PräsentationenBullet-Charts auflösen und Langeweile vermeiden

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Alle schlechten Präsentationen leiden an zu viel trockenem Text. Gute Präsentationen hingegen lösen Bullet-Charts auf.
erschienen: 07.03.2014
Schlagwörter: Präsentieren
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Über „Death by PowerPoint“ ist viel diskutiert worden. Dabei geht es nicht um eine allgemeine Kritik an Präsentationsprogrammen, sondern um deren weit verbreitete falsche Nutzung. Stellen Sie sich vor, Steve Jobs hätte 2007 das iPhone wie in der folgenden Präsentation gehalten. Hätte er mit solch einer Bleiwüste und solchen Wortmonstern präsentiert, wäre sein Unternehmen nicht zu einem der wertvollsten der Welt aufgestiegen.

Quelle: Diese und alle folgenden Grafiken: Max Ott, Hermann-Ruess & Partner
Quelle: Diese und alle folgenden Grafiken: Max Ott, Hermann-Ruess & Partner

Vermeiden Sie Bullet-Points! Einen der größten Fehler, den Sie bei der Erstellung einer Präsentation begehen können, sind Bleiwüsten beziehungsweise Bullet-Point-Charts mit purem Text. Nichts anderes wird Ihr Publikum so schnell abschalten lassen als Folien, die nur aus Text bestehen. Und auch für Sie und Ihr Thema ist dies „tödlich“. Denn wer hat es schon gern, wenn während einer Präsentation der Großteil des Publikums den Raum schon vor dem Schluss geistig verlässt. Welche Möglichkeiten gibt es, um Texte aufzulösen und somit sein Publikum zu packen?

Textcontainer: Logik sichtbar machen

Es ist wichtig, unsere Gedanken in eine logisch-hierarchische und nicht in eine aufzählende Reihenfolge zu bringen. Textcontainer machen die Logik der Gedanken durch Über-, Unter- und Nebenordnung auf einen Blick erkennbar und einleuchtend.

Grafiken: Strukturen sichtbar machen

Grafiken visualisieren Zusammenhänge, Abläufe und Prozesse. Sie werden einen großen Teil Ihrer Charts ausmachen. Grafiken setzen Ihre Gedanken in einen strukturellen Zusammenhang und machen sie somit nachvollziehbar für Ihre Teilnehmer. Abläufe, Verbindungen, Überschneidungen, Reihenfolgen, Gewichtungen, Relationen, Zusammensetzungen, Bewertungen, Verortungen (Maps), Implikationen, Netzwerke: Alle diese Zusammenhänge lassen sich visuell darstellen und vereinfachen.

Wort-Bild-Koppelungen: Emotionen sichtbar machen

Unterstützen Sie Ihre Motivationsbotschaften durch Bilder! Sie zeigen das Bild eines vorbeifahrenden Autos, von dem man nur noch die Rücklichter sieht, und visualisieren so emotional Ihre Aussage: „Wenn wir nicht handeln, zieht der Wettbewerb an uns vorbei.“ Sie zeigen ein Bild von einer schlechten Qualität und anschließend von (Ihrer) guten Qualität, wenn Ihre Botschaft lautet: „Sie bekommen von uns hervorragende Qualität“.

E-Book

Anita Hermann-Ruess
Ideen visualisierenCharts richtig einsetzen
Das E-Book zeigt anhand praktischer Vorschläge, wie Präsentation und Vorträge visuell aufgewertet werden können. Einfache Tipps für die Gestaltung bildhafter Folien machen deutlich, wie bestehende Textfolien „aufgelöst“ werden können.

Zahlen: Aufrüttelndes sichtbar machen

Wenn eine beeindruckende Zahl Ihrer Idee Aufwind gibt, dann sollten Sie diese Zahl groß und beeindruckend visualisieren. Sie können zeigen, wie viele Kinder an Hunger sterben, wie viel Geld verschwendet wird, wie hoch die erwarteten Gewinne sind, wie viele Regenwaldbäume gerettet werden können. Rechnen Sie diese Zahl immer hoch, wenn sie für Sie spricht Wenn es passt, können Sie ein Foto als Hintergrund wählen – also das Bild vom Regenwald als Hintergrundbild für die beeindruckende Baumrettungszahl.

