PräsentationDie Wirkung von Farben in Powerpoint

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Wer in Präsentationen Farben zu üppig oder falsch einsetzt, hinterlässt bei den Zuhörern einen negativen Eindruck. Hier helfen die Erkenntnisse der Farbpsychologie.
erschienen: 15.01.2016
Schlagwörter: Präsentieren
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Die Wirkung von Farben in Präsentationen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Farben beeinflussen subtil, unbewusst und dennoch nachweisbar. Farben auf Powerpoint-Folien verstärken oder schwächen die dargebotenen Botschaften. In jedem Fall beeinflussen sie die Stimmung der Zuhörer. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich Präsentierende mit den Erkenntnissen der Farbpsychologie näher auseinandersetzen.

Möglichst wenig Farben einsetzen

In vielen Präsentationen werden mehr als drei verschiedene Farben pro Folie verwendet. Sie sind schlichtweg zu bunt. Präsentierende sollten wissen, dass bunt vor allem mit Kindern in Verbindung gebracht wird. Je bunter sich die Präsentation zeigt, desto weniger ernst werden die Inhalte genommen. Der Vortragende verliert an Seriosität und Kompetenz, denn bunte Folien wirken kindisch und verspielt.

Doch viele bekannte Unternehmen haben bunte Logos. Damit signalisieren sie: Die Benutzung unserer Produkte ist kinderleicht, und hier können Anwender ihren Spieltrieb ausleben. Bunte Folien sind folglich nur dann angesagt, wenn Unternehmen mit ihrem Produkt eine ähnliche Botschaft transportieren möchten. In allen anderen Fällen gilt die Drei-Farben-Regel: Maximal drei Farben auf einer Folie verwenden! Weiß, Grau und Schwarz werden dabei nicht als Farben gezählt und können jederzeit ergänzt werden.

Cliparts dezent verwenden

Manchmal sind die Farben auf den Folien zwar dezent aufeinander abgestimmt, doch die eingefügten Cliparts stechen mit zu grellen, intensiven Farben hervor. Die Folge: Die Grafik ist zu dominant und zieht die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Die Textfelder daneben wirken blutleer („Vampir-Effekt“). Die Zuhörer können sich schließlich nicht mehr an das eigentlich Wichtige in der Präsentation erinnern und haben stattdessen das dominante Clipart im Kopf.

Cliparts sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie nicht nur Eyecatcher sind, sondern auch das Erinnern an das Produkt erleichtern. Die Grafik muss der Information dienen und nicht umgekehrt. Deshalb sollten jede Grafik neu eingefärbt und die Intensität der Farben konsequent zurückgenommen werden. Ein andere Option: Das Clipart von Powerpoint in schlichte Grautöne oder Schwarz-Weiß übersetzen lassen.

Rot nicht als Flächenfarbe für Folien nutzen

Um auf etwas Wichtiges aufmerksam zu machen, verwenden Präsentierende häufig die Farbe Rot zum Hervorheben. Dagegen spricht zunächst einmal nichts, wenn diese dominante Farbe nicht inflationär genutzt wird. Rot signalisiert Kraft und aktiviert den Betrachter. Deshalb wird sie auch bei bestimmten Produkten wie zum Beispiel dem Sportwagen „Ferrari“ oder der Bohrmaschine „Hilti“ eingesetzt, die dieses Gefühl vermitteln sollen.

Dreidimensional eingesetzt, kommt Rot meist gut bei den Zuhörern an. Als Flächenfarbe in einer Präsentation eignet sie sich jedoch nicht. Als Hintergrundfarbe für Folien oder größere Textfelder verliert es seine energetisierende Wirkung. Sehen die Zuschauer in einer Präsentation sprichwörtlich nur noch Rot, werden sie leicht angriffslustig. Dem Vortragenden ist damit aber nicht geholfen.

Schwarz als Hintergrundfarbe für Folien vermeiden

Auch die Wahl der Hintergrundfarbe der Folien ist wichtig, denn diese füllt die größte Fläche aus. Die Hintergrundfarbe hat also die größte psychologische Wirkung auf die Zuhörer, denn sie dominiert die gesamte Präsentation. Außerdem sind von der Hintergrundfarbe alle weiteren Farbentscheidungen für Texte, Textfelder, Hervorhebungen und ClipArts abhängig. Vor allem Führungskräfte präsentieren gerne vor schwarzem Hintergrund.

Zwar ist Schwarz die Farbe der Macht und der Eleganz, aber auch die Farbe der Trauer und des Todes. Ein schwarzer Hintergrund drückt die Stimmung im Raum bereits nach kurzer Zeit. Weil Schwarz auch die Farbe der Nacht ist, ermüden die Zuhörer zudem viel schneller.

Für Farbkombinationen den Farbkreis nutzen

Nicht alle Farben passen gut zusammen, und nur wenige Vortragende sind mit dem Farbkreis vertraut. Das hat zwei Konsequenzen: Entweder sie greifen zu mutig in die Farbpalette, oder sie verwenden aus Unsicherheit Farben Ton in Ton. Fehlende Farbkontraste sind langweilig und ermüdend, doch allzu kontrastreiche Farbkombinationen erzeugen unnötig Spannungen im Zuhörerraum. Eine gelungene Farbkombination auf Folien sieht folgendermaßen aus:

  • Dominante Hauptfarbe
  • Nebenfarbe
  • Kleiner Anteil Kontrastfarbe

Haupt- und Nebenfarbe sollten sich ähnlich sein und auf dem Farbkreis möglichst nah beieinander liegen. Diese Farben werden mit einer dritten Farbe kombiniert, die auf dem Farbkreis gegenüber liegt. Der so entstehende Farbkontrast ist wie das Salz in einer Suppe für die Präsentation.

Gelungene Farbkomposition mit Hilfe des Farbkreises. 1 = Hauptfarbe, 2 = Nebenfarbe, 3 = Kontrastfarbe
Gelungene Farbkomposition mit Hilfe des Farbkreises. 1 = Hauptfarbe, 2 = Nebenfarbe, 3 = Kontrastfarbe
Über die Autorin
Manuela Dollinger

Manuela Dollinger ist Inhaberin und Geschäftsführerin von Competence on Top und seit 1991 selbständig als Trainerin, Coach und Personalentwicklerin für Inhouse-Maßnahmen.

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