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PatentmanagementInnovationspotenziale kaum genutzt

Patentmanager übernehmen eine wichtige Funktion im Innovationswettbewerb. Doch ihre Kompetenzen sind kaum ausgeschöpft.
erschienen: 06.05.2010

Für die meisten Unternehmen sind Patente von herausragender Bedeutung im Innovationswettbewerb. Patentmanager sind zu gefragten Spezialisten im Unternehmen geworden. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in

  • der Ausarbeitung von Patentanmeldungen,
  • der Kommunikation mit dem Patentanwalt,
  • der Abwicklung von Arbeitnehmererfindervergütungen und so weiter.

Nimmt man noch die Beobachtung von Wettbewerbspatenten oder das Aufspüren von Patentierungslücken hinzu, binden diese Aktivitäten 85 Prozent der verfügbaren Zeit von Patentmanagern. Über die traditionellen Aufgaben der Patentierung und Verwaltung des Patentbestandes hinaus, sind die IP-Experten häufig aber kaum in die Innovationsprozesse eingebunden. So geben fast 40 Prozent der befragten Patentmanager an, dass sie an „Kreativterminen der Fachabteilungen“ nur selten teilnehmen. Fast zwei Drittel der Befragten beklagen, dass die Suche nach Innovationsmöglichkeiten im Patentmanagement methodisch auch nicht unterstützt wird. Kein überraschendes Ergebnis, berücksichtigt man, dass in der Hälfte (49,1 Prozent) der befragten Unternehmen dem Patentmanagement eine Rolle als Impulsgeber für Innovationen gar nicht zugedacht ist.

Aus Sicht der Autoren ein ernüchternder Befund. Während in Deutschland der Innovations- und Kostendruck weiter steigt und die Unternehmen zunehmend gefordert sind, mehr aus ihren Potenzialen zu machen und ihre Innovationsperformance zu erhöhen, bleibt nach Ansicht der Forscher auf diese Weise aussichtsreiches Innovationspotenzial ungenutzt. Prof Dr. Friedrich Kerka sagt:

„Da Patentmanager nicht nur über ausgeprägtes Recherche-Know-how, sondern in den meisten Fällen auch über einen technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungs- und Erfahrungshintergrund verfügen und damit – im Gegensatz zu vielen anderen um Innovationen Bemühten – auch beurteilungsfähig sind, könnten gerade sie besondere Impulsgeber für Innovationen sein.“

Operative Exzellenz im Patentmanagement erhöhen

Auch auf die Frage, mit welchen Mitteln die Neuausrichtung des Patentmanagements finanziert werden soll, liefert die Studie zahlreiche Ansatzpunkte. Da zusätzliche Gelder nach Ansicht der Autoren in der Regel nicht zu erwarten sind, gilt es, die operative Exzellenz im Patentmanagement zu erhöhen. Dazu sind die bestehenden Prozesse zu überprüfen und Möglichkeiten für eine ressourcenschonendere Abwicklung der bisherigen Aufgaben zu sondieren.

Knapp ein Drittel (30,2 Prozent) der befragten Patentmanager gibt in diesem Zusammenhang beispielsweise an, dass in ihrem Unternehmen notwendige Entscheidungen im Patentierungsprozess häufig nur mit erheblichen zeitlichen Verzögerungen zustande kommen. Aus Sicht jedes fünften (21,3 Prozent) Patentmanagers mangelt es zudem an Standards für die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wie der Forschung und Entwicklung oder dem Marketing.

Gelingt es, diese Effizienzpotenziale zu erschließen, eröffnen sich den Patentmanagern nach Auffassung der Innovationsforscher gute Möglichkeiten, sich offensiver in Innovationsprozesse einzubringen. Wie und unter welchen Rahmenbedingungen die Integration gelingen kann, dazu hat das Institut für angewandte Innovationsforschung auf Basis der Studienergebnisse konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Zur Studie

Das Institut für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum hat in der Studie. 2.000 patentaktive Unternehmen nach dem Status quo, den Herausforderungen und Zukunftsaussichten des Patentmanagements befragt. Die vollständige Studie können Sie über das IAI beziehen:

Patentmanagement als Innovationstreiber – Wie Patentmanager ihren Wert für das Unternehmen erhöhen können

[Quelle: Institut für angewandte Innovationsforschung; Bild: iQoncept - Fotolia.com]