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Outsorucing-TrendOutsourcing nimmt ab – Bedeutung von Firmenzentralen wächst

Eine neue Studie zeigt, dass die Bedeutung der deutschen Firmenzentralen zunimmt. So gaben 73 Prozent der befragten Unternehmen an, wieder stärker zu zentralisieren. Outsourcing verliert insgesamt an Bedeutung. Allerdings lagern Firmen in einzelnen Bereichen, die nicht direkt das Kerngeschäft berühren, deutlich stärker aus als noch vor drei Jahren.
erschienen: 10.03.2009
Schlagwörter: Outsourcing

Einen klaren Zusammenhang gibt es zwischen der Größe des Gesamtunternehmens sowie Managementkonzept und Dimensionierung der Zentrale: Je größer das Unternehmen und je stärker der Eingriff in die Unternehmensbereiche, desto größer die relative Dimension der Zentrale. Die durchschnittliche Quote der Mitarbeiter, die in der Unternehmenszentrale arbeiten, liegt heute fast wieder auf dem Stand von 2002, so die Ergebnisse der Roland Berger Studie.

Die Firmenzentralen interpretieren ihre Rolle überwiegend selbstbewusst: Die meisten sehen sich eher als "Manager" als in der Rolle eines reinen "Service Providers". Studienautor Dr. Tim Zimmermann, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants, sagt:

"Deutsche Unternehmen räumen ihren Firmenzentralen wieder einen höheren Stellenwert ein. Im Vergleich zu unserer letzten Untersuchung im Jahr 2005 haben wir feststellen können, dass 2008 eine Zentralisierung von Entscheidungen und Leistungen in der Führung von Unternehmen stattgefunden hat. Die Fremdvergabe (Outsourcing) von Leistungen hat abgenommen und fokussiert sich weiter auf wenige nicht zur Führungsaufgabe gehörende Bereiche."

Der Fremdleistungsanteil beträgt im Bereich Recht im Durchschnitt 38 Prozent, in den Bereichen Versicherung und allgemeine Dienste ist er sogar noch deutlich höher (73 Prozent bzw. 76 Prozent).

Der Gesamtanteil der Unternehmen, die Konzernfunktionen ausgelagert haben, sank im Vergleich zu 2005 von 53 Prozent auf 44 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit internen Shared Services stieg dagegen von 38 Prozent (2005) auf 49 Prozent (2008). Zimmermann dazu:

"Hauptargumente für Shared Services sind Kostensenkung und einfachere Prozesse ohne die Kosten und Risiken externer Schnittstellen."

Trends in einzelnen Funktionsbereichen

Die einzelnen Funktionsbereiche in der Firmenzentrale befinden sich im Spannungsfeld zwischen Manager und Business Partner einerseits und effizientem Dienstleister für die operativen Bereiche andererseits. So gewinnt beispielsweise die Personalfunktion zunehmend an Gewicht im Unternehmen.

Nicht mehr reduziert auf die Rolle des "Mädchen für alles" sitzt heute der HR Business Partner an der Seite des Managements und berät dieses zu allen strategischen Fragen, die die Einstellung, Entwicklung und Entlassung von Mitarbeitern betreffen.

Den Blick nach vorne zu richten und nicht nur in den Rückspiegel zu schauen, wird vom modernen Controller erwartet. Das Erkennen von Risiken und das Bereitstellen sowie Interpretieren von entscheidungsrelevanten Daten für das Management macht heute eine erfolgreiche Controlling-Funktion aus.

Von der modernen IT-Funktion wird erwartet, ganzheitliche Lösungen anzubieten. Die Zeiten rein technischer Unterstützung sind auch hier vorbei. All diese Veränderungen in der Rolle "klassischer Zentralfunktionen" begründen die gewachsene Bedeutung - und damit einhergehend - auch die zunehmende Größe von Firmenzentralen sowie die Herausforderungen bei deren organisatorischen Gestaltung.

Zur Studie

Roland Berger befragte 57 Unternehmen für die Studie, die Sie kostenfrei bestellen können unter: www.rolandberger/pressreleases oder www.corporateheadquarters.de

[po; Quelle: Roland Berger Strategy Consultants; Bild: ©AlienForce - Fotolia.com]

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