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Personalbeschaffung und RecruitingBewerber anwerben und begeistern

Wer gute Bewerber sucht, sollte frühzeitig auf sich aufmerksam machen, Bewerber aktiv ansprechen und sich attraktiv präsentieren - und vor allem darauf achten, dass die Besten zur Crew passen.
erschienen: 31.03.2011

Wer als Kind Seefahrer- und Piratenfilme geliebt hat, kennt die folgende Szene: Eine zwielichtige Gestalt durchkämmt im Auftrag der Reederei dunkle Hafenkneipen, um neue Seeleute für ein Schiff anzuwerben. Mancher betrunkene Matrose begreift erst auf hoher See, auf welches Himmelfahrtskommando er sich eingelassen hat und verflucht den Tag, als er auf den „Heuerbaas“ hereinfiel. Auch in Unternehmen herrscht inzwischen  „War for Talents“, ein Krieg um die besten Talente. Statt auf großzügige Rumrationen setzen Begeisterungsunternehmen  jedoch lieber auf Mundpropaganda, auf sorgfältige Auswahlverfahren und auf gezielte Nachwuchsförderung.

Mitarbeiterauswahl: Premiummarke sorgt für Sog

Eine gelebte Begeisterungskultur ist das beste Mittel, gute Mitarbeiter zu gewinnen. Menschen reden über ihre Arbeit, sowieso. Wenn Ihre Mitarbeiter begeistert von ihrer Arbeit erzählen – vielleicht nicht immer, aber eben immer öfter – ist das die beste Voraussetzung für eine Sogwirkung. Diese können Unternehmer und Führungskräfte sowie Personalverantwortliche verstärken, indem sie den Mitarbeitern deutlich macht: Wir sind eine gute Crew. Und wer ein tolles neues Crewmitglied kennt, sagt mir bitte Bescheid!

Hinter all dem steckt ein wichtiges Erfolgprinzip: Suchen Sie neue Mitarbeiter oder auch Azubis, bevor Sie diese brauchen! Schaffen Sie Kennenlernmöglichkeiten, Anlässe, bei denen zukünftige Mitarbeiter auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden, und umgekehrt Anlässe, bei denen Sie auf vielversprechende Neuzugänge aufmerksam werden können. Auch kleine oder mittelständische Unternehmen im Baugewerbe können dafür einiges tun:

  • Werbung an Schulen: Bieten Sie Führungen durchs Unternehmen und Schülerpraktika an. Schicken Sie Ihre Azubis auf Werbetour – Sie können Gleichaltrigen am besten vermitteln, worauf es bei Ihnen ankommt. Knüpfen Sie gezielt Kontakte zu Lehrern, die Sie auf handwerklich geschickte, serviceorientierte oder mathematisch begabte Schüler aufmerksam machen.
  • Auszeichnungen und Preise: Nehmen Sie an Wettbewerben teil, in denen vorbildliche Ausbildungsbetriebe und Unternehmen prämiert werden. Durch eine Teilnahme bekommen Sie nicht nur Anregungen für eine Optimierung Ihres Unternehmensalltags; Sie erwerben auch ein Gütesiegel, das Bewerber anlockt, wenn Sie zu den Gewinnern gehören.
  • Pressearbeit: Sorgen Sie dafür, dass die Lokalpresse über Sie berichtet. Dafür müssen Sie den Journalisten einen Anlass bieten. Neben Preisverleihungen sind etwa Firmenjubiläen, Publikumstage, das Schaffen zusätzlicher Ausbildungsplätze, Aktionen in und mit Schulen, Sponsoring, Innovationen und ungewöhnliche Erfolge Anlässe für Artikel.
  • Unternehmenspräsentation: Im Zeitalter von Facebook und Youtube ist ein überzeugendes Unternehmensvideo ein wunderbares Rekrutierungsinstrument, insbesondere, wenn Sie jüngere Mitarbeiter ansprechen wollen. Ein solcher Kurzfilm sollte den Geist Ihres Unternehmens realistisch und anziehend widerspiegeln.

Stellen Sie sich für einen kurzen Moment das folgende Szenario vor: Die besten Schüler der örtlichen Schulen interessieren sich für eine Ausbildung bei Ihnen und geben unaufgefordert ihre Bewerbung ab. Regelmäßig fragen Fachkräfte bei Ihnen nach den Möglichkeiten, sich zu engagieren. Zu schön, um wahr zu sein?

Nein! Locken Sie gezielt gute Bewerber an und nutzen Sie die verschiedenen Kanäle, um deutlich zu machen, worauf es Ihnen ankommt. Präsentieren Sie sich als ehrgeiziges Unternehmen, das leistungsorientierten Mitarbeitern Spielräume und Entwicklungsmöglichkeiten bietet – kurz: als Premiummarke! Nebenbei bemerkt: Es schadet nichts, wenn Sie all jene von vornherein abschrecken, die keinen begeisternden, sondern vor allem einen bequemen Job suchen.