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Neuer ChefSo integrieren Sie sich als Vorgesetzter schneller ins Team

Damit der Übergang vom alten auf den neuen Chef möglichst reibungslos klappt, gilt es ein paar Regeln zu beachten.
erschienen: 26.05.2010

Genau wie neue Mitarbeiter eingestellt werden, kommen auch neue Vorgesetzte ins Unternehmen. Aus den Nachrichten kennt man aber nur die Notübernahmen, wenn eine Firma, ein Verein, eine Organisation kurz vor dem Aus steht. Manchmal sind diese Nothelfer dann erprobte Manager, manchmal alte Hasen und oft schon Insolvenzverwalter. Mit ihren einsamen Entscheidungen schaffen sie es manchmal, ein Unternehmen aus der Krise zu führen, manchmal klappt es aber auch leider nicht. Der größte Teil der leitenden Mitarbeiter wird aber in ganz normal funktionierenden Unternehmen eingestellt. Die folgenden zehn Punkte helfen, sich schneller und erfolgreicher als Vorgesetzter zu integrieren.

Never change a running system

Viele Manager kommen mit neuen frischen Ideen ins Unternehmen und setzen sich das Ziel, diese so schnell wie möglich umzusetzen. Aber die Abteilung hat bisher funktioniert, extreme neue Ideen könnten das zerstören. Sie sollten erst lernen, wie das Unternehmen bisher organisiert ist, um dann notwendige Änderungen behutsam Stück für Stück einzuführen.

Führungsaufgaben erledigen

Ein Manager führt eine Abteilung, er macht nicht die Arbeit seiner Mitarbeiter. Viele Bereichsleiter lassen sich durch ihre eigenen Fachkenntnisse dazu verleiten, selbst tätig zu werden, wo Sachbearbeiter zuständig sind. Das wirkt demotivierend auf das gesamte Team. Besser ist es, die Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter so zu entwickeln, dass die zu erledigende Arbeit bewältigt werden kann.

Kontakt zu Geschäftspartnern

Erstes Ziel eines Abteilungsleiters sollte es sein, seine Geschäftspartner, zum Beispiel Kunden oder Lieferanten, kennenzulernen. Dabei macht es Sinn, diese Besuche zusammen mit Mitarbeitern aus dem eigenen Team durchzuführen. Man hat Zeit für Vieraugengespräche und man sieht, wie der Mitarbeiter beim Geschäftspartner agiert.

Sich für das eigene Team einsetzen

Abteilungen sind immer Teile eines Gesamtunternehmens. Zusammen bilden sie den Erfolg, auch wenn jede Abteilung davon überzeugt ist, dass sie besonders viel dazu beiträgt. Neue Bereichsleiter haben hier die Chance, die eigene Abteilung zu vertreten und einzugliedern. Das schafft Vertrauen bei Mitarbeitern und den Manager-Kollegen.

Ziele festlegen

Mitarbeiter brauchen Freiräume und müssen durch Ziele geführt werden, die  individuell vereinbart werden. Untergebene sollten dazu eigene Ziele vorschlagen oder entwickeln. Das Budget ist dabei natürlich immer etwas, das ausdiskutiert werden muss, weil hier zumeist die Vorstellungen auseinanderklaffen.

Mitarbeiter nicht mit Zielen überhäufen

Mehrere Ziele wie neue Kunden, Lieferanten, Produkte, Umsatzziele, Einkaufsziele, Effizienzziele, Teamziele, Weiterbildungsziele, Karriereziele sind immer sinnvoll, weil so Mitarbeiter auch motiviert bleiben, wenn sich mal ein einzelnes Ziel nicht erfüllt. Die Anzahl sollte aber drei oder vier Ziele nicht überschreiten, damit der Überblick nicht verloren geht. Ziele müssen immer messbar und unterschiedlich gewichtet sein.

Entscheidungen treffen

Stellenbeschreibungen, Ablaufbeschreibungen und Unterschriftenregelungen legen fest, welche Endscheidungen Mitarbeiter treffen können. Das klappt häufig nicht zu Beginn einer neuen Tätigkeit, aber dann können gemeinsam Entscheidungsspielräume entwickelt werden. Auf keinen Fall sollte man Entscheidungen treffen, für die ein Untergebener verantwortlich ist. Er wird sich dann schnell aus diesem Verantwortungsbereich zurückziehen.

Mitarbeitergespräche

Regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitern - im Team wie in Einzelgesprächen - lassen erkennen, wie die Abteilung funktioniert und  inwieweit die Ziele erfüllt werden. Dabei gehört Kritik ins Einzelgespräch, Lob ins Team. Teamgespräche sollten regelmäßig durchgeführt werden. Einzelgespräche finden zu Beginn häufiger statt, um den Mitarbeiter kennenzulernen. Wenn klar ist, wie weit selbstständiges Arbeiten realisierbar ist, werden diese Intervalle verlängert.

Training für Team und Chef

Manager und Mitarbeiter bilden sich in funktionierenden Unternehmensstrukturen regelmäßig weiter. Der Chef, der schon alles weiß, ist und wird kein Teammitglied. Außerdem wird die Bedeutung von Training durch die Teilnahme von Führungskräften erhöht. Gerade hier kann sich Vertrauen untereinander bilden, und der Chef hat die Möglichkeit zu zeigen, dass er auch nur ein Mensch ist.

Geduld zahlt sich aus

Unternehmensleitungen sollten ein wenig Geduld mit ihren neuen Managern haben, damit diese die Chance haben, sich ins Unternehmen einzugliedern. Wer schnell Erfolge fordert, wird Flüchtigkeit und Fehlentscheidungen ernten. Das Sprichwort „Neue Besen kehren gut“ hat eine Ergänzung, die viel zu oft vergessen wird. Sie lautet „Aber alte kennen die Ecken besser.“ Nur die Kombination von alt und neu schafft also den kontinuierlichen Unternehmenserfolg.

[Bild: amridesign - Fotolia.com]

Über den Autor
Helmut König

Helmut König ist Geschäftsführer von Königskonzept. Königskonzept ist ein Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt Vertrieb und Organisation. Zu den Schwerpunkten werden zusätzlich entsprechende Seminare und Vorträge entwickelt und durchgeführt.

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