaben wie eine Triebfeder. Sie als Ausbilder müssen aufpassen, dass Sie realistische Ziele setzen. Wird eine Über- oder gar eine Unterforderung deutlich, erzeugt das beim Auszubildenden Enttäuschung. Auch die Art des möglichen Gewinns ist nicht zu unterschätzen: Ein weiteres Stück Selbstständigkeit, Anerkennung im Team, die schon lang gewünschte Mitarbeit bei einem besonderen Projekt, eine Positionsverbesserung oder eine Prämie wirken ungemein motivierend.

5. Transparenz

Wer möchte, dass seine Mitarbeiter zu einem verlässlichen Rad im Getriebe der Firma werden, sollte darauf achten, dass sich der Sinn der jeweiligen Aufgaben klar erschließt. Fördern Sie die Transparenz in Ihrem Unternehmen! Ausbilder halten das Interesse ihrer Schützlinge wach, wenn sie Neugier schüren und Zusammenhänge verdeutlichen. Das fängt beim einzelnen Arbeitsschritt an und hört mit dem Gesamtkonzept des Betriebs auf. Dazwischen sollten Sie deutlich machen, welche Stelle des Uhrwerks der Auszubildende aktuell besetzt und wo seine zukünftigen Möglichkeiten in diesem System liegen.

6. Respektvolles Miteinander

Begegnen Sie Ihren Auszubildenden stets mit Respekt! Seien Sie bereit, sich für sie und ihre Sicht der Dinge zu öffnen. Dieser Punkt sollte im Umgang mit Mitarbeitern eigentlich normal sein – doch wir alle wissen, dass das in der Hektik des Alltags leider nur allzu oft untergeht. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie eine positive Basis im täglichen Miteinander schaffen, wenn Sie Ihrem Gegenüber Wertschätzung entgegenbringen, ihm aufrichtig zuhören und versuchen, gerecht zu sein. Ein gutes Betriebsklima wirkt sich immer vorteilhaft aus – auch auf die Motivation Ihres Auszubildenden.

7. Seien Sie authentisch!

Als Ausbilder sollten Sie klare Linien setzen, aber Ihrem Auszubildenden dennoch auf Augenhöhe begegnen. Wer als Ausbilder authentisch, motiviert und verlässlich auftritt, kann die Entwicklung seines Schützlings allein durch das eigene Auftreten fördern. Auszubildende, die ihrem Ausbilder vertrauen, sind motivierter und lernen besser, da sie keine Gängeleien und Ungerechtigkeiten fürchten müssen. Kommt es zum Konflikt, gilt es, diesen zunächst vollständig und sachlich zu erfassen, um im Anschluss dann eine Lösung zu erarbeiten, die beide Parteien gut anerkennen können. Bleiben Sie mit Ihrem Auszubildenden im Gespräch: Kritik und Lob sollten ganz selbstverständlich ausgesprochen werden. Geben Sie Ziele vor, sprechen Sie Probleme an, motivieren Sie an der richtigen Stelle und bemühen Sie sich stets um ein sicheres Auftreten.

Diese Tipps sollten Ihnen das nötige Rüstzeug im Umgang mit Ihren Auszubildenden mitgeben. So schaffen Sie die Basis für eine Arbeitsatmosphäre, in der Ihr neuer Mitarbeiter sich gut aufgehoben fühlt und effektiv lernen kann. Bleiben Sie offen gegenüber Ihrem neuen Schützling, trauen Sie ihm etwas zu und nehmen Sie ihn in seiner ganzen Persönlichkeit wahr. Das Wechselspiel aus Führungsrolle und respektvollem Miteinander bedarf eines gewissen Fingerspitzengefühls. Doch wenn Sie die angeführten Tipps beherzigen, sollte es kein Problem für Sie darstellen, die Motivation Ihres Auszubildenden aufrechtzuerhalten.

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Über den Autor
Thomas Wusatiuk

Thomas Wusatiuk ist Redaktionsleiter beim GuteGutscheine-Portal und ist dort unter anderem auch in die Betreuung der Auszubildenden involviert.

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