Archiv

PräsentierenTipps für einen spannenden und souveränen Vortrag

© kabliczech - Fotolia.com
Stellen Sie Ihre Zuhörer in den Mittelpunkt Ihres Vortrags und erfahren Sie das Geheimnis einer lebendigen und spannenden Präsentation.
erschienen: 25.11.2014
Schlagwörter: Präsentieren
(2 Bewertungen)
3

Eine Präsentation, die Menschen erreichen und überzeugen soll, sollte mindestens folgende Kriterien erfüllen:

  • Klare Struktur und roter Faden
  • Verständlich in Inhalt und Sprache
  • Lebendig, spannend und emotional
  • Nutzen für die Teilnehmer
  • Kompetenz und spürbare Passion beim Präsentierenden

Damit diese Kriterien erfüllt werden, sollten Sie als Präsentierender folgende zehn Tipps für ihre Vorträge beachten:

Klassischen Aufbau wählen

Wie bei einem Aufsatz brauchen Sie eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Die Einleitung dient dazu, die Zuhörer zu gewinnen und das Eis zu brechen. Sie muss also spannend sein und neugierig machen. Auf keinen Fall sollten Sie an dieser Stelle mit Floskeln langweilen wie zum Beispiel: „Es freut mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.“

Praxistipp: Einstieg in eine Präsentation

Beginnen Sie mit einem überraschenden Einstieg, beispielsweise einer Geschichte oder einer spannenden Behauptung. Dadurch werden die Zuhörer sofort aufmerksam. Falls Begrüßung, Vorstellung oder Hinweise nötig sind, sprechen Sie diese erst danach aus.

Der Hauptteil muss vor allem logisch aufgebaut sein und so verständlich, dass ihn alle Anwesenden verstehen. Reduzieren Sie ihn auf maximal drei Inhaltspunkte, um das Publikum nicht zu überfordern. Wenn Sie ein Produkt verkaufen, sind das beispielsweise die drei wichtigsten Verkaufsargumente.

Den Abschluss bildet ein starker Schlusssatz, mit dem Sie das Gesagte nochmals mit einer Aussage in die Köpfe bringen. Enden Sie niemals mit „Danke für Ihre Aufmerksamkeit!“ oder ähnlich langweiligen Floskeln. Sie nehmen Ihrem Vortrag damit jegliche Wirkung.

Verständliche Wörter verwenden

Lange, verschachtelte Sätze, womöglich monoton gesprochen, können vom Publikum nur sehr schwer verarbeitet werden. Ein guter Redner vermeidet so viele Nebensätze, Fachausdrücke, Fremdworte und Abkürzungen wie möglich. Statt dessen verwendet er eine bildhafte und emotionale Sprache mit kurzen Sätzen.

Unser Gehirn verarbeitet Sprache in Form von Bildern. Komplexe Wörter lassen sich nicht in Bilder übersetzen. Das ist der Grund, warum weniger hängen bleibt. Je einfacher und bildhafter Sie formulieren, desto einprägsamer Ihre Worte.

Präsentation zuerst ohne PowerPoint planen

Die Ursache vieler langweiliger Präsentationen liegt in der Vorgehensweise: Alte Folien werden aus eigenen und Präsentationen von Kollegen zusammengefügt, hier und da ein wenig ergänzt und zudem alle Notizen des Präsentierenden auf die Folien getippt.

Praxistipp: Planung einer Präsentation

Planen Sie Ihre Präsentation erst auf dem Papier. Am besten verwenden Sie dafür kleine Zettel, die Sie auf dem Schreibtisch verteilen und so lange sortieren können, bis die Struktur stimmt. Erst dann beginnen Sie mit einem Präsentationsprogramm wie etwa PowerPoint.

Überlegen Sie zu jeder Folie, was Ihr konkretes Ziel ist und wie Sie die Anzahl der Wörter reduzieren können. Verwenden Sie keine ganzen Sätze, es sei denn Sie diskutieren über Formulierungen wie etwa solche eines Gesetzes oder einer Werbebotschaft. Stichworte wirken stärker, noch besser sind Bilder. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Text, den der Präsentierende sagt, nicht auf der Folie stehen sollte, denn damit verschlechtert sich die Wirkung. Folien dürfen den Redner immer nur unterstützen, nie zur Hauptsache werden.

Präsentation mehrmals üben

Bereiten Sie Ihre Präsentation gut vor und üben Sie diese mehrmals laut vor dem Vortrag. Je besser Sie vorbereitet sind, desto sicherer werden Sie sein. Zudem kann nur eine gut durchdachte und durch mehrmaliges Üben auf Stimmigkeit geprüfte Präsentation überzeugen.

Wenn Sie eine Präsentation mehrfach üben, werden Ihre Körpersprache und Ihre Stimme mit jedem Durchgang besser. Sie werden lebendiger und spannender sprechen und so die Teilnehmer für sich gewinnen und überzeugen.

Haben Sie allerdings nicht genügend Zeit, um Ihre Präsentation ausreichend vorzubereiten und zu üben, sollten Sie sie absagen. Eine Präsentation entscheidet schließlich auch über künftige Aufträge und Ihren Erfolg. Die dafür notwendige Zeit ist gut investiert.

Auf nonverbale Kommunikation achten

Sie wirken nicht nur in wenigen bedeutenden Augenblicken, sondern werden vom Publikum zu jeder Zeit wahrgenommen. Da Sie während des Vortrags nicht mehr an Ihre Körpersprache, Ihre Stimme oder Ihren Satzbau denken können, während Sie sich auf den Inhalt und Ihr Publikum konzentrieren, brauchen Sie eine andere Lösung.