Matrix: Bewertungen sichtbar machen

Manchmal stehen mehrere Lösungen oder Varianten einer Idee zur Auswahl und Sie möchten Ihrem Publikum die Auswahl erleichtern. Dann bietet sich die Matrix-Visualisierung an, die Sie mit Piktogrammen (zum Beispiel rote, gelbe, grüne Ampel) kombinieren können. So helfen Sie Ihren Zuhörern, auf einen Blick zu erkennen, welches die beste Option für sie ist. Gerade kritische Zuhörer schätzen diese Art der Visualisierung.

Tabellen: Ordnung sichtbar machen

Tabellen helfen uns, Ideen und Gedanken zu ordnen. Sie räumen, bildlich gesprochen, wirre Gedankenknäuel auf. Halten Sie in Präsentationen Tabellen so einfach wie möglich und nutzen Sie Piktogramme, Farben und Kontraste, um dem Blick des Betrachters zu helfen, sich schnell zurechtzufinden. Komplizierte Zahlentabellen oder detailreiche, lange Tabellen gehören ins Handout und nicht auf ein Chart, das Sie live zeigen.

Tabellen eignen sich vor allem für die Präsentation von Daten beziehungsweise Zahlen oder einfacheren Zusammenhängen. Nutzen Sie eine Matrix, wenn es um kompliziertere Zusammenhänge geht oder Sie eine individuellere Darstellungsform benötigen.

Piktogramme: Gedankenpfade sichtbar machen

Piktogramme helfen Ihnen und Ihrem Publikum, sich in Ihrer Präsentation zurechtzufinden. Ähnlich wie Piktogramme uns auf internationalen Flughäfen den Weg weisen, weisen sie dem Betrachter den Weg durch Ihre Gedanken. Sichtbare Strukturfolien, Farbleitsysteme und Piktogramme sind wie Treppengeländer, die Ihnen und Ihrem Publikum Sicherheit und Orientierung geben.

Zitate: Autorität sichtbar machen

Wenn ein Zitat eines berühmten oder anerkannten Menschen Ihre eigenen Gedanken auf den Punkt bringt, dann sollten Sie es nutzen. Indem Sie Ihre Idee neben Großes stellen, wird sie selbst groß. Nutzen Sie eine sehr schöne große Schrift und hinterlegen Sie eventuell das Zitat mit einem passenden Foto. Gerade Zitatfolien eignen sich für den Einstieg, um Ihrem Thema Glaubwürdigkeit zu vermitteln, oder für einen imposanten Schluss, um mit Pathos zu enden.

Cartoons: Humor sichtbar machen

Humor verbindet Menschen und macht sympathisch. Er erwärmt die Herzen der Menschen für Ihre Idee. Wenn Sie einen Cartoon finden, der Ihrer Idee zugutekommt, dann zeigen Sie Ihn. Cartoons eignen sich vor allem dazu, das Problem, welches Ihre Idee löst, humorvoll-zugespitzt und nicht mit erhobenem Zeigefinger auf den Punkt zu bringen.

Metaphern: Unbekanntes und Unsichtbares sichtbar machen

Nutzen Sie eine Metapher, wenn Sie über Unsichtbares und Unbekanntes sprechen, und visualisieren diese. Angenommen, Sie haben ein Programm entworfen, welches das Leben Ihrer Anwender vereinfacht. Übersetzen Sie komplizierte IT-Inhalte in eine bekannte Metapher, zum Beispiel die Metapher des Navigationssystems, um zu zeigen, wie einfach, sicher und genial Ihre Software Ihre Zuschauer ans Ziel bringt.

Über die Autoren
Anita Hermann-Ruess

Anita Hermann-Ruess ist Inhaberin der Firma Hermann-Ruess und Partner. Mit Begeisterung trainiert sie mit ihren Teilnehmern wirkungsvolle Kommunikationsmuster und berät Unternehmen. Sie ist Autorin mehrerer Bücher zum Thema Rhetorik und Gehirnforschung. Sie verbindet auf einmalige Weise klassische Rhetorik mit den neuesten Erkenntnissen aus der Neurokommunikation.

AnschriftHermann-Ruess & Partner
Eisenbachweg 13
88279 Amtzell
Telefon+ 49 7520 923153
E-Mailseminare@hermann-ruess.de
Internetwww.hermann-ruess.de
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Max Ott

Max Ott ist Spezialist für visuelle Kommunikation und PowerPoint-Experte. Er gestaltet Charts nach den neuesten Erkenntnissen aus Rhetorik und Design.

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