PersönlichkeitsentwicklungWillenskraft üben statt Vorsätze aufgeben

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Gute Vorsätze bringen nichts, um eingefahrene Routinen zu durchbrechen. Es kommt auf die persönliche Willenskraft an. Ein Kommentar von Joachim Pawlik.
erschienen: 07.01.2016
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Stellen Sie sich folgende Situation vor: Bei einer Geburtstagsparty stehen dunkle Schokolade und saftige Gummibärchen auf dem Tisch. Während andere beherzt zugreifen, widerstehen Sie der Versuchung. Kein Naschwerk mehr zu essen können Sie schaffen. Doch nicht mit den typischen Neujahrsvorsätzen. Vergessen Sie gute Vorsätze! Verkünden Sie nicht vollmundig, was Sie im neuen Jahr alles erreichen möchten. Diese Euphorie wird schwinden, und auf einmal schaffen Sie es doch nicht, Ihre Vorsätze zu verwirklichen. Ein Vorsatz reicht nicht aus. Sie müssen die Veränderung strategischer planen.

Warum gute Vorsätze scheitern

Der Haken an guten Vorsätzen ist, dass wir sie für simpel halten. Wir denken: Lassen wir eben einfach die Finger von Schokolade und Gummibärchen. Klingt banal. Aber so einfach ist das nicht. Wir müssen Routinen ändern, über die wir gar nicht mehr nachdenken. Je länger wir etwas in einer bestimmten Weise tun, desto stärker ist die Routine. Dementsprechend viel Kraft müssen wir aufwenden, gewohnte Verhaltensweisen zu verlernen und stattdessen etwas Neues einzuüben. Machen Sie sich klar, dass es eine große Herausforderung ist, etwas zu ändern. Um diese zu meistern, benötigen Sie eine persönliche Eigenschaft: Willenskraft.

Willenskraft bedeutet, nicht nur ein eigenes Ziel zu haben, sondern seine Pläne auch konsequent zu verfolgen und umzusetzen – und am Ende das Ziel auch zu erreichen. Stellen Sie sich Willenskraft wie einen Muskel vor, den Sie trainieren können. Die Schwierigkeit liegt darin, dass dieser Muskel über einen gewissen Zeitraum hinweg entwickelt werden muss. Dafür benötigen Sie Geduld und Durchhaltevermögen. Durch bewusste Kognitionen verlernen Sie alte Routinen und nehmen neue Gewohnheiten an. Auf diese Weise verändern Sie eine Verhaltensweise langfristig.

Ziele schriftlich festhalten

Um Ihre Routinen zu ändern, ist ein schriftlicher Plan unerlässlich. Schreiben Sie auf, welche Ziele Sie erreichen wollen und welche Schritte Sie dafür gehen müssen. Fragen Sie sich beispielsweise: Bei welchen Gelegenheiten esse ich häufig Schokolade? Wann treten Situationen auf, in denen ich Verzicht üben kann? Nur wenn Sie Ihre Ziele dezidiert notieren, tricksen Sie sich nicht selbst aus. In dem Moment lassen Sie sich nicht von Ihrer Euphorie leiten, sondern bleiben auf dem Boden der Tatsachen.

Genauso wichtig ist es, dass Sie Ihren Plan sehen können. Legen Sie ihn nicht in eine Schublade, denn sonst werden Sie vergessen, die Schublade wieder zu öffnen. Ihr Gehirn verdrängt Unangenehmes. Hängen Sie sich den Plan an eine Stelle, an der Sie ihn sehen können, und überprüfen Sie sich regelmäßig. Fragen Sie sich täglich oder wöchentlich: Erfülle ich gerade meinen Plan? Was habe ich schon erreicht? Was muss ich als Nächstes tun? Letztendlich entsteht ein Trainingseffekt, wenn Sie gewohnte Verhaltensweisen bewusst durchbrechen.

Sollten Sie doch einmal wieder zu Ihren alten Routinen greifen, ärgern Sie sich nicht darüber. Ihr „Willensmuskel“ ist einfach noch nicht genug trainiert. Sehen Sie es als Zeichen dafür, dass Sie noch üben müssen. Denken Sie an Ihren Plan. Nächste Woche werden Sie es schaffen zu widerstehen.

Sich durch soziale Kontakte motivieren

Falls es Ihnen schwer fällt, suchen Sie sich Verbündete. Es ist legitim, sich fremder Hilfe zu bedienen. Genau aus diesem Grund gibt es zum Beispiel Laufgruppen. Das Grundmotiv der sozialen Kontakte überlagert das unangenehme Gefühl, im Kalten und bei Regen joggen zu gehen. Genauso können Sie Ihren Partner oder Freunde in Ihren Plan einbeziehen, sich von alten Routinen zu lösen. Wenn Sie sorgfältig geplant und sich regelmäßig überprüft haben, werden Sie auch belohnt werden.

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Über den Autor
Joachim Pawlik

Joachim Pawlik ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Pawlik Consultants. Er verantwortet vor allem internationale Projekte für Unternehmen weltweit. Seine Schwerpunkte liegen im Beratungsfeld Personalentwicklung sowie im Aufbau und der Optimierung von Vertriebsstrategien. Pawlik ist zudem Vizepräsident des FC St. Pauli.

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