Nutzen Sie deshalb die oben angesprochenen Übungsdurchgänge, um gezielt auf Ihre nonverbale Kommunikation zu achten. Das Ziel ist, dass Ihre Gesten und anderen Signale wie automatisch ablaufen. Sie sollen schließlich während des Vortrags nicht mehr daran denken müssen.

Die richtige Körperhaltung einnehmen

Der erste Eindruck – er entsteht in weniger als einer Sechstelsekunde – entscheidet über Ihr Image. In diesem kurzen Moment zählt vor allem Ihre Haltung:

  • Stehen Sie gerade mit aufrechtem Oberkörper, die Füße parallel und schulterbreit auseinander.
  • Senken Sie Ihre Nase weder devot noch heben Sie sie arrogant.
  • Lassen Sie Ihre Hände seitlich am Körper hängen, solange Sie noch nicht sprechen.
  • Kurz bevor Sie zu sprechen beginnen, legen Sie Ihre Hände auf Höhe des Gürtels locker ineinander oder kurz darüber; aus dieser Position können Sie Gesten machen.
  • Gestikulieren Sie viel und ruhig.
  • Nehmen Sie immer wieder die Grundhaltung ein.

Verräterische Signale vermeiden

Es gibt bestimmte Signale, die den positiven Gesamteindruck des Redners schmälern können wie zum Beispiel die Hand in der Hosentasche, ein verdrehter Fuß oder der erhobene Zeigefinger. Insbesondere Frauen neigen dazu, einen Fuß stark wegzudrehen oder die Beine im Stehen übereinander zu schlagen. Trainieren Sie sich dies ab! Viele Präsentierende stehen instabil auf einem Bein, den anderen Fuß nur auf der Fußspitze oder auf der Ferse. Sie richten damit ihre Fußsohle gegen das Publikum, was sie unsicher wirken lässt.

Der erhobene Zeigefinger oder ein Blick über die Brille erzeugt beim Publikum den Eindruck, es habe es mit einem strengen Lehrer zu tun. Berührungen im Gesicht zeugen von Unsicherheit, Unbehagen und im schlimmsten Fall von Unwahrheit. Fassen Sie sich deshalb nicht immer gleich ins Gesicht, selbst wenn es Sie einmal jucken sollte.

Blickkontakt suchen

Halten Sie so lange Blickkontakt, bis Sie wirklich Kontakt spüren, jedoch nicht aufdringlich lange: Mindestens zwei, maximal sieben Sekunden sind optimal. Sehen Sie alle Teilnehmer an, vergessen Sie insbesondere nicht diejenigen, die im hinteren Bereich des Raums sitzen, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Bei großen Gruppen reicht es, eine Person in den hinteren Reihen anzusehen. So fühlen sich mehrere eingebunden.

Praxistipp: Kraft von Aussagen steigern

Betonen Sie wichtige Aussagen durch einen festen Blickkontakt, der noch einige Momente über den Satz hinausgeht. So steigern Sie die Kraft Ihrer Aussage.

Laut und verständlich sprechen

Sprechen Sie laut und mit vollem Ton und artikulieren Sie präzise. Ihr Publikum sollte sie verstehen können und nicht rätseln, was Sie gerade gesagt haben, nur weil Sie zu leise sprechen oder nuscheln.

Je lebendiger und abwechslungsreicher Sie sprechen, desto lieber hört man Ihnen zu. Sie sind leichter zu verstehen und durch eine gezielte Betonung machen Sie deutlich, welche Aussagen Ihnen besonders wichtig sind.

Nicht zu viel argumentieren

Verwenden Sie zu viele Argumente, kann sich Widerstand im Publikum breit machen. Sagen Sie dagegen nur so viel wie nötig, um neugierig zu machen, steigt das Interesse. Zudem argumentieren Sie niemanden nieder. Lassen Sie auch eine einfache, kurze Aussage aus dem Publikum stehen, denn eine nicht eingeforderte Begründung schwächt deren Wirkung.

Praxistipp: Wirkung des Gesagten steigern

Bauen Sie Ihre wichtigen Sätze so um, dass das Wichtigste am Ende des Satzes steht. Setzen Sie dann noch vor dem Wort eine kurze Pause. Beispiel: Statt „Wir hatten 500 Millionen Euro Umsatz letztes Jahr“ sagen Sie: „Letztes Jahr hatten wir einen Umsatz von 500 Millionen Euro.“ Die Pause erhöht die Wirkung, das letzte Wort klingt nach.

Fazit

Nur wer es schafft, mit seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten die Zuhörer wach und aktiv zu halten und dabei kompetent und glaubwürdig zu wirken, wird sein Publikum begeistern. Wenn Sie Ihre Ideen und Projekte voranbringen wollen, sollten Sie Ihre Zuhörer motivieren, inspirieren und überzeugen können.

Über den Autor
Michael Moesslang

Michael Moesslang ist der Experte für sensationelles Präsentieren und persönliche Wirkung. In seine Arbeit bezieht er aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften ein. Als Vortragsredner und Lehrbeauftragter aktiviert er Zuhörer in Vorträgen und Präsentationen.

AnschriftPreSensation Institute
Ägidienplatz 7
93047 Regensburg
Telefon+49 941 56999122
E-Mailanfrage@moesslang.com
Internetwww.michael-moesslang.de
Facebookwww.facebook.com/michael.moesslang

Weitere Artikel des Autors