PersönlichkeitsentwicklungWorauf es beim Coaching ankommt

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10 Maximen für ein erfolgreiches Coaching.
erschienen: 03.11.2015
Schlagwörter: Coaching, Selbstmanagement
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Zuhören und Fragen stellen

Ein entscheidender Faktor in jedem Coaching-Prozess ist die Fähigkeit zuhören zu können. Erst danach geht es darum, geeignete Fragen zu stellen. Fragen sind das A und O einer geglückten Kommunikation. Sie sind das zentrale Kommunikationsinstrument. „Wir haben keine Antworten, wir können nur Fragen stellen“, sagte schon Sokrates. Im Berufsalltag aber sind die Menschen auf Lösungen und Antworten eingestellt. Schnelle Ergebnisse sind wichtig. Es wird viel geantwortet, aber zu wenig gefragt.

Denkmuster des Gegenübers verstehen

Coaching ist ein Hineinhören mit dem Ziel, den Denkprozess sowie die Denkmuster des Gegenübers zu verstehen. Zunächst geht es darum herauszufinden, wie eine Person tickt und wie man ihr Selbstmanagement weiterentwickeln kann. Jede Person spricht eine andere Sprache und versteht seine eigenen Worte am besten. Ein Coach taucht in die Persönlichkeit des Gegenübers ein und übersetzt den Inhalt so, dass er oder sie ihn versteht.

Betrachtung aus der Distanz ermöglichen

Coaching ermöglicht es, dass der Gegenüber die eigene Situation aus der Distanz betrachtet. Dabei geschehen zwei Dinge: Reflexion und Besinnung. Humor ist in diesem Zusammenhang eines der geeignetsten Mittel. Wer über sich selbst lachen kann, zeigt, dass er eine gewisse Distanz zu sich selbst aufbauen kann.

Inneres Empfinden des Gegenübers nachvollziehen

Jeder Mensch hat die Freiheit, sein Leben auf seine Weise zu gestalten. Also geht es im Coaching darum, das innere Empfinden des Gegenübers nachzuvollziehen sowie die möglichen Selbstgespräche und die Erlebniswelt zu verstehen. Es gilt der Grundsatz: Die Lösung liegt im Gegenüber.

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Auf soziale Gleichwertigkeit achten

„Ich weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenübers gehört habe“, sagte der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick einmal. Ein Coach weiß nie, welchen Satz, welches Wort oder welchen Gedanken der Kunde aufgreift, verinnerlicht und vertieft. Erst durch die Rückmeldung beziehungsweise die Selbstformulierung entsteht diese Klarheit. Entscheidend ist das Wohlwollen für den Gesprächspartner. Die individualpsychologische Grundhaltung der sozialen Gleichwertigkeit ist die Basis für den Gesprächserfolg.

Innere Überzeugungen des Klienten erkennen

Auf der Bühne des Lebens ist jeder Einzelne ein Hauptdarsteller. Vor ständig wechselnder Kulisse gehen und kommen die Nebendarsteller. Die eigene Rolle wird durch andauerndes Üben perfektioniert. Äußere Antreiber wie Arbeitsdruck, Pendenzen, Krisen sowie innere Antreiber wie Ungeduld oder Erwartungen treiben den Menschen durch das Leben.

Es gilt daher, Selbstgespräche bewusst zu reflektieren. Innere Selbstgespräche und Überzeugungen können das eigene Denken und Handeln behindern, meist verbunden mit einer Krise des Selbstvertrauens. Dabei steht sich der Mensch selbst im Weg.

Auf sprachliche Klarheit achten

Überzeugendes Auftreten braucht Entschiedenheit. Ein Coach achtet auf die sprachliche Klarheit nach dem Motto: Alles, was nicht "ja" heißt, heißt "nein". Das Wahrnehmen und die Diagnose der Formulierungen sind ein Schlüssel in der Gesprächsführung. Viele Menschen sprechen inhaltlich unklar und verwenden eine Reihe sprachlicher "Weichspüler" wie zum Beispiel „ich will es mal versuchen“.

Auf die eigene, innere Haltung achten

Die innere Einstellung, Erwartung und Grundhaltung des Gegenübers entscheidet, was im Gespräch möglich wird. Stille Selbstgespräche wie „es interessiert mich“ oder „ich habe Zeit“ sind entscheidend für den Gesprächserfolg.

Doch nicht die „aufgesetzten“ Worte wirken, sondern die eigene innere Haltung. Die gegenseitige Resonanz ist zwingend für den Dialog, denn auch unausgesprochene Vorstellungen und Erwartungen übertragen sich auf die andere Seite. Der Alltag verdeutlicht, dass fehlendes Einfühlungsvermögen Spannungen und Konflikte begünstigt.

Zur Nutzung persönlicher Stärken ermutigen

Es gilt, eigene Stärken zu erkennen und diese Kernkompetenzen in den Alltag einzubringen. Im Coaching-Gespräch fokussiert sich die Energie auf Tätigkeiten, die begeistern und beflügeln. Es gilt, achtsam zu werden, in welchen Arbeitsbereichen der Einzelne die beste Wirkung erzielt und sein Engagement einen Unterschied macht.

Der Mensch wird ermutigt, sein Potenzial zu leben und seine Fähigkeiten zu nutzen. Oft genügen kleinere Veränderungen an der Arbeitsweise, der Zeiteinteilung, der Stellenbeschreibung oder der Zusammenstellung des Teams, um die eigenen Stärken besser zur Geltung zu bringen.

Nach leicht erreichbaren Zielen fragen

Kleine Schritte zu machen erleichtert die Umsetzung des Ganzen. Deshalb ist die Frage an den Klienten nach den einfachen und realistischen Schritten wichtig: „Stelle dich dem Schwierigen, solange es einfach ist; erfülle die große Aufgabe in einer Reihe von kleinen Taten“, sagt eine chinesische Weisheit. Das Setzen von leicht erreichbaren Zielen ermöglicht Erfolgserlebnisse.

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Über den Autor
Urs R. Bärtschi

Urs R. Bärtschi ist Geschäftsführer der Coachingplus GmbH. Er ist einer der bekanntesten Coaching-Ausbilder der Schweiz und arbeitet seit fast 20 Jahren als Coach und Berater. 2013 ist sein Sachbuch „Ich bin mein eigener Coach“ im Springer Verlag erschienen.

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