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Neuro-mentale StrategienWie Frauen in Führungspositionen Stress abbauen können

Weibliche Führungskräfte leiden mehr unter Stress als ihre männlichen Kollegen. Dabei haben sie es selber in der Hand, wie gestresst sie sich fühlen.
erschienen: 07.03.2011

Mancher wird es kennen: Sie sind arbeitsmäßig überlastet und delegie­ren die Aufgabe. Als der Mitarbeiter dauernd nachfragt, übernehmen Sie die Aufgabe wieder selbst und sitzen bis abends spät im Büro. Sie führen ein Team von Mitarbeitern, aber keiner hört auf Sie. Einer der Mitarbeiter sägt permanent an Ihrem Stuhl, aber Sie wissen nicht, wie Sie sich wehren sollen. Willkommen in der Welt der Führungskräfte!

Die Summe der Stressfaktoren

Das Problem für Führungskräfte liegt dabei weniger in schwierigen Auf­gaben oder langen Arbeitszeiten. Vielmehr erfahren insbesondere Ma­nagerinnen durch den Mangel an Achtung und Anerkennung über­durchschnittlichen Stress. Ich habe es oft erlebt, dass Männer mit Macht, Konkurrenz und Misserfolg spielerischer umgehen können. Frauen machen sich permanent Sorgen, nicht gut genug zu sein. Oft nehmen sie jede Kritik gleich persönlich, weil sie zu wenig Distanz zu ihrer Arbeit haben. Zusammen mit der familiären Doppelbelastung und dem Aspekt, dass Frauen im Allgemeinen ein Ar­beitsklima zum Wohlfühlen brauchen, summieren sich diese Faktoren letztlich zu einer höheren Stressbelastung als bei Männern.

Gesundheitliche Probleme sind vorprogrammiert

Permanenter Stress gefährdet die Gesundheit. Bei Stress läuft in un­serem Körper eine Kettenreaktion von etwa 30 Schritten ab. Es fängt damit an, dass der Körper sich physisch auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Da die modernen Stressopfer weder davonlaufen noch zuschlagen können, schädigt der ständige Alarmzustand den Körper. Die Folgen von Dauerstress sind unter anderem Schlafstörungen, ein geschwächtes Immunsystem, Herz- und Kreislauferkrankungen und bei Frauen vor allem Verspan­nungen, Depressionen bis hin zu Burnout und Demenz im Alter. So ha­ben Forscher der Universität Göteborg in einer Langzeitstudie errech­net, dass das Demenzrisiko für stressgeplagte Frauen ab 35 Jahren um 60 Prozent höher ist als bei anderen Frauen.

Gewohnte Stressreaktionen durchbrechen

Was kann frau also tun, um stressfrei im Unternehmen die Zügel in der Hand zu halten? Wer seinem inneren Stress wirklich Beine machen will, muss dafür sorgen, dass er erst gar nicht entsteht. Im ersten Schritt sollten Frauen ihre automatischen Routineabläufe im Denken, Fühlen und Handeln erkennen. Denn meist reagieren wir auf bestimm­te Situationen und Personen gewohnheitsmäßig gleich. Hinter diesen Gewohnheitsreaktionen stecken unsere tief im Unterbewusstsein verin­nerlichten Denkmuster. Diese müssen in eine andere Richtung gelenkt werden. Wenn beispielsweise jemand ständig denkt, er sei nicht gut genug, dann wäre ein positiver Satz etwa: „80 Prozent meiner Leistung tun es meist auch.“ Dies ist natürlich nicht für die Oh­ren Außenstehender gedacht, denn die würden es garantiert falsch verstehen.

Die Methode Stopp-Lösen-Lernen

Neue Denkmuster müssen trainiert werden. Moderate Bewegung gibt dem Körper ein positives Signal. Dann ist das Gehirn aufnahmefähiger. Angenehme Musik kann zur emotionalen Einstimmung beitragen, bevor man die positiven Glaubenssätze laut spricht. So fallen sie auf fruchtbaren Bo­den und werden wichtiger als die alte Stressautobahn.

Die größten Erfolge in ihrem Coaching erzielt Monika Rossa mit der Methode Stopp-Lösen-Lernen. Hier geht es salopp gesagt darum, Be­lastendes abzuhaken und dem Teufelskreis zu entkommen, indem man es einfach anders macht. Auch diese Methode steigt über die Ge­dankenwelt ein. Stellen Sie sich das menschliche Gehirn wie eine Google-Maschine vor: Es zieht in Bruchteilen von Sekunden alle Erleb­nisse aus dem Speicher, die zu diesem Problem passen. Leider ist dies meist ein Negativspeicher. Ziel eines Coachings ist es daher, diesen Negativspeicher aktiv und positiv zu füllen, zu verknüpfen mit guter Laune, Sport und Musik. Insbesondere bei weiblichen Führungskräften hilft diese Methode gut, um den Ärger aus dem Büro nicht mit nach Hause zu nehmen und umgekehrt. So wird eine bessere Balance zwischen Familie und Karriere ermöglicht. 

In akuten Belastungsphasen und als Stressprävention

Ein Stresscoaching für Führungskräfte kann erfahrungsgemäß schon kurzfristig zum Erfolg führen. Wenn ich die Stresszusammenhänge er­kläre und was man sich selber mit seinen negativen Gedanken antut, kann allein dies schon eine große Wirkung haben. Die Betroffenen finden schnell Klarheit und entdecken, dass es mehrere Methoden gibt, um handlungsfähig zu werden. Viele der Klienten schildern, dass sie nach dem Coaching Stresssituationen gut gemeistert hätten. Sie könnten nun vor allem konstruktiver reagieren und würden sich viel entspannter und gelassener fühlen. Durch eine computerbasierte Mes­sung des Hautwiderstandes lässt sich sogar belegen, dass die Werte der Stressbelastung nach dem Coaching erkennbar besser geworden sind.

Ob in einer akuten Belastungssituation oder um präventiv stressresis­tenter zu werden – der Ansatz ist ebenso Erfolg versprechend wie klar: Man sollte nicht die Symptome kurieren, sondern die Ursachen bekämpfen. Denn besser ist es, dem Stress dauerhaft Beine zu machen. 

Über die Autorin
Monika Rossa

Monika Rossa hat über 20 Jahre Führungserfahrung in der Industrie.

